17.02.08

Sarah hat am Samstag auf dem Heimweg vom Tierarzt einen sechs bis acht Wochen alten  Welpen aufgenommen, den Engländer auf einem Feld gefunden haben. Das Feld war fernab von Häusern und wir vermuten, dass der Welpe angefahren und liegen gelassen worden ist. Die Engländer übergaben Sarah das Welpenmädchen und auch eine Spende von 50 Euro. Sie konnten den Wurm, eine kleine braune Hündin – Mischung aus Rhodesien Ridgeback und Neufundländer oder Schäferhund, nicht behalten. Das Welpchen hatte ein taubes linkes Hinterbein und Sarah fuhr sofort zum Tierarzt, um die kleine Maus untersuchen zu lassen. 

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Sarah musste sie dann dort lassen und taufte sie Jennifer. Jennifer wurde geröntgt und es wurden zwei glatte Brüche diagnostiziert. Zum einen hat sie einen Oberschenkelhalsbruch und zum anderen einen Bruch direkt unter dem Kniegelenk. Heute am Sonntag, den 17.02.08 wird Jennifer wahrscheinlich operiert und die Tierärztin wird während der OP entscheiden welche von zwei möglichen OP Versionen die sinnvollste ist. Wir drücken Jennifer die Daumen und hoffen, dass sie tapfer alles übersteht und werden mit den neusten Infos weiterhin berichten.

25.02.08

Jennifer war bereits auf der Quinta angekommen und begann sich einzuleben, doch dann kam es uns sehr komisch vor, wie schief und ungewöhnlich sie humpelte. Außerdem hatte sich ihre Narbe entzündet und begann zu eitern. Sarah suchte daher nochmals unsere Tierärztin Heike Rauteberg auf, um sie erneut untersuchen zu lassen. Letztlich ergab eine weitere Röntgenaufnahme, dass auch das andere Beinchen gebrochen ist und die arme Maus nochmals operiert werden muss. Sie wird auch dort eine Titanplatte eingesetzt bekommen und wir hoffen, dass der Leidensweg dieses süßen Hundebabys dann auch ein glückliches Ende findet. Mental ist Jennifer jedenfalls obenauf und das ist wichtig. Sie wirkt trotz des Leides sehr unbekümmert und erinnert in ihrem Charakter ein wenig an unseren dreibeinigen Sasha. Sie kommt an, ist da und hat vor nix Angst. Allerdings fordert sie sehr viel Zuwendung ein, man merkt ihr also schon an, dass sie früh die Mama verloren hat und einfach Wärme und Liebe braucht. Sobald sie aus der Klinik entlassen ist, wird sie genau das hier auch bekommen. Am Freitag hat Johannes sie auch besucht und sie hat sich riesig gefreut.

23.03.08

Jennifer’s Beinchen wurde nun erfolgreich operiert, steht gerade und auch die Fäden sind mittlerweile schon wieder gezogen. In den ersten Tagen nach der OP musste sie natürlich noch in der Klinik bleiben, um die Wundversorgung optimal zu gewährleisten und um zu verhindern, dass abermals wieder Probleme auftauchen.

Zurück auf der Quinta lebte Jennifer dann in den ersten 14 Tagen separat von allen Hunden, weil sie Ihr Beinchen nur sehr wenig belasten durfte und nur so viel laufen sollte, wie es für sie angenehm war. Wildes Toben mit den anderen Welpen war da natürlich nicht möglich. Es fiel uns selbst sehr schwer, das durchzuhalten, denn so eine kleine Maus zu isolieren tut den Menschen wahrscheinlich mehr weh, als dem Hund. Sie war aber enorm tapfer, hat nicht herumgemeckert oder gequietscht, sondern ganz brav auf unserer Terrasse neben den Ziegenställen gewohnt.

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Wir fingen dann an, ihr täglich mehr und mehr Auslauf zur Verfügung zu stellen, indem wir die Zeiteinheiten nach und nach verlängerten. Sie machte, als sie sicher lief  und wir den Eindruck hatten, dass sie keine Schmerzen mehr hat, die Bekanntschaft  zuerst mit Raika und danach mit Mona, mit denen sie dann auch sofort tobte. Auch hier achteten wir sorgsam darauf, dass die wilde Hummel es nicht mit dem Spielen und Toben übertrieb.

Die Zeiten in denen Jennifer mit Mona und Raika spielen durfte, verlängerten wir dann auch täglich und seit ein paar Tagen ist sie nun schon Mitglied in der Welpchengang. Mit Nando, Marla, Kira, Brandy und Marley spielt sie nun schon stundenweise im Innenhof der Krankenstation und weiß sich dort auch durchzusetzen. Jennifer hat Ihre Operationen psychisch sehr gut weggesteckt und man könnte meinen, sie wäre nie operiert worden, wenn man sie laufen sieht. Jennifer ist ein ganz tapferes Welpchen mit großem Durchsetzungsvermögen und durch nichts zu beeindrucken. Sie schläft nach wie vor alleine und auch das macht ihr gar nichts aus. Sie ist mutig, aber auch geduldig und absolut unkompliziert, selbst in ungewohnten Situationen. Ein wirklich toller Hund und absolut knuffig!!!

13.04.08

Jennifer hat nun eine chinesische Patenfamilie. Es sind Hee Jin Park mit Awie und Kang, die uns in Portugal vor Kurzem Urlaub gemacht hatten. Ihnen war eine weiße Hündin in Lagos aufgefallen, die schwanger wirkte, und sie hat ihnen so leid getan, dass Familie Park uns um Hilfe bat. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass keine Schwangerschaft vorlag(siehe Tagebuch KW 14). Jedenfalls kam ein intensiver Kontakt mit uns zustande und auch ein Telefonat, woraus sich dann eben die Bereitschaft von Familie Park entwickelte, uns zu unterstützen. Letztlich kam dann eine Mail, in der sie sich bereit erklärten, die kleine Jennifer zu unterstützen.

Jennifer’s Futter und Versorgung ist nun bis zur Vermittlung gesichert. Das entlastet uns kostenmäßig sehr, denn die diversen Operationen haben uns schon sehr belastet und dank der Paten, ist jetzt die Grundversorgung gesichert.

 Wir hoffen sehr, dass sich mittelfristig für Jennifer liebe Leute finden werden und sich die Vermittlung von Jennifer einfacher gestaltet, als die von Marla. Jennifer ist seid gestern schon wieder stundenweise bei der Welpchengang und morgen werden wir ihre Fäden ziehen. Wir planen, dass sie Ende der Woche ganz zu der Welpchengang im Bereich der Krankenstation ziehen wird, damit sie nicht mehr alleine auf unserer Terrasse leben muß.

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09.06.08

Jennifer ist nun nicht mehr zu haben. Leider hatte die Patin auch die versprochenen Patenschaftsbeiträge nicht überwiesen, was wir schon schade und auch seltsam fanden aber dennoch...... Jenny ist sehr gut untergekommen und das ist das Wichtigste.

Wir haben endlos viele Interessenten für Jennifer gehabt und konnten uns somit aussuchen, wer in die engere Wahl kam und zu Jennifer am besten passte. Eine Familie aus Monheim wird nun Jennifer einen eigenen Garten, ein Haus und drei Kinder zum spielen bieten. Michael und Simone mit ihren Kindern Clara –Malin  (4 Jahre ) , Jonathan (3 Jahre ) und David (1 Jahr) besuchten Jennifer hier für 11 Tage und waren vom ersten Tag an begeistert von unserer unkomplizierten kleinen Maus, die auf Anhieb ihre Familie mochte.

Michael und Simone hatten in einigen deutschen Tierheimen keine Chance einen Hund zu bekommen, weil sie drei kleine Kinder ihr Eigen nennen. Wir versuchen Hunde auch immer bestmöglich zu vermitteln und konnten uns Jennifer von Anfang an in einer Familie mit Kindern gut vorstellen, zumal Jennifer der Typ Hund ist, dem einen Knuff und laute Geräusche nichts ausmachen. Jennifer hat es nun sehr gut getroffen, konnte ihre neuen Menschen hier kennen lernen, mit ihnen viel unternehmen und heute mit ihnen nach Deutschland fliegen. Diese Art von Vermittlung ist für alle die Bestmögliche und wir würden uns freuen, wenn alle unsere zu vermittelnden Hunde auf solch schonende Art und Weise in ihr neues Zuhause kommen. Die Kombination aus Urlaub und Kennenlernen des Hundes bringt Mensch und Tier sehr viel und gibt uns ein sicheres Gefühl, dass unsere Schützlinge in ein tolles Zuhause zu sehr lieben Menschen kommen.

Jennifer werden wir hier vermissen, sie war ein Sonnenschein und der Abschied fiel uns sehr schwer….

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