


13.08.2006 - mittags
Sarah bekam einen Anruf von einer Frau, die auf dem Parkplatz eines Supermarktes einen kleinen, schwer verletzten Hund gesehen hatte. Sarah bat die Frau, den Hund doch zu unserem Tierarzt zu bringen, wo man sich dann gleich treffen kann und der Hund an uns übergeben wird. Das erschien die schnellste Lösung, denn Sarah war gerade nicht in der Nähe. Dieses Ansinnen jedoch wies die Frau weit von sich und meinte, dass sie so einen schmutzigen, blutenden Köter nicht in ihr Auto nehmen würde. (Anm. Candy war gar nicht soooo schmutzig und ihre Wunde war auch schon getrocknet sodass da kein Blut mehr strömte).
Sarah und auch wir anderen waren zu weit weg, um auf der Stelle vor Ort sein zu können. So rief Sarah kurzerhand ihren ehemaligen Chef vom Tierladen an, der sich innerhalb jenes Supermarktes befindet, damit dieser mal eben schnell vor die Türe ginge um den Hund schon mal hereinzuholen, bis wir dann ankommen würden. Der wiederum (seines Zeichens Hundezüchter und Tierliebhaber!!!) meinte lapidar, dass der Hund schon seit 3 Tagen auf dem Parkplatz liegen würde. Nach einigem Überreden aber war er bereit ihn schon mal aus der Hitze in den klimatisierten Laden zu holen..... immerhin für einen Portugiesen schon ein echter Akt von Tierliebe.
Das ist die kleine, süße Candy. Sie kam am 13.08.2006 zu uns und ist so sehr traumatisiert, dass sie noch gar nicht selbst über sich erzählen kann.
Daher erzählen wir erst einmal den Beginn ihrer Geschichte und werden diese dann laufend aktualisieren.
13.08.2006 - später Nachmittag
Sarah holte Candy dann ab und fuhr auch sofort zu unserer Tierärztin. Candy war völlig apathisch, reagierte auf nichts und ließ wirklich alles mit sich machen. Man merkte aber dennoch, dass sie sehr starke Schmerzen hatte, denn sie zitterte innerlich und man konnte auch hin und wieder ein leises Wimmern vernehmen.
Ein Hinterbein war ziemlich verletzt, die Wunde blutete aber nicht mehr und war bereits verkrustet, Haare und natürlich Dreck in der Wunde eingeklebt. Ein Röntgenbild schaffte dann schnell Klarheit: der Oberschenkelhals am rechten Hinterbein ist abgebrochen, die Kniescheibe am linken Hinterbein deformiert und herausgesprungen. Die Folge ist, dass Candy gar nicht alleine richtig stehen kann, geschweige denn aufstehen.
14.08.2006
Candy bleibt zur Beobachtung in der Tierklinik. Völlig ausgehungert und durch Wassermangel dehydriert muss sie erst einmal eine Intensivbehandlung bekommen. Das größte Problem ist, dass sie nicht alleine ihre Verrichtungen machen kann, denn sie kann ja nicht aufstehen. Sie ist völlig apathisch, frisst und trinkt so gut wie nichts, hat aber offensichtlich starke Schmerzen.
15.08.2006
Sarah holt Candy aus der Tierklinik ab. Die Intensivbehandlung hat zumindest bewirkt, dass keine akute Lebensgefahr mehr besteht. Allerdings ist die kleine Maus noch zu schwach für eine Operation und muss erst noch weiter zu Kräften kommen. Ein erster Plan für mögliche Operationstermine wird gemacht.
15.08.2006 - nachmittags
Candy triff auf der Quinta ein und wir anderen sehen sie zu ersten Mal. Es braucht sehr viel Geduld und Ruhe, damit wir einige Fotos von ihr machen können, denn sie liegt zuerst nur in ihrem Körbchen und reagiert auf nichts. Dann aber taut sie ein wenig auf und nimmt ihre Umwelt wahr.




15.08.2006 - abends
Sarah nimmt die kleine Süße mit in ihre Wohnung, damit sie absolute Ruhe hat, denn an unserer wilden Horde hätte sie jetzt sicherlich wenig Freude. Bei Sarah leben ja auch Merlin und Tamara für die ein Rudelleben zu anstrengend wäre. Unser alter Merlin hat sich sofort als großer Kavalier gezeigt und bereitwillig sein tolles weiches Bett und den Lieblingsplatz neben der Terrassentüre an Candy abgetreten.
Als Candy dann besonders teures und nahrhaftes Dosenaufbaufutter bekam, wurde Merlin nochmal ganz jung und sprang erstaunlich schnell auf, um zu sehen, ob er da was abbekommen könnte.
Inzwischen überlegen wir, wie wir die Operation und die anschließende 6-wöchige Phase absoluter Ruhe und die dann folgende Physiotherapie organisieren und vor allem finanzieren können. Physiotherapie für Hunde kennt man hier nicht, also müssten wir das selbst erledigen, was aber möglich ist. Die OP zu finanzieren ist schon ein größeres Problem.

16.08.2006
Candy nimmt ein wenig am Leben teil und frisst ziemlich gut. Sie wedelt sogar mit dem Schwanz und freut sich. Ihre Apathie läßt ein wenjg nach!!!
Transporte scheinen ihr aber große Schmerzen zu bereiten, daher hat sie einen Ruhetag mit Merlin und Tamara, die großes Interesse an ihr haben. Da wir am 30.08.06 3 Welpen nach Deutschland bringen, könnte Candy problemlos mitkommen, aber kann die OP solange warten??? Würde sie die Fahrt ohne zu große Schmerzen überstehen??? Wir verschieben die Entscheidung auf den nächsten Tag, nachdem unsere Ärztin weitere Untersuchungen durchgeführt hat, denn wir fürchten, dass sie auch eine innere Verletzung an einem Organ hat.
Was mag wohl diesem kleinen Hund widerfahren sein??? Wir werden es wohl nie erfahren, fest steht aber, dass Candy entweder massiv gequält oder aber überfahren und einfach liegen gelassen wurde. Irgendwie hat dieses kleine tapfere Kerlchen es aber geschafft, sich auf diesen Parkplatz zu schleppen, wo 3 Tage lang sicherlich mehr als 2.000 Menschen an ihr vorbeigelaufen sind und schlichtweg nichts unternommen haben. Das gilt für Kunden, Touristen!!! (zurzeit in Massen hier), Angestellte des Supermarktes und letztlich auch den o.a. Herrn Hundezüchter, für den ein Hund erst beim reinrassigen Rottweiler anfängt.......
17.08.2006
Candy taut auf und beginnt am Leben teilzunehmen. Sie hat heute endlich auch ganz normal ihre Verrichtungen machen können und frisst sehr gut. Sie wirkt zwar immer noch sehr ruhig, doch aufmerksam und interessiert.
Unsere Tierärztin meinte, dass sie die Reise nach Deutschland durchstehen könnte, jedoch sollte die OP nicht zu lange hinausgezögert werden.
Am Nachmittag haben wir dann festgestellt, dass sie auch das Nasenbein gebrochen hat. Der Bruch geht quer über die Nase etwa in der Mitte zwischen Nasenwurzel und Nasenlöchern. Jetzt scheint auch klar zu sein, dass sie gequält worden ist, denn Verlauf und Art des Bruchs lassen auf einen Stockschlag schließen.
Wir konnten uns noch nicht entscheiden, ob wir ihr die Reise zumuten wollen oder nicht und warten noch ein paar Tage ab, bis wir wissen ob sie organisch gesund ist. Genaues muss noch untersucht werden und wir werden hierzu unsere zweite Tierärztin hinzuziehen. Beim Autofahren hat sie jedenfalls starke Schmerzen, das merkt man ihr an. Sie hat heute auch mal gestanden, aber das sah nicht gut aus.
Candy ist ein ganz ganz lieber Hund, mit einem ausgeglichenen, ruhigen Gemüt, das spürt man, aber man spürt auch, dass diese kleine Seele gebrochen worden ist und erst ganz langsam wieder zusammengefügt werden kann...........
Es sind wohl immer die, die sich nicht wehren bzw. nicht wehren können, die einfach nur lieb sind und keinem was tun, an denen Menschen sich vergreifen. Am Umgang mit Schwächeren kann man recht gut ablesen, wie es um das Wertesystem einer Gesellschaft bestellt ist.
Später am Abend:
von unserer liebevollen Helferin aus Deutschland Annelie Brabender kam dann noch eine großzügige Spende, was uns riesig freut, vielen lieben Dank!!!



“uuups, was liegt denn da ... eine Katze???”
“.... mag ich Katzen überhaupt???”
“..... naja, besser mal ignorieren und wegschauen........”
18.08.06
Sie gewinnt enorm an Vertrauen und verhält sich eigentlich schon wie ein normaler Hund. Heute zeigt Candy zum ersten Mal ein unheimlich großes Verlangen nach Streicheleinheiten. Wann immer man in die Nähe ihres Körbchens kommt, legt sie sich auf den Rücken und will am Bauch gekrault werden.
Fressen will sie nur aus der Hand, Futter aus dem Napf rührt sie nicht an. Andererseits macht sie überhaupt keine Probleme wenn es darum geht, Tabletten zu schlucken. Sie versucht auch aufzustehen und ein wenig zu laufen, insbesondere wenn es darum geht, dass sie gestreichelt werden will. Sarah muss sie immer wieder dazu bringen, sich zu schonen und sich hinzulegen, denn sie bleibt zu lange stehen und beginnt dann natürlich recht schnell zu zittern.
Wir haben uns entschlossen, sie bei uns zu behalten und hier operieren zu lassen. Der psychische Stress einer Reise wäre zu groß für sie und wir möchten die gerade erreichten Fortschritte njcht gefährden. Sie hat großes Vertrauen zu uns, läßt sich problemlos untersuchen und macht alles mit, was notwendig ist. Dieses jetzt schon so enge Vertrauensverhältnis ist uns zu wichtig, als dass wir es durch eine anstrengende und sicherlich auch schmerzhafte Reise gefährden wollen. Wir versuchen für die kommende Woche einen OP-Termin zu bekommen.
19.08.06
Der OP-Termin steht und wir üben schon für eine gute Physiotherapie. Candy wird nach der OP noch 2 Tage in der Klinik zur Beobachtung bleiben und kommt dann endgültig auf die Quinta in Caroli´s Obhut. Johannes und Sarah sind ja zu der Zeit in Deutschland, um einige Welpen ihren neuen Besitzern zu übergeben.
Candy bekommt auf der Quinta in den Privaträumen von Carola und Johannes ihr neues Zuhause und hat sogar eine eigene Terrasse, wenn sie mal raus muss. So können wir sicher stellen, dass sie erst mal von den anderen Hunden nicht gleich zum spielen eingeladen wird. Sie wird eine lange Genesungszeit brauchen, viel Ruhe und ausführliche Physiotherapie.
Mittlerweile ist sie fast eine Woche bei uns und benimmt sich wie ein ganz normaler Hund. Sie ist lebendig, aufmerksam, kennt ihren Namen und scheint es tröstlich zu finden, dass es bei uns noch andere Hunde mit Behinderungen gibt. Sie versteht sich jedenfalls mit Tamara und Merlin ganz hervorragend.

27.08.06 - Trotz ihrer massiven Behinderung hat Candy sehr schnell gelernt, auf 3 Beinen zu laufen. Hunde kommen erfahrungsgemäß recht schnell mit Behinderungen klar. Candys gebrochenes Beinchen/Hüfte schmerzt zwar sehr, aber sie versteht es, sich so zu bewegen und auch hinzusetzen, dass sie den Schmerz vermeidet und sich recht entspannt durch die Welt bewegen kann. Sie hat sich wohl auch einiges von Tamara abgeschaut, die ja nur auf 2,5 Beinen läuft und trotzdem flitzen kann. Tamara teilt auch ihre Decke mit Candy, was ein ganz besonderer Liebesbeweis ist, denn normalerweise teilt Tamara niemals etwas und ihr Bettchen schon erst recht nicht.
Merlin wiederum liebt ganz besonders Candys Futter, denn er bekommt ja Sepzialfutter mit Namen “Mobility Support” und irgendwie schmeckt ihm das nicht sooo gut, obwohl es sehr gut für ihn ist und ihm auch hilft, besser mit seinen Gelenkproblemen klar zu kommen. Candy gibt gerne etwas ab und man kann sagen, dass sie sich sehr schnell und problemlos sozialisiert hat.
Bevor sie nun am 04.09.06 operiert wird, lassen wir noch ein vollständiges Blutbild machen und dabei auch gleich auf alle denkbaren Krankheiten testen. Wir schicken hierzu Blut an ein deutsches Labor, denn wir wollen uns nicht auf die hier üblichen Schnelltests verlassen.


11.09.06 - Wie geplant wurde Candy operiert und auch die gesamten Bluttests wurden gemacht. Die OP verlief ohne jegliche Komplikationen und auch die 3 Tage Beobachtung in der Tierklinik förderten keinerlei Problem zutage. Jetzt ist sie wieder zuhause, trägt einen Halskragen und ist wohlauf. Sie ist intelligent genug, das operierte Bein in keiner Weise zu benutzen, so dass wir auch nicht intervenieren müssen, um sie ruhig zu stellen. Sie weiß ja nun schon länger um ihre Behinderung und hat sich damit wohl recht gut eingerichtet, was wir übrigens auch bei anderen Hunden wie z.B. unserer Tamara so beobachtet haben. Sie bewegt sich völlig frei und kommt auch mit 3 Beinen wunderbar klar.
Etwa um den 21.09.06 werden dann die Fäden gezogen und danach werden wir langsam mit der Physiotherapie beginnen, um die Muskulatur aufzubauen und sie wieder auf ein “normales” laufen mit 4 Beinen umzustellen. Dies wird sicherlich einige Monate in Anspruch nehmen, aber dann ist auch dieser kleine, süße Hund wieder fit und kann mit unserem Rudel frei leben.

Wir wissen allerdings noch nicht, ob sie das wirklich will, denn sie hat sich mit Tamara und Merlin so gut angefreundet, dass sie evtl. auch in der “Abteilung für behinderte Hunde” bleiben möchte. Wir werden das dann sehen und mit ihr entscheiden, wenn sie wieder vollständig hergestellt ist.
Die Blutwerte sind fast alle in Ordnung, jedoch hat sich herausgestellt, dass sie Ehrlichiose hat, eine Art von Zeckenfieber, das jedoch zurzeit nicht ausgebrochen ist. Sie trägt also nur den Erreger in sich und wir warten jetzt noch auf die weiteren Ergebnisse diverser Blutbilder, um dann zu entscheiden ob und wenn ja wie sie behandelt werden muss. Glücklicherweise sind alle anderen Tests negativ und die übrigen Blutwerte ok, was schon ein Wunder ist und uns natürlich besonders freut.





06.10.06 - Heute habe ich übrigens auch noch eine liebe Patin gefunden. Barbara Dinter wird mich auch schon bald besuchen!!! Was will man mehr als kleiner Hund. Ich freue mich schon darauf und bin jetzt rundum glücklich.
06.10.06 - Hallo Ihr, ich wollte mich mal melden, diesmal persönlich, denn ich bin schließlich nicht mehr der traumatisierte Hund, der ich anfangs war. Mittlerweile wurde ich operiert, das war am 4. September. Ich habe alles gut überstanden, und mir geht es richtig gut, viel besser als vorher. Ich kann auch schon fast wieder ganz normal und schmerzfrei laufen, das ist so ein schönes Gefühl. Ich fühle mich wie neu geboren. Als mein Frauchen Sarah aus Deutschland zurückkam (sie hat mit Johannes drei Hunde nach Deutschland gebracht), hat sie mich kaum noch erkannt!! Ich war außer mir vor Freude, als sie kam, das bin ich immer, wenn jemand kommt, aber bei ihr war die Freude natürlich besonders groß. Nun hänge ich mich immer an ihre Fersen, damit sie mich nicht mehr zurücklässt, obwohl ich auch während ihrer Abwesenheit sehr gut versorgt war. Sie macht jetzt, da ich besser laufen kann, auch ganz viele schöne Sachen mit mir, zum Beispiel war ich neulich mit ihr am Strand, das war sehr schön. Ich habe lange auf das weite Meer hinausgesehen und habe es genossen, dort zu sein, allerdings fiel es mir noch etwas schwer, durch den weichen Sand zu laufen, aber das wird auch bald besser gehen. So haben wir uns doch eher auf das Ausruhen beschränkt.
Ich bin inzwischen ein richtig lustiger und lebensfroher Hund geworden und bin längst nicht mehr der ruhige und apathische Hund, der ich war. Ich erinnere mich aber noch sehr gut an meine anfänglichen Ängste, vor allem davor, aus dem Haus zu gehen, davon mal abgesehen konnte ich eh kaum laufen wegen meiner Beinverletzung, also durfte ich die große Terrasse nutzen und musste nicht auf die Straße. Doch nun gehe ich so gerne spazieren. Die dreibeinige Tamara ist ja auch immer dabei. Ihre Freude und Begeisterung bei den Spaziergängen hat mich angesteckt, mittlerweile freue ich mich auch schon richtig darauf.
Ach, ich hätte fast vergessen zu erwähnen, dass ich bei dem Strandbesuch sogar über eine kleine Mauer gesprungen bin. Sarah war sehr erstaunt darüber, dass ich das konnte. Ich auch, um ehrlich zu sein, aber ich wollte unbedingt zu den netten Leuten, die nach mir riefen, weil sie mich aus dem Internet kannten. Ich kannte sie zwar nicht, aber ich habe mich so gefreut, dass fremde Leute meinen Namen wussten. Ich habe mich bei allen eingeschmeichelt, und alle waren begeistert von mir. So viel Aufmerksamkeit habe ich bisher nicht kennen gelernt. Es gefällt mir, im Mittelpunkt zu stehen, das genieße ich.
Ich brauche auch keine Leine mehr, ist ja auch überflüssig, denn ich lasse Sarah eh nicht mehr aus den Augen. Ich folge ihr auf Schritt und Tritt, denn ich möchte sie auf keinen Fall verlieren. Nach dem Strandbesuch ist Sarah mit mir zu unseren neuen Notfällen Bella und Rocky gefahren, um sie zu besuchen. Toll, dass sie mich auch dorthin mitgenommen hat. Es war sehr schön dort, denn mit den beiden Hunden habe ich mich sehr gut verstanden, auch mit deren Frauchen Diana. Anschließend sind wir zum Tierarzt gefahren, diesmal aber zum Glück nicht meinetwegen, sondern weil Sarah dort Amadeu und unsere neue Kameradin Justina abholen wollte. Amadeu hat leider ein Herzproblem und hat deshalb für diverse Untersuchungen wie Röntgen und EKG den Tag dort verbringen müssen. Der alten Pudeldame Justina wurde ein Augentumor entfernt, und bei der Gelegenheit hat sie auch gleich eine Zahnreinigung bekommen. Ich habe gehört, sie sei schon 16 Jahre alt, dagegen bin ich ja noch richtig jung.
Ok, ich muss ehrlich zugeben, der Tierarztbesuch gehörte jetzt nicht gerade zu den Highlights des Tages, auch wenn ich diesmal nicht betroffen war. Draußen war es ja noch ganz lustig, denn ich habe neugierig die anderen wartenden Hunde beobachtet, aber als ich mit hinein sollte, bin ich doch lieber geflüchtet. Nee, nee, das tue ich mir so schnell nicht noch mal an. Ich dachte, ich müsste wieder dort bleiben, so wie die anderen Male, als ich dort war. Da habe ich doch lieber das Weite gesucht. Doch weit bin ich nicht gekommen, aber ich wollte ja auch nicht weglaufen, ich wollte nur nicht da rein. Ich habe geahnt, dass irgendwas auf mich zukommt, und – siehe da – ich bin dann noch geimpft worden, aber das war nicht so schlimm, kein Vergleich zu den vorherigen Malen… Und das Wichtigste war natürlich, dass ich nicht dort bleiben musste.
Danach war ich froh, als wir alle zusammen wieder im Auto saßen. Es war alles in allem ein sehr aufregender Tag für mich, denn ich habe Vieles gelernt, z. B. ohne Leine zu laufen und andere Menschen kennen zu lernen. Endlich habe ich auch verstanden, dass es keinen Grund gibt, Angst zu haben, schon gar nicht davor, wieder verstoßen zu werden, denn zum ersten Mal in meinem Leben habe ich erfahren, was Liebe und Zuneigung bedeuten. Keiner lässt mich mehr alleine, das gibt mir auch ein Gefühl der Sicherheit, und das macht mich glücklich und froh.
Heute war ich mal wieder mit Sarah auf der Quinta. Diesmal habe ich endlich die anderen Hunde kennen gelernt, bisher war das nicht möglich wegen meiner Beschwerden. Ein bisschen unheimlich war mir das ja schon, aber sie sind alle so lieb, sie haben mich ganz freundlich empfangen. Auch Justina, die heute ihren ersten Tag auf der Quinta hatte, haben sie sofort nett empfangen. Sie wollten alle erstmal ihr krankes Auge begutachten, jeder hat es beschnuppert. Sie verstehen, wenn jemand krank ist oder Schmerzen hat, das merken sie erstaunlicherweise sofort.
So, jetzt lege ich mich wieder hin und mache ein Nickerchen, denn das war alles sehr anstrengend und aufregend in den letzten Tagen.
Bis bald!
Eure Candy

20.10.06
Hallo ihr Lieben,
Ich wollte mich mal wieder melden, denn es gibt wieder was Neues von mir zu berichten.
Ich gehe mittlerweile schon freiwillig in den Aufzug, das mochte ich ja vorher nicht so gern. Das Laufen geht auch schon viel besser und unsere Spaziergänge werden auch immer länger, weil ich ja besser und länger laufen kann. Demnächst gehen wir wieder mal am Strand spazieren, dann kann ich mir das Meer anschauen, was ich ganz toll finde.
Ich habe in dieser Woche auch noch etwas Lustiges gemacht: ich hatte Sarah und Miguel gezeigt, dass ich bei ihnen im Schlafzimmer schlafen wollte und da haben sie mir ein schönes Bett direkt neben ihrem Bett gemacht, sodass ich direkt neben Herrchen schlafen kann. Mitten in der Nacht habe ich etwas gehört und habe angefangen zu knurren und Sarah hat sich total erschreckt, denn das hatte ich noch nie gemacht und da von uns drei Hunden hier im Appartement keiner bellt und auch keiner knurrt, hat sie sich gewundert. Sarah ist dann nachschauen gegangen, um zu sehen was passiert war. Letztlich war es aber nur Merlin gewesen, der sich in seinem Bett gedreht hatte (was ich ja nicht wissen konnte) und da habe ich natürlich Alarm gegeben, denn da ich im Schlafzimmer schlafe, muss ich ja auf die Beiden gut aufpassen. Ich kann richtig böse werden wenn ich möchte.
Ein paar Tage später war ich wieder zu Besuch auf der Quinta und da war gerade wieder Party, also habe ich zusammen mit den anderen Hunden gebellt. Das hat mir vielleicht Spass gemacht!!! Die mögen mich ja alle und auch wenn ich nicht immer mit ihnen zusammen bin, haben sie mich trotzdem im Rudel akzeptiert und ich kann immer mitmachen, wenn ich will und mein Bein das zuläßt.
Ich freue mich auch immer so, wenn wir spazieren gehen und wir anderen Hunden begegnen, denn ich mag alle Hunde, auch wenn ich sie nicht kenne, dann versuche ich immer sie kennen zu lernen. Dass ich andere Hunde so mag, merkt man auch zu Hause, denn Tamara legt sich oft in mein Bett, denn das gefällt ihr besser als ihr momentanes. Ihr richtiges Bett ist in der Reinigung und das was sie im Moment hat, mag sie nicht so. Ich finde es ok wenn sie sich in mein Bett legt, denn wenn ich auch da liegen will, dann lege ich mich halt dazu und dann kuscheln wir auch mal zusammen. Tamara mag überhaupt keine anderen Tiere ausser Merlin, aber jetzt mag sie mich auch. Es gab auch schon hin und wieder mal andere Hunde hier im Appartement und die mochte sie alle nicht. Da hab ich ja Glück gehabt!!!
So das war es erstmal wieder von mir und meinen Kameraden, aber ich melde mich die Tage auf jeden Fall wieder mit mehr Neuigkeiten von mir.
Alles liebe Eure Candy

powered by Spikinet Lda. 2006/2008 - Impressum - aktualisiert: 05.10.2008
