„Rudelhaltung vs. Zwingerhaltung im Tierschutz“
oder anders gefragt
“Ist Zwingerhaltung mit ernsthaftem Tierschutz im Süden vereinbar???
Wahrscheinlich schreit jetzt schon der ein oder andere bei dem Begriff „Rudel“ auf, weil das ja eigentlich ein klar definierter Begriff zu sein scheint. Allerdings haben mich Berichte von Amerikanischen und Kanadischen Forschern da auch schon wieder in meiner Definition bestätigt, dass auch mehrere Familienverbände ein Rudel bilden können. Es soll uns aber an dieser Stelle auch egal sein. Intern nennen wir unseren „wilden Haufen“ auch den Clan und ich denke, dass es das am besten trifft. Dieser Clan besteht aus mehreren festen Familienverbänden von jeweils 4 bis 8 Geschwistern, die teilweise noch mit den Müttern hier leben. Dazu gehören noch 3 ältere Geschwisterpaare zu je 2 Hunden und eine ganze Reihe Hunde, die nicht miteinander verwandt sind. Sie alle zusammen bilden den Clan der Quinta Eanna.
Wie kam es nun zu dieser Konstellation und warum haben wir es so und nicht anders gemacht?
Als wir vor 10 Jahren anfingen, vom Tode bedrohte Welpen und auch erwachsene Hunde aufzunehmen, war das für uns eine Selbstverständlichkeit und es stand kein Konzept dahinter, hier jetzt ein Tierschutzprojekt aus der Taufe heben zu wollen. Helfen war das was wir angesichts des Elends wollten und dieses Elend war gewaltig. Wir hatten die Quinta, 10ha Wald- und Buschlandschaft und ganz viel Liebe zu allem was mit der Natur zu tun hat. Ohne darüber nachzudenken, war für uns klar, dass alle Tiere, die wir aufnehmen, hier ein freies Leben führen sollten, ohne Zwinger, ohne Leinen und ohne Zäune. Das mit den Zäunen konnten wir nicht durchhalten, weil uns die Nachbarn da vor 4 Jahren einen Strich durch die Rechnung gemacht haben und das Projekt amtlicherseits zu scheitern drohte, wenn wir nicht einzäunen würden. Bei der wirklich großen Fläche hier ist das zwar eine Einschränkung, aber nicht wirklich ein Problem.
Zwinger waren nie eine Option für uns und ich war damals noch so naiv zu glauben, dass andere Tierschützer es genauso handhaben würden. Sarah kannte als Tierarzthelferin allerdings die Realität besser und ich kann bis heute nicht nachvollziehen, wie man Tierschutz betreiben kann, eine Auffangstation hat und dann die Tiere in Zwinger packt, separiert etc. Warum die freie Hundehaltung so wichtig ist, wussten wir vor 10 Jahren eigentlich nur aus dem Gefühl heraus, denn alles Andere war und ist für uns undenkbar. Die Erfahrung der Jahre hat uns aber auch gezeigt, wie Recht wir mit unserem Gefühl hatten. Zäune oder sonstige Abgrenzungen erzeugen bei Hunden automatisch Aggressionen gegen alles was jenseits der Abgrenzung lebt. Nachdem wir einen Zaun ziehen mussten, konnten wir beobachten, dass für unsere Hunde die Nachbarshunde – mit denen sie immer gespielt hatten – plötzlich zum Feind wurden, wenn sie an den Zaun kamen. Was Menschen angeht, ist das nicht anders. Ohne Zaun wurden alle Besucher immer freundlichst begrüßt, mit Zaun, wird erst mal gebellt und gewarnt. Nun war/ist der Zaun für uns nicht wirklich ein Problem, aber schade war es doch, denn früher streifte der Clan oft stundenlang durch die ausgedehnten Wälder, was hier noch erlaubt ist und war so frei wie ein Wolfsrudel in Kanada. Heute müssen wir das ein wenig durch ein Programm ausgleichen, das dem Clan in seinem Tagesablauf auch eine gewisse Abwechslung bietet. Sicherlich ist die Situation wie wir sie heute hier haben aber auch realitätsnäher für den Tierschutz, als das zaunfreie Leben auf vielen Quadratkilometern. Sowas geht fast nirgends mehr in Europa und somit war es auch für uns wichtig und interessant ein freies „Rudelleben“ innerhalb einer großflächigen Umzäunung umzusetzen und die wesentlichen Ziele dennoch zu erreichen:
ein hohes Maß an Sozialisierung
Die Sozialisierung ausnahmslos aller Hunde die je zu uns kamen und kommen werden, steht bei uns ganz oben auf der Liste der Ziele. Wir sind auch baulich gar nicht darauf eingerichtet, Problemhunde lange Zeit zu isolieren und wozu auch. Wenn man einen Hund in den Zwinger sperrt, ist das kein Tierschutz in unseren Augen und das Argument: „besser als eingeschläfert“ zählt für uns auch nicht. Ein gutes Beispiel für diese Integrationsarbeit ist die Geschichte von Tristan-Rex, die man auf dieser WebSite nachlesen kann.
Der Clan war von Anfang an gastfreundlich, da wir die Hunde naturgemäß an ein Kommen und Gehen von Hunden gewöhnen mussten. Wir kennen hier keine Aufnahmezwinger oder so was, wenn ein Hund kommt, dann ist er da und lernt die Anderen kennen. Ist ein Hund krank so haben wir natürlich die Krankenstation und die ist abgetrennt. Hier kann man dann auch mal einen Hund zur Eingewöhnung unterbringen, wie wir es auch mit Tristan gemacht haben. Dazu muss man wissen, dass die Krankenstation ein freistehendes Haus ist, nur für Tiere und einen ansehnlichen Garten hat, der allerdings mehr an eine Wüste erinnert, da alle Hunde offenbar gerne Blümchen „pflücken“…… Selbst hier ist ein Hund also nicht wirklich eingesperrt. Der ältere Teil des Clans hat die Aufgabe der Gastfreundschaft immer sehr gut gemeistert und es hat auch den traumatisierten Hunden hier sehr geholfen, wieder zu sich zu finden und Ängste abzubauen. Selbst Feriengäste konnten mit ihren Hunden kommen und diese einfach dem Clan übergeben, ohne dass es Probleme gab.
Vor 1,5 Jahren dann änderte sich die Struktur des Clans dramatisch, als wir innerhalb von 8 Wochen 2 hoch schwangere Mütter aufnahmen und 2 mal 4 kranke Babys aus der Mülltonne. Mit einem Schlag hatten wir 23 Welpen, die mehr oder weniger gleich alt waren und zusammen aufgewachsen sind. Dieses neue Rudel bestehend aus 4 Familienverbänden war völlig homogen und baute sich logischerweise eine ganz eigene Struktur auf. Wir nennen sie auch heute noch „die wilden Chaoten“ bzw Welpenrudel. Diese Hunde sind wirklich absolut wild und kennen nur die Freiheit und ihre eigene Rudelhierarchie. Sie haben im vergangenen Jahr dann auch unseren gesamten privaten Garten ruiniert, alles zerfetzt, zerkaut und ausgerissen, was da wuchs, sodass wir aus unseren Privaträumen auf eine Wüste schauen. Den Gästebereich hatten wir klugerweise schon vorher abgetrennt, sodass da alles ohne Schäden blieb. Spannend war dann zu sehen, wie das alte Rudel auf diese jungen Wilden reagieren würde und umgekehrt. Gastfreundlich wie immer haben die Alten auch die Jungen aufgenommen, waren aber öfters mal sichtlich genervt von so viel Gewusel. Dabei lernten die Kleinen auch gleich ein paar Grenzen kennen, wobei man sagen muss dass die beiden Mütter Nicki und Bica einen hervorragenden Job gemacht haben und bis heute immer noch machen. Auch nach 1,5 Jahren haben die Mütter die Hosen an und werden von den Kindern geliebt. Die 8 Elterlosen wurden einfach adoptiert, das war kein Problem. Geschlafen wird allerdings dann wieder im Familienverbund, eng aneinandergekuschelt.
Der gesamte Clan geht heute gemeinsam auf Tour in unserem Tal, tobt zusammen, spielt zusammen und macht auch die Rangfolgen aus. Die Älteren allerdings halten sich da raus, denn sie stehen über den Rangeleien der Jungen.
Gemeinsam geht der gesamte Clan aber auf die Jagd und fast täglich üben sie ihre Jagdtaktiken und ihre Kommunikation, was zu einen unglaublichen Zusammenhalt zwischen allen Hunden führt. Natürlich gibt es bei uns nichts zu jagen und wir würden auch gar nicht wollen, dass da so ein armer Hase, ein Wildschwein o.ä. gehetzt wird. Da die Jäger aber in Portugal sowieso alles leergeschossen haben, besteht da keine Gefahr. Der Zaun hält ja auch Wild aus dem Grundstück fern. Den Clan stört das aber nicht, denn sie üben ihre Jagdtaktik anders. Wir nennen es das „Hasenspiel“. Dabei wird ein Hund vom Clan zum Hasen erklärt, der läuft dann weg und wird mit ganz ausgefeilter Technik gejagt und am Ende gestellt. Es ist tatsächlich ein Spiel, denn es passiert ja nichts. Der gestellte Hase wird angebellt und zeigt mit seiner Körpersprache an, dass er keine Angst hat. Bald wird es dann langweilig und alle kommen zu uns zum Trinken und Schmusen. Wir haben Hunde, die ausgesprochen gerne den Hasen geben und die Anderen regelrecht dazu auffordern, sie zu jagen, es gibt aber auch Hunde, die das nicht so gerne machen, das sind meist die Schwächeren und Ängstlicheren. Jeder kommt mal dran auch die älteren Hunde aus dem alten Rudel spielen gerne mal den Hasen. Das absolut Interessante an diesem Spiel ist, dass Hunde die in der Hierarchie unten stehen, eher ängstlich und zurückhaltend sind, als Hase plötzlich Selbstvertrauen gewinnen. Man müsste denken, dass solch eine Situation einen Hund noch mehr einschüchtert, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Zu erkennen, dass man sich körpersprachlich wehren kann und das von den anderen akzeptiert wird, verleiht selbst kleinen, ängstlichen Hunden ein enormes Selbstvertrauen und festigt für sie eine geachtete Position innerhalb der Hierarchie. Zurzeit haben wir ja noch 6 kleine Welpen, die gerade ein halbes Jahr alt sind und noch ihr eigenes Ding machen. Selbst diese 6 spielen schon das Hasenspiel unter sich (denn sie sind noch nicht in den großen Clan integriert) und festigen so ihre Struktur und ihr Selbstbewusstsein.
Wir waren selbst von diesen Beobachtungen fasziniert und sehen hierin auch den Schlüssel dafür, dass wir keine Aggressionsprobleme gegenüber Menschen haben. So wild der Clan auch ist, so freundlich ist er. Besucher werden freudig begrüßt, angesprungen abgeschleckt und geliebt. Der Clan ist mit sich selbst im Reinen und das spürt man auch, wenn man sie das erste Mal trifft. Wer uns besucht muss allerdings schon abgehärtet sein, denn die überschwängliche Freundlichkeit so vieler, frei lebender Hunde muss man auch erst mal abkönnen. Der Clan lebt ja mit uns und um uns herum. Sie begleiten uns bei unseren Arbeiten, sie klauen uns das Werkzeug, die Handschuhe, den Eimer, die Schaufel usw. Mit einem Wort, sie sind absolut an Menschen gewöhnt, ja sogar fixiert und sie hören ohne dass wir sie erzogen hätten. Sie akzeptieren uns als absolute Rudelführer und niemals würde ein Hund uns gegenüber aggressiv werden, egal was wir tun. Andererseits haben wir uns auch nie durchsetzen müssen. Es ist einfach so wie es ist und schon immer gewesen ist. Die Neuen lernen das wohl von den Älteren.
Wir überlassen die Hunde ja auch nicht einfach nur sich selbst, sondern arbeiten aktiv mit ihnen den ganzen Tag über, neben unseren sonstigen Tätigkeiten. Dazu gehört es auch, dass die Hunde einen festen, strukturierten Tagesablauf mit entsprechender Abwechslung haben. Es beginnt mit dem Aufstehen, das bedeutet, dass alle Hunde aus ihren Schlafplätzen geholt werden. Das alte Rudel und das Welpenrudel spielen und toben dann erst einmal in einem bestimmten Bereich, der vor unseren Privaträumen liegt und sehr groß ist. Ältere Hunde, Hunde die lieber ihre Ruhe haben und die ganz kleinen Welpen haben einen anderen Bereich in dem sie viele Rückzugsmöglichkeiten und viel Ruhe haben. Neuzugänge können auch erst einmal hier leben. Am Spätnachmittag dann wollen die Pferde und Ziegen in ihre Ställe und stehen bereits am Tor zu unserem Tal. Die Hunde melden das dann aber auch schon und sie sind immer pünktlich. Nachdem Ziegen und Pferde in den Ställen sind und ihr Futter haben, gehen wir mit allen Hunden ins Tal zum Toben, Rennen und Spielen. Wer nicht will, muss nicht mit. Meistens sind es die ganz alten Hunde, die tageweise keine Lust auf große Spaziergänge haben. Nachdem die Hunde mehrere Kilometer gerannt sind und getobt haben, geht es zum Abendessen. Jeder Hund hat einen festen Platz, wo sein Napf steht und jeder wartet artig bis er ihn bekommt. Streit ums Futter gibt es nie. Anschließend geht das Welpenrudel in seinen Schlafbereich und das alte Rudel in einen Bereich, wo die Alten und ggf. die Neuzugänge schon auf sie warten. Dann wird zum Sonnenuntergang noch ein wenig gebellt oder ein typisches Wolfsgeheul angestimmt. Gegen 23:00H wollen dann alle ins Bett gebracht werden. Egal, ob wir vielleicht gerade mal etwas entspannen wollen, ein wenig Fernsehen oder was zu arbeiten haben, unsere Chaoten wissen wie spät es ist und fangen ein fürchterliches Bellen und Jaulen an, bis wir kommen. Alle freuen sich dann und gehen sofort in ihre Schlafkammer. Dort spielen wir noch ein wenig mit ihnen und dann wird das Licht ausgemacht und es wird geschlafen. Wer nicht in der Schlafkammer schlafen will – vor allem die alten Hunde und die Neuzugänge, sucht sich eine der zahlreichen, gemauerten Hütten aus und schläft da. Sasha begleitet uns dann noch zur Krankenstation und dort werden die Kranken nochmal versorgt und eben auch ins Bett gebracht.
Dass wir diesen Ablauf einhalten, ist extrem wichtig und gibt dem Clan auch eine Orientierung und Sicherheit im Zusammenleben mit uns. Die Hunde verfügen über ein extrem gutes Zeitgefühl und kapieren innerhalb kürzester Zeit, was wie abläuft. Leider kennen die Hunde kein Wochenende und das bedeutet, dass wir 7 Tage/Woche und 12 Monate/Jahr auch immer genau diesen Ablauf so durchhalten müssen. Dementsprechend ist es nicht möglich, abends mal wegzugehen, ins Kino zu gehen oder mal ein Bier trinken zu gehen, keine Chance, denn wir müssen mindestens bis Mitternacht hier alles regeln und danach ist es eh zu spät.
Kommt nun ein traumatisierter Hund in diese Struktur, so hat er alle Chancen, sein Trauma langsam wieder zu verlieren, zu sich selbst zu finden und ein normales Leben in psychischer Gesundheit zu führen. Entscheidend ist dabei, dass wir an einen solchen Hund keinerlei Erwartungshaltung knüpfen. Er kann sein Tempo selbst bestimmen und sich so schnell oder langsam integrieren, wie er es möchte. Wir achten allerdings schon sehr darauf, dass ein scheuer Neuling nicht gleich zum Hasen erklärt wird. Wir begleiten die Integration ganz dezent und richten für den Neuling auch Rückzugsräume ein. Insgesamt gibt es 3 große Bereiche, die wir mit Toren abtrennen können. Je nach den Bedürfnissen und dem Charakter des Neuzugangs können wir ihn erst einmal mit wenigen Hunden (meist den Älteren) zusammen bringen und ihn dann langsam auch dem o.a. Welpenrudel vorstellen, je nach seinen Fortschritten und Wünschen. Es gibt Hunde, die kommen her und sind da, so wie der süße Sasha oder auch Angelina, andere Hunde aber brauchen Zeit, um Vertrauen aufbauen zu können und auch das ist bei uns möglich. Wir haben sozusagen Paten, die sich eines Neuzuganges auch annehmen können, weil sie extrem fürsorglich und sozial sind, wie z.B. unser Max oder Sophia. So oder so werden neue Hunde jedenfalls niemals isoliert oder eingesperrt, sondern immer in irgendeiner Form langsam oder schnell integriert. Das ist für uns die Essenz des Tierschutzes wie wir ihn sehen, wobei wahrscheinlich der Begriff „Tierschutz“ hier etwas zu pauschal ist. Was ich meine ist eben Tierschutz im Rahmen einer Art Auffangstation oder wie man das nennen will, was wir hier machen.
Das Resultat dieses hier eigentlich nur kurz angerissenen Konzeptes sind Hunde, die psychisch gesund sind und trotzdem Individuen mit ganz eigenem Charakter. Psychische Gesundheit zieht körperliche Gesundheit nach sich. Wir sind uns sicher, dass die extrem geringe Zahl an Erkrankungen bei uns und die Heilung schwerst kranker Neuaufnahmen auch wesentlich auf unser Haltungskonzept zurückzuführen ist. Wir hatten in 10 Jahren genau 1 Fall von Zeckenfieber und 1 Fall von Leishmaniose, bei Hunden, die zum Stammclan gehören. Beide Krankheiten sind hier sehr verbreitet und gerade die Leishmaniose kommt ja oft durch die Neuaufnahmen zu uns. Sticht die Mücke den kranken Hund und dann daneben gleich einen gesunden Hund, ist es passiert, trotz Scalibor. Unsere Hunde sind aber so gesund und haben so starke Abwehrkräfte, dass eben doch nichts passiert. Kranke Neuaufnahmen konnten wir bisher in fast allen Fällen heilen und dabei kämpften wir nicht nur gegen Leishmaniose und Barbeose, sondern auch gegen Staupe und Parvovirose. Machtlos sind wir leider manchmal bei Mülltonnenbabys, die im Alter von wenigen Tagen zu uns kommen, schon krank sind und es dann nicht schaffen, da kann das Konzept eben noch nicht greifen und die Medizin kann nicht immer helfen.
All das was wir hier mit unseren Hunden erleben, die Lebensfreude, die uns jeden Tag anspringt, die lustigen Geschichten, die passieren und all das Witzige wäre bei klassischer Zwingerhaltung nicht möglich. Unserer Ansicht nach, macht aber artgerechter Tierschutz nur so einen Sinn, wenn Tiere eben in Würde und Freiheit leben können. Dementsprechend vermitteln wir auch nur relativ wenige Hunde, denn kaum ein auch noch so tierlieber Mensch in Deutschland kann diesen Hunden das bieten, was sie hier haben. Ok, es gibt durchaus auch Hunde, die lieber ein Sofa als ein Rudelleben haben, das ist manchmal auch eine Frage des Wesens und der Charakters. Wir haben so was schon öfters erlebt und auch wenn diese Hunde bei uns gut zurecht kamen, haben wir sie gerne an passende neue Besitzer vermittelt. Die Mehrzahl unserer Hunde wollen aber kein anderes Leben und wir sehen auch keinen Grund sie zu vermitteln, wenn sie hier einfach glücklicher sind. Finanziell ist das natürlich eine mittlere Katastrophe für uns, denn das alles zu finanzieren ist ein wirklicher Kraftakt, den man dauerhaft kaum leisten kann und der bereits wirklich all unsere Ersparnisse aufgezehrt hat. Daher bauen wir für die Finanzierung unseres Projektes sehr stark auf Paten. Wer Pate eines Hundes wird, schafft ein Stück Freiheit für einen Hund, der normalerweise schon gar nicht mehr leben würde, denn alle unser zurzeit rund 60 Hunde wären normalerweise tot. Paten ermöglichen uns, das Projekt genauso weiter zu betreiben und nicht nur Leben zu retten, sondern den Geretteten ein optimales Leben zu bieten. Als Pate kann man sein „Patenkind“ natürlich auch besuchen, hier Urlaub machen, mit ihm spielen und selbst sehen, wie gut es ihm hier geht.
Wir lieben unser Projekt, wir lieben unsere Arbeit und natürlich unsere Chaoten, wir könnten uns ein anderes Leben mit einem klassischen Zwingerkonzept nicht vorstellen, ich denke, dass der geneigte Leser dies auch nachvollziehen kann.

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