Die Eselin Lara Raminha
Wir wurden im Februar auf einen Esel aufmerksam gemacht, der schon seit ca. einer Woche verletzt und verwundet auf einem brachliegenden Gelände lag. Niemand beachtete das arme Tier, obwohl dort reger Fußgängerverkehr herrschte. Er gehörte Zigeunern, die dort für einige Zeit ihr Lager errichtet hatten und ohne ihn weiter gezogen sind. Sie haben ihn einfach zurückgelassen wie ein Stück Dreck. Wahrscheinlich konnten sie wegen seiner Hüftverletzung nichts mehr mit ihm anfangen, und wenn ein Tier nicht mehr seine Dienste tun kann, dann wird es unbrauchbar.
Als wir den Esel zum ersten Mal sahen, gefror uns das Blut in den Adern. Er sah schlimm aus, denn er hatte unzählige Wunden am ganzen Körper. Sie sahen aus wie Brandwunden, die wahrscheinlich dadurch entstanden sind, dass er sich nur liegend und somit robbend vorwärts bewegen konnte. Sie lag zu diesem Zeitpunkt bereits seit einer Woche auf Scherben und Müll an einem Platz wo täglich sehr viele Leute vorbeilaufen. Nach einer Woche hatte sich dann jemand zum nahe liegenden Tierarzt bewegt um Bescheid zu sagen. Dort wollte sich aber auch keiner um die Arme kümmern, also wurde der Amtstierarzt gerufen der dann mit der Polizei zusammen die Eselin besichtigte, jedoch ohne weitere Konsequenzen. Auch er ließ sie einfach liegen und wollte nichts weiter unternehmen. .




Wir haben also versucht, Lara auf die Beine zu bekommen, aber sie hatte offenbar schreckliche Schmerzen. Also haben wir sofort bei der Eselauffangstation angerufen, die ganz in der Nähe ist, und von denen war auch gleich jemand zur Stelle. Mit Schmerzmitteln ist es uns nach langer Zeit gelungen, dass sie aufstehen konnte, das erste Mal seit über einer Woche stand nun die arme Lara auf 3 Beinen. Dann kam das nächste Problem, denn obwohl das arme Kerlchen schlecht behandelt war und einfach zurückgelassen worden war, musste man den Besitzer ausfindig machen ansonsten wäre es Diebstahl gewesen. Also mussten wir wieder den Amtstierarzt anrufen und die Polizei damit sie uns helfen. Die wiederum wollten erst am Tag danach kommen. Es blieb uns also erstmal nichts anderes übrig, als ihn dort zu lassen, natürlich nicht ohne Futter und Wasser und warmen Decken.
Sie kamen dann endlich am nächsten Tag, wenn auch mit 2 Stunden Verspätung und sagten uns, dass sie jetzt nach dem Besitzer suchen wollten. Das dauerte dann 1 Stunde. Sie kamen zurück und meinten der Besitzer hätte zugestimmt da er das Tier nicht mehr verkaufen könne........ Also durften wir 24 Stunden später(nach der gesetzlichen Frist) die arme Lara endlich einladen.
Dann aber kam das nächste Problem: sie konnte den langen Weg bis zum Anhänger nicht zurücklegen. Leider war es auch nicht möglich, mit dem Anhänger dorthin zu gelangen. Also wurde dann mit Hilfe der Polizei eine vielbefahrene Hauptstraße gesperrt, damit das Auto mit dem Anhänger so weit wie möglich zu Lara gelangen konnte. So ist es gelungen, sie zu der Eselauffangstation zu bringen, wo sie auch gleich tierärztlich versorgt wurde. Allerdings waren die Verletzungen an der Hüfte so schwer, dass selbst starke Schmerzmittel nicht geholfen haben. Nach wenigen Tagen musste Lara leider eingeschläfert werden. Wenigstens ist sie nicht einsam und unbeachtet an einem Wegesrand – wohlbemerkt vor den Augen der Passanten – elendig gestorben… Ein trauriges Ende war es zwar, aber wir können auf jeden fall sagen, dass Lara mit etwas Liebe und Fürsorge ihr letzten Tage verbracht hat. Hätten wir uns nicht um sie gekümmert, wäre sie verhungert und ausgetrocknet und auf grausame Weise umgekommen. Lara hat ihren Namen weil er einfach zu ihr passte und Raminha als Nachname weil die Gegend in der sie lag Raminha heißt

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