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23.03.07

Heute haben wir die süße Leica aus einer Tierklinik an der Algarve abgeholt und das kam so:

Am 22.03.07 erhielten wir einen recht verzweifelten Anruf von Frau Finkemeier aus München. Sie hatte einen Urlaub an der Algarve verbracht und unglücklicherweise war ihr ein Hund direkt ins Auto gelaufen. Sowas kann immer passieren und niemand ist gegen solche Unfälle gewappnet, selbst wenn er noch so vorsichtig fährt. Leider bleiben angefahrene Hund hier sehr oft im Straßengraben liegen, wo sie ganz elend eingehen. Unsere Tamara z.B. war so ein Fall und hat ihr Beinchen verloren, weil man sie liegenließ und die Feuerwehr sie erst nach einer Woche fand und zu uns brachte.

Ganz anders in diesem Fall. Frau Finkemeier machte sich sofort auf den Weg und fragte sich nach dem nächsten Tierarzt durch. Alleine das ist schon eine spezielle Übung, da nicht viele normale Bürger hier Englisch sprechen und dennoch hat es dann geklappt. Sie brachte Leica also zur Tierklinik um sie untersuchen und behandeln zu lassen, musste dann aber auch schon gleich abreisen, da der Urlaub zu Ende war. Telefonisch hielt sie Kontakt mit der Klinik, bekamen aber wenig Hoffnung auf ein glückliches Ende gemacht. Obwohl sie bereit war, alle Kosten zu übernehmen und ja auch bereits für hiesige Verhältnisse eine beachtliche Summe vorausbezahlt hatte, wollte man Leica nicht weiter behandeln. die Tierärztin war der Meinung, dass ein Hund von 12 Jahren sein Leben eben gehabt habe und man ihn einschläfern sollte, anstatt lange daran “herumzubehandeln”. Ein Besitzer war nicht auffindbar und wir gehen davon aus, dass Leica als Jagdhund gearbeitet hat und einfach jetzt zu alt war, um den Job noch zu machen. In solchen Fällen werden Hunde normalerweise als Zielscheibe verwendet oder wenn der Jäger etwas “humaner” ist, dann wird der Hund eben ausgesetzt, was wohl hier der Fall ist. 

Wird fortgesetzt....

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Ruth Finkemeier machte sich nun per Internet fieberhaft auf die Suche nach einer Lösung und fand am Ende uns. Bis dahin konnte sie per Telefon verhindern, dass Leica eingeschläfert wurde. Natürlich waren wir bereit zu helfen und Leica aufzunehmen. Ein Telefonat mit der Klinik und es wurde ein Termin für die Abholung am heutigen Tage vereinbart. Wir wußten ja über die Verletzungen der süßen Leica nicht viel, nur eben dass ihr linkes Vorderbeinchen wohl lädiert aber nicht gebrochen war.

Um 15:00H war es dann soweit und wir sahen Leica zum ersten Mal. Sie ist ein absolut süßer Hund, ein wenig verschüchtert, aber sehr zutraulich. Hilfesuchend sah sie uns mit großen Augen an und wir hatten sie gleich ins Herz geschlossen. Leider konnte man uns in der Tierklinik wenig sinnvolle Informationen über den Zustand des Hundes geben, nicht einmal ein Rötgenbild hatte man angefertigt, um genauer zu wissen, was für eine Verletzung sie am Vorderbeinchen hat. Die Ärztin sprach von einem evtl. durchtrennten Nerv oder einer durchtrennten Sehne..... aber nix Genaues weiß man nicht..... Wir haben uns natürlich gefragt warum das keiner weiß, der Hund war immerhin über 3 Tage in der Klinik. Aber ok, wenn man nur einschläfern im Sinn hat, dann ist der Focus nicht da wo er sein sollte und man tut eben nicht, was getan werden müsste. Wir hatten dann gestern noch die Grundtests veranlasst, damit wir wenigstens wissen, ob der Hund eine der typischen Mittelmeerkrankheiten hat und ggf. Herzwürmer. Das Ergebnis bekamen wir heute Abend uns alle Tests waren negativ, was uns natürlich riesig gefreut hat.

Jetzt ist Leica auf der Quinta angekommen und wir werden alles für ihre Genesung tun. Entgegen der Darstellung der Ärztin ist sie weder lebensunlustig, noch psychisch am Boden. Sie hat Schmerzen, das ist klar, aber sie ist aufgeweckt, neugierig und versucht trotz der Behinderung ihr neues Zuhause zu erforschen. Sie frißt normal, am liebsten aus der Hand, verhält sich normal und ist sehr zutraulich. Was nun letztendlich mit ihrem Beinchen passiert ist, werden wir am Montag erfahren, wenn wir sie unserer Tierärztin Dr. Heike Rauterberg vorgestellt haben. Sie bekommt dort dann auch alle notwendigen Impfungen, Entwurmungen und wir werden ihr Herz genau untersuchen lassen, da sie öfter zittert, obwohl sie nicht friert. Das läßt auf eine Herzschwäche schließen, was man aber medikamentös behandeln kann. Leber- und Nierenwerte werden auch bestimmt, damit wir alles über Leica wissen und sie richtig versorgen können. Nach diesen Untersuchungen werden wir dann entscheiden, welches Futter sie bekommt und natürlich ob eine Operation nötig ist, ob sie ggf. eine Physiotherapie braucht usw. Wir berichten dann fortlaufend..

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Das Tollste an der ganzen Geschichte aber ist, dass Leica bereits Paten gefunden hat, nämlich Ruth Finkemeier, die sofort angeboten hat, eine Vollpatenschaft zu übernehmen und für alle Kosten aufzukommen. Wir freuen uns wirklich sehr über dieses große Vertrauen in unsere Arbeit und die großzügige Unterstützung und möchten uns auch nochmals hier ganz herzlich bei den Beiden bedanken. Soetwas ist nicht selbstverständlich und leider hier auch nicht so üblich. Wir sind ja schon froh, wenn ein angefahrener Hund überhaupt beim Arzt oder bei uns abgeliefert wird und somit nicht elend und leidvoll sterben muss.

Eine Patenschaft ist wirklich eine enorm große Hilfe für unsere Arbeit und erleichert uns Manches, denn letztlich ist das liebe Geld immer eines der größten Probleme im Tierschutz. Auch wenn unsere beiden Tierärztinnen uns durch Sonderpreise immer wieder unter die Arme greifen, sind die Kosten für medizinische Versorgung, Medikamente und Spezialfutter doch immens hoch. Wenn dann liebe Menschen die Patenschaft für einen Hund übernehmen, nimmt uns das schon wieder eine Sorge ab und erleichtert uns die Arbeit. Patenschaften helfen uns auch, Hunde aufzunehmen die eben kein Glück hatten und für die niemand aufkommen will.

Leica ist jetzt in unserer Krankenstation, damit sie erst einmal Ruhe hat uns sich eingewöhnen kann. Viel bewegen soll sie sich ohnehin nicht, damit das Beinchen nicht noch größeren Schaden nimmt. Dennoch ist sie nicht alleine, denn Rodolfo ist bei ihr, Bia und Fiona tagsüber ebenfalls (Bia hatte sich bei einem ihrer Ausflüge verletzt und musste genäht werden) und der liebe Tristan-Rex, der ja seit kurzem zum “Leiter der Krankenstation” ernannt wurde, weil er so unglaublich lieb ist und sich rührend um alle kranken Hunde kümmert. So hat Leica dann auch gleich die Kammer mit dem Spezialfutter inspiziert, um zu sehen was hier so auf der Speisekarte steht. Sie bekommt jetzt erst mal normales Seniorfutter und das hat ihr richtig gut geschmeckt.

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03.04.07

Gestern war Leica wieder bei unserer Tierärztin zur Nachuntersuchung und auch um den Gips zu wechseln. Das Beinchen macht sich sehr gut und und wir sind zuversichtlich, dass alles gut ausheilen wird. Nachdem der Gips dann in einigen Wochen ganz abgenommen werden kann, wird die Physiotherapie fällig, um die Muskeln wieder aufzubauen und eben auch die Gelenke langsam wieder beweglich zu machen.

Bereits vor einer Woche wurde sie durchgecheckt und da gab es dann positive wie negative Nachrichten. Am Beinchen war das Gelenk gebrochen, glücklicherweise aber nicht durchgebrochen. Eine Rippe war auch noch gebrochen, was aber weniger problematisch, wenn auch sehr schmerzhaft ist. Leider hat unsere Tierärztin auch einige Mamatumore entdeckt, die dann operiert werden müssen. Die Hinterläufe haben Arthrose, was altersbedingt ist. Mit Medikamenten und passendem Futter kann man hier jedoch einiges bewirken. Im Ohr hat Leica dann noch ein Tattoo, welches aussagt, dass sie ein Jagdhund war und offensichtlich ausgesetzt wurde, weil sie zu alt war und daher “zu nichts mehr nutze”. Dieses Schicksal erleiden hier viele Jagdhunde und dabei hat Leica noch Glück gehabt, denn oft werden Jagdhunde, die Fehler machen oder zu alt sind auch als Zielscheibe benutzt. Besonders schlimm ist es, wenn mit Kleinkaliber oder Luftgewehr auf sie geschossen wird, denn dann bleiben sie verletzt liegen und verenden ganz elend. Sowas haben wir schön öfters erlebt und im schlimmsten Fall geht es so wie bei unserer Sherika, die an Bleivergiftung starb.

Nun gibt es aber über Leica auch Positives zu berichten, denn sie hat weder Leishmaniose, noch irgendeine andere der hier typischen Krankheiten. Herzwürmer hat sie auch nicht, also wird sie noch ein langes Leben vor sich haben. Die Tumore werden ja operiert und damit es keine Rückfälle gibt, werden wir sie mit einem speziellen, homöopathischen Aufbaumittel behandeln, das wir schon öfter in vergleichbaren Fällen recht erfolgreich eingesetzt haben. 

Mittlerweile ist die kleine Maus auch schon völlig aufgetaut, hat sich sehr gut eingelebt und ist quicklebendig. Leider kann sie das noch nicht ausleben, denn sie darf sie nicht so viel bewegen und muss noch längere Zeit auf der Krankenstation bleiben. Dennoch wird es ihr nicht langweilig, denn sie hat in Rodolfo ja einen treuen Verehrer und die beiden geben ein lustiges Paar ab. Besonders toll war dann die Nachricht , dass Herbert Klein, die Vollpatenschaft für Rodolfo übernimmt. Somit kann er bei uns bleiben und immer optimal medizinisch versorgt werden. Sicherlich ist das für diesen lustigen Hund die beste Lösung, denn er hätte auch nur schwer ein Zuhause gefunden, wo man sich all den Stress mit der Versorgung und die Ungewissheit hätte aufladen können. Wir sind unglaublich froh über diese Entwicklung. Wenn die Paten uns dann besuchen, werden sie viel Spaß mit den Beiden haben. Besuche sind bereits für deren nächsten Urlaub vorgesehen. 

Leica ist sehr verträglich und absolut lebenslustig. Sie freut sich über jeden Besuch, frisst sehr gut und auch im Auto bei der Fahrt zum Tierarzt hatte sie mal wieder großen Spaß. Sie liebt es auf dem Beifahrersitz zu liegen und schaut immer recht interessiert aus dem Fenster. 

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Leica_Gipsbeinchen
Leica_Rodolfo

12.04.07

Leica hat sich in der Zwischenzeit von einer anfangs fast ein wenig apathisch wirkenden Hündin zu dem genauen Gegenteil entwickelt. Sie ist sehr lebhaft und trotz ihrer Schiene sehr beweglich und schnell. Sie ist unendlich vernarrt in Leckerlis. Wenn es sein muss, kann sie sie stundenlang fixieren, aber sie würde sich nie selbst bedienen. Allerdings fängt sie lautstark zu bellen an, wenn es ihr zu lange dauert – und das geht bei ihr sehr schnell, denn sie ist, was Leckerlis betrifft, extrem ungeduldig. Ansonsten ist sie aber sehr geduldig, z. B. dann, wenn wir bei schlechtem Wetter als Schutz vor der Feuchtigkeit eine Tüte an ihrem geschienten Bein befestigen müssen.

Mit ihrem nächtlichen Zimmergenossen Rodolfo versteht sie sich sehr gut, er ist ihr bester Freund. Zu den anderen Hunden hat sie leider aufgrund ihrer Verletzung, die es ihr verbietet, viel zu laufen, bisher keinen Kontakt gehabt. Sicher wird es für sie ganz toll, wenn sie irgendwann mit den anderen zusammen sein kann.

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Leica

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