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Das ist Jerry, der großes Leid hinter sich hat. Am 16.08.06 kam der schon erwachsene Kater zu uns, nachdem selbst unsere Tierärztin sich keinen Rat mehr wußte. Sie rief uns relativ verzweifelt an, denn sie sah keine andere Chance mehr, als den armen Kerl einzuschläfern.

Nun ist einschläfern ja für uns ein “Unwort”, wobei man fairerweise sagen muss, dass unsere Tierärztin ohnehin nicht sehr schnell mit der Spritze bei der Hand ist. Andererseits ist ihre Klinik natürlich auch kein Tierheim und so ist es für sie schwierig Tiere wie Jerry irgendwie zu retten.

Jerry wurde schwer verletzt zu ihr gebracht. Der uns unbekannte Retter, der dann auch schnell wieder verschwunden war, hatte den Kater auf der Straße gefunden. Das Kerlchen war offenbar überfahren und liegen gelassen worden, klar dass er auch völlig traumatisiert war. Jerry´s Hauptproblem ist, dass er entweder durch den Unfall und/oder durch eine leidvolle Vorgeschichte - die wir nicht kennen - extrem aggressiv ist. Man kann sich ihm kaum nähern und anfassen ist unmöglich.

Jerry konnte nur untersucht werden, weil sein Retter es irgendwie geschafft hatte, ihn mittels Handtuch und dicken Handschuhen in eine Katzenbox zu packen. So konnte die Tierärztin wenigstens unter einer Anästhesie in Ruhe die Diagnose erstellen und die sieht gar nicht gut aus: das gesamte Becken ist zertrümmert und so kann er sich nur noch auf den Vorderläufen robbend bewegen. Eine derartige Verletzung kann man nicht operieren, denn das Becken muss von selbst wieder zusammenwachsen.

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Natürlich stellt sich hier die Frage, ob man dem Tier nicht unnötiges Leid zufügt, indem man es am Leben läßt. Wir haben allerdings mit derartigen Verletzungen bereits Erfahrungen sammeln können und die waren sehr positiv. Eine Genesung ist möglich, wenn das Tier absolute Ruhe hat, seinen Bewegungsrhytmus selbst bestimmen kann und von allen äußeren Einflüssen abgeschirmt ist, die es zu unnötigen Bewegungen zwingen würden. Dann kann eine Genesung gelingen und das Tier hat während der Genesungszeit von ca. 6 Wochen auch sehr wenig Schmerzen.

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Wir haben das in anderen Fällen bereits genauso praktiziert und diese Katzen erfreuen sich heute bester Gesundheit, sind mobil wie alle anderen Katzen und haben sich gut eingelebt.

Jerry hat jetzt einen eigenen Raum, der ruhig ist und von niemandem betreten wird außer von Caroli. Sie bringt ihm Futter und Wasser, was er nach 2 Tagen auch begonnen hat, anzunehmen. Mittlerweile frisst er ordentliche Portionen und akzeptiert auch Caroli´s Nähe. Johannes hat heute (20.08.06) nur sehr wenige Fotos von ihm gemacht, um jeden Stress zu vermeiden. Beim ersten Foto hat er noch etwas gefaucht, dann aber zeigte er Interesse an dem was da vor sich geht und hat es akzeptiert. Da Jerry noch sehr jung zu sein scheint, sind wir der Meinung, dass es Sinn macht, ihn diese 6 Wochen durchstehen zu lassen, denn danach hat er ein absolut freies und gefahrloses Leben bei uns vor sich. Jetzt braucht er einfach nur Ruhe und muss in der Genesungszeit Vertrauen fassen. Wenn erst einmal verstanden hat, dass ihm hier nichts mehr zustoßen kann und er absolut sicher ist, wird er sehr schnell auftauen. Er macht keinesfalls den Eindruck eines grundsätzlich wesensbedingt aggressiven Katers, aber er faucht natürlich aus Angst und kratzt sicherlich auch recht schmerzhaft, wenn man sich im zu schnell nähert. Die Zeit wird die seelischen und die körperlichen Wunden heilen.


11.09.06 - Jerry ist immer noch sehr zurückhaltend und scheu, wobei seine Genesung vorangeht. Gestern war es dann endlich soweit, er traute sich in Anwesenheit von Carola aus seiner Ecke, kam zu ihr und fraß nur wenige Zentimeter neben ihr sein Futter. Sie musste noch still sitzen bleiben, hat jedoch mit ihm gesprochen und ihn für seinen Mut gelobt. Seit einigen Tagen bereits hat er sie mit aufmerksamem Blick und aufgestellten Ohren begrüßt, wenn sie zu ihm kam, um Futter zu bringen, das Wasser zu wechseln und das Katzenklo zu säubern. Carola macht dies mehrere Male am Tag und am Abend sodass Jerry sich jetzt an sie gewöhnt hat und zutraulicher wird. Sicherlich wird er sich in einigen Tagen auch streicheln lassen und wir sind frohen Mutes, dass er irgendwann einmal ein ganz normaler Kater werden wird, der sein Leben in Freiheit auf der Quinta verbringt.

27.08.06 - Jerry hat seine Aggressionen abgelegt, läßt sich aber dennoch nicht anfassen. Er zeigt nur mit einem leichten Fauchen, dass er immer noch einen gewissen “Sicherheitsabstand” wünscht, was ja kein Problem ist. Dieser Abstand ist aber jetzt schon wesentlich geringer, als früher. Caroli erzählt ihm immer Geschichten, wenn sie ihn besucht, um Futter zu geben, das Wasser zu wechseln und die Katzentoilette zu reinigen. Er bleibt dann ruhig in seiner Ecke sitzen, hört sehr aufmerksam zu und richtet seine Ohren nach vorne. Seine Augen sind wach und lebendig, sodass wir ziemlich sicher sind, dass es nicht mehr lange dauert, bis er sich anfassen und streicheln läßt.

Sein Hunger ist riesig und auch sonst zeigt er keinerlei Symptome für irgendeine sonstige Krankheit. Also müssen wir jetzt einfach viel Geduld haben und warten, bis der Beckenbruch endgültig verheilt ist. Wahrscheinlich können wir in einigen Wochen von einem ganz zahmen und schmusigen Kater berichten. Es wäre nicht das erste Mal.......

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03.10.06 - Jerry ist zutraulicher geworden, jedenfalls für seine Verhältnisse. Man kann sich ihm nähern, ohne dass er sich zurückzieht und obwohl er Johannes nicht wirklich kennt (denn der war ja 4 Wochen in Deutschland), ließ er sich sehr gut fotografieren und hatte sogar vor dem Blitzlicht keine Angst.

Anfassen bzw. streicheln wollen wir ihn doch noch nicht, denn wir sind der Meinung, dass es besser ist, wenn er zu uns kommt und geschmust werden will. Sicherlich wird das aber noch dauern. Daher können wir auch noch nicht einschätzen, in wieweit er sich wieder problemlos bewegen kann oder auch nicht. Da er nicht springt und auch sehr langsam läuft, kann es durchaus sein, dass er noch nicht ganz wiederhergestellt ist. Wir beobachten ihn täglich ganz genau, was jetzt kein Problem mehr ist, da er sich auch in unserer Gegenwart bewegt und nicht , wie anfangs, nur in seiner Ecke sitzt und faucht.

Geduld und sehr viel Zeit mit ihm verbringen ist das einzig sinnvolle Rezept, auch wenn es uns schwer fällt, ihn nicht einfach mal auf den Arm zu nehmen und zu streicheln. Wenn man aber einmal die nebenstehenden Bilder mit den ersten Bildern von oben vergleicht, fällt schon auf, dass Jerry sich massiv verändert hat und ganz ganz langsam auch seine Angst verliert bzw. Vertrauen zu uns aufbaut.

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01.06.07

Jerry ein ganz toller, hübscher und auch geheimnisvoller Kater, dessen Blick unglaublich tiefgründig sein kann. Nun ist er schon fast 10 Monate bei uns und es geht ihm körperlich sehr gut. Seine Verletzungen sind geheilt und er ist gesund.

Leider schafft er es nicht, sich mit den anderen Katzen zu integrieren um auf diese Weise ein normales Leben in Freiheit zu führen. Er hat noch immer seinen eigenen Raum und selbst wenn er sich mal ins Freie traut, dann zieht er sich bei jedem unbekannten Geräusch oder Menschen sofort wieder zurück in sein sicheres Zuhause. Es ist durchaus möglich zu ihm Vertrauen aufzubauen, aber es braucht enorm viel Zeit und sehr viel Geduld. Zu Carola hat er dieses Vertrauen mittlerweile und sie kann sich ihm problemlos nähern, allen Anderen begegnet er mit großer Zurückhaltung und gelegentlichem Fauchen, wenn man ihm zu nahe kommt.

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Wir finden, dass wir Jerry kein adäquates Leben bieten können, da er in Freiheit nicht zurecht kommt. Er braucht eine oder zwei Bezugspersonen und eine Wohnung in der er leben kann. Wenn er in dieser Wohnung seine Rückzugsmöglichkeiten hat und sich ganz ganz langsam eingewöhnen kann, so wird man mit ihm einen ganz tollen Kater bekommen, der auch irgendwann zu einem normalen Leben in der Wohnung finden wird. Sein Trauma kann er wohl endgültig nur überwinden, wenn er eine Person oder Familie hat, an deren Leben er rund um die Uhr teilnehmen kann, in dem Maße wie er Vertrauen aufbaut.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Jerry bald ein neues Zuhause finden würde, wo man ihm sehr viel Geduld, Zuwendung und Liebe entgegenbringt. Es ist sicherlich eine große Aufgabe, ihm eine adäquate Lebensqualität zu schenken, es wäre aber auch ein enorm wichtiger Beitrag zum Tierschutz. Wir konnten Jerry heilen und ein wenig herausfinden, welche seine Bedürfnisse sind. Da er eine Familie braucht und kein Leben in totaler Freiheit, können wir nun nicht mehr so viel für ihn tun und fänden es toll, wenn sich bald jemand melden würde, dem Tierschutz sehr wichtig ist und der damit auch unsere Arbeit hier unterstützt, indem er Jerry ein neues Zuhause schenkt.

Alle Informationen zum Thema Vermittlung finden Sie HIER. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, so schreiben Sie uns eine Mail oder rufen Sie auch jederzeit an. Wir freuen uns über jeden Kontakt und beraten Sie gerne und ausführlich, damit Sie ebenso glücklich mit dem süßen Kater werden wie Jerry mit Ihnen, da er so dankbar für ein gemütliches, liebevolles Zuhause wäre.

12.06.07

Unsere Praktikantin Ramona aus der Schweiz zeigt sehr viel Einfühlungsvermögen im Umgang mit Tieren und strahlt auch sehr viel Ruhe aus. Damit Jerry sich nicht nur auf eine Person fixiert, sondern sich auch daran gewöhnt zu mehreren Menschen Vertrauen zu fassen, hat sie nun den Auftrag, sich eine Zeit lang mit Jerry zu beschäftigen. Sie verbringt viel Zeit mit ihm und besucht ihn immer dann, wenn gerade mal eine Pause möglich ist. Wir wollen Jerry nicht fordern, sondern darauf hinarbeiten, dass er selbst bestimmen kann, wann und wie er sich Menschen nähern möchte. Daher besteht Ramona´s Aufgabe vor allem darin, bei ihm zu sein, mit ihm zu sprechen und ihm zu zeigen, dass es keinen Grund zur Angst gibt. Das gelingt ihr sehr gut, denn er empfängt sie ohne Fauchen und läßt zu, dass sie sich neben ihn setzt, ohne dass er die Flucht ergreift. Mehr soll zurzeit noch nicht passieren, denn wir sind sicher, dass es nur eine Frage von Zeit und Geduld ist, bis er selbst einen Schritt auf uns zugeht und sich dann auch irgendwann anfassen läßt.

Er hat jetzt bereits 4 Bezugspersonen, die er kennt und soweit auch akzeptiert. Wenngleich es nur in kleinen Schritten vorwärts geht, so ist es dennoch bereits ein wichtiger Erfolg, dass er unterschiedliche Menschen zu sich kommen läßt, von ihnen Futter akzeptiert, sowie die Reinigung seines Zimmers incl. Katzenklo etc. Er ist ein absolut reinlicher Kater und hält alles immer sauber. Auch sein Fell ist stets gepflegt, so wie man es von normalen Katzen auch kennt. Auch das ist ein gutes Zeichen, denn wir haben hier auch schon andere Dinge erlebt, wenn eine Katze verstört war oder in ihrer Situation verunsichert. Jerry scheint nicht mehr verunsichert zu sein, er kennt sein Zuhause und selbst wenn er ab und zu mal einen Ausflug nach draußen unternehmen darf, läuft er nicht weg, sondern begibt sich freiwillig nach einiger Zeit wieder in sein Zuhause. Mit sich scheint er im Reinen zu sein, mit den Menschen wohl noch nicht so ganz.

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