


Hallo, ich bin der Pudel Caniche, und ich kam am 09.03.2003 auf die Quinta. Damals war ich heimatlos und sehr schwer verletzt. In meiner Verzweiflung habe ich in einer Hochhausgegend vor Schmerzen und Einsamkeit gebellt und gebellt, vor allem auch nachts, aber es war wohl keine so gute Idee. Ich dachte, es würde mir jemand helfen, stattdessen waren die Anwohner so genervt, dass sie mich doch tatsächlich töten wollten. Ein Mann kam mit seinem Jagdgewehr und war kurz davor mich zu erschießen. Hinzu kam, dass ich mit meiner schlimm entzündeten Wunde sehr unappetitlich aussah und einen üblen Geruch verbreitete. Zum Glück wohnte in einem dieser Häuser eine Frau, die Sarah kannte. Sie hat sie angerufen und ihr von mir erzählt. Sarah hat sich gleich noch am selben Abend auf den Weg gemacht, um mich zu sich zu holen. Es war an einem Sonntag, das weiß ich noch. Ich sah wirklich schlimm aus, denn ich war völlig verdreckt, und mein Fell war verfilzt. Selbst Sarah hatte Schwierigkeiten damit, mich anzufassen, und das soll schon was heißen. Sie hat mich erstmal zum Tierarzt gebracht, damit der meine Wunde begutachten und versorgen konnte. Wegen der starken Entzündung musste ich zunächst lange Zeit mit Antibiotika behandelt werden, doch es wurde und wurde nicht besser. Also blieb nur noch die Operation.
Aber der Reihe nach: ich erzähle erst noch ein bisschen von meiner Ankunft auf der Quinta. Ich habe ein ausgiebiges Bad bekommen. Ganze 3 Mal musste ich gebadet werden, so schmutzig war ich. Nach dem Trocknen kam meine wahre Schönheit zum Vorschein. Ich sah richtig toll aus!!! Aus dem verdreckten und verfilzten Hund war ein knuffiges Wollknäuel geworden.
Irgendwann kam dann der unvermeidliche Tag meiner ersten Operation. Danach ging es mir so schlecht, dass ich fast daran gestorben wäre. Ich bekam sehr hohes Fieber und musste letztendlich zwei Tage später noch einmal notoperiert werden. In meiner Wunde hat man dabei dann ein Stück von einer meiner Rippen gefunden, d. h. ich hatte eine Rippe gebrochen, und ein Splitter der Rippe steckte in meiner Haut und hat diese Entzündung verursacht. Wie ich zu dieser Verletzung kam, weiß ich nicht mehr, vermutlich wurde ich so hart getreten, dass es mir meine Rippe brach. Die Heilung hat sehr, sehr lange gedauert, und es war auch lange zweifelhaft, ob ich das überhaupt überleben würde. Heute merkt man nichts mehr davon, nur die großen Narben erinnern noch daran, die man auf dem untersten Foto übrigens gut sehen kann. .
Mittlerweile bin ich ca. 8 Jahre alt und gehöre schon eher zum „alten Eisen“. Mit dem Alter kommen auch die mehr oder weniger schlimmen Wehwechen. Zu den Schlimmen gehört eindeutig meine Arthrose, die vor allem bei feuchtem und kaltem Wetter auftritt. Es ist manchmal so schlimm, dass ich mich vor Gelenkschmerzen kaum bewegen kann. Ich bekomme aber spezielle Medikamente, die mir helfen, damit einigermaßen schmerzfrei zu leben. Hinzu kommt, dass meine Sehkraft merklich nachlässt, leider kann ich nicht mehr allzu viel sehen.
Trotz dieser altersbedingten Probleme bin ich ein sehr verspielter Hund, man mag es kaum glauben. Den ganzen Tag trage ich mein Lieblingsspielzeug herum und fordere meine zweibeinigen Freunde dazu auf, das Spielzeug zu werfen, damit ich es wiederholen kann. Das Problem ist nur, dass ich es wegen meiner Sehprobleme nach dem Werfen nicht mehr finde. Mein Spielzeug ist deshalb schon in leuchtenden Neonfarben, damit es besser auffällt, dennoch sehe ich es nicht mehr, sobald es mehr als einen oder zwei Meter von mir entfernt liegt. Trotzdem finde ich das Spielen ganz toll. Vor allem liebe ich auch kleine Katzen.
Wie man auf dem Foto sehen kann, liebe ich das Autofahren, ich war mit Frauchen sogar schon in Frankreich und in Spanien bei ganz feinen Leuten in einem Restaurant und keiner hat mich rausgeschmissen, das war dann schon ein Erlebnis der besonderen Art.
An meinem Frauchen Sarah hänge ich ganz besonders. Wenn sie kommt, dann bin ich völlig aus dem Häuschen. Ich springe herum wie ein junger Hund und belle vor Freude, so dass schon Sorge besteht, dass mein schwaches Herz aussetzen könnte.
Zum Glück sind Sarah und Miguel auch Hundefriseure, also werde ich regelmäßig frisiert, so, wie es sich für einen ”anständigen” Pudel gehört.
Nun hat es auch bei mir geklappt. Ich habe in Aysim Yesilbag eine großzügige Patin gefunden, die mich unterstützt und durch deren Hilfe all meine Medikamente bezahlt werden können. Ich freue mich sehr und bedanke mich ganz herzlich für diese schnelle und unkomplizierte Hilfe. Vielleicht besucht sie mich ja mal.......ich würde mich echt freuen!!!


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