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Wird fortgesetzt....

18.08.08

Die wilde Strassenhündin Piranha wurde aus einem Kanal befreit, nachdem sie aus diesem nicht mehr alleine heraus kam. Leute brachten sie zu Heike Rauterberg, unserer Tierärztin und diese stellte nach dem röntgen ein gebrochenes Bein fest. Da Piranha unbedingt operiert werden musste, aber unsere Tierärztin unmöglich diese Hündin nach der OP sechs Wochen in der Transportkiste halten konnte, rief sie Sarah an, die uns dann anrief. Piranha ist extrem scheu und beißt vor Angst oder wenn man sie bedrängt, berichtete Sarah. Sie sollte eingeschläfert werden, wenn sich niemand bereit erklären würde, die Hündin für vier bis sechs Wochen zu übernehmen, bis der Bruch verheilt ist und die Schrauben wieder herausgenommen werden können. Wir entschlossen uns spontan, Piranha aufzunehmen, bevor sie eingeschläfert wird und für die Zeit, die sie braucht, in Hope’s Revier unterzubringen.

Piranha wurde operiert und gleichzeitig sterilisiert und wird auch wieder in die Freiheit entlassen, wenn sie sich problemlos bewegen kann. Hope wird nicht begeistert sein, dass sie schon wieder aus ihrem Revier muss, aber eine andere Möglichkeit der Unterbringung haben wir für Piranha nicht.

Am Mittwochmorgen, dem 13.08.08, kam Sarah schon recht früh und brachte uns die scheue Piranha mit, die nun sterilisiert und am gebrochenen Beinchen operiert hier für ca. sechs Wochen einziehen wird. Wir werden versuchen, ihr viel Liebe und Zuwendung zukommen zu lassen, damit sie wenigstens etwas zutraulicher wird und auch die schönen Seiten eines Hundelebens kennen lernt.

Um die Kosten tragen zu können und auch die zukünftige medizinische Versorgung von Piranha sicher zu stellen suchen wir jetzt Paten, die ihr helfen wollen, ihr Leben bei uns uns später in Freiheit zu finanzieren. Auch wenn sie in Freiheit ist, werden wir sie versorgen und medizinisch betreuen. Wie eine Patenschaft abläuft lesen Sie ->>HIER. Wenn Sie ihr helfen wollen, dann schreiben Sie uns einfach eine Mail. Vielen Dank!!!

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25.08.08

Piranha musste am Montag zum Tierarzt, um ihre Sterilisationsnaht und ihr gebrochenes Beinchen untersuchen zu lassen. Da hieß es, Piranha schon mittags mit viel Ruhe und Zeit in die Transportkiste zu locken, denn sie ist ja nach wie vor eine scheue Strassenhündin, die keinen Menschenumgang gewöhnt ist.

Christine stand Wache an der Türe von Piranha’s Revier, während ich mit einem Napf voll Dosenfleisch und der Transportbox in ihr Revier eindrang. So musste Piranha das jedenfalls empfunden haben, denn sie knurrte mich an. Ich meidete den Blickkontakt, sprach aber trotzdem leise mit ihr und stellte das Dosenfleisch in die offene Transportbox, um wieder langsam ihr Revier zu verlassen.

Wir machten die Türe zu und beobachteten vom Fenster der Krankenstation, wie Piranha interessiert die Box beäugelte und auch das Futter entdeckte. Tatsächlich erhob sie sich aus ihrem Körbchen, lief langsam zur Transportbox und ging sogar hinein. Ich versuchte nun zackig durch’s Fenster in ihr Revier zu kommen, um die Transportbox zu schließen, aber ich rutschte ab und das Geräusch ließ Piranha wieder aus der Box flüchten. Dumm gelaufen und ein zweiter Versuch auf diese Art schlug nach langem warten fehl. Also ging ich in ihr Revier, rückte die Transportbox zurecht, zeigte Piranha abermals das Futter, warf ihr ein paar Brocken zu und hoffte, sie würde hineingehen, wenn ich mich hinter der Box klein machte und sie nicht ansah oder ansprach. Da sie einen Trichter um den Hals hatte, hatte sie nicht zu allen Seiten offenen Blick, aber sie bemerkte mich und wieder rückte ich die Box anders hin. Mit der Öffnung in eine Ecke postierte ich nun die Box und sprach ganz ruhig mit Piranha, die wenigstens schon mal aufhörte zu knurren. Christine gab mir einen rauen Besen mit langem Stiel, der wenn ich sie in die Ecke gelockt hatte, als Hindernis zum ausbrechen aus dieser nützlich sein sollte.

Der Besen war aber auch gut, um ihn für Annäherungsversuche zu verwenden. So redete ich mir erst mal eine Stunde den Mund fusselig und konnte in dieser einen Stunde immer näher an sie ranrücken. Piranha hörte mir auch immer interessiert zu und ihre Pupillen normalisierten sich auch in dieser Zeit. Auch knurren tat sie nicht mehr. Sie akzeptierte den Besen, den ich nun schon vorsichtig als verlängerten Arm benutzte und sie damit berührte. Sie empfand das als angenehm und es war ja fast wie sanftes Fell bürsten.

Ich rückte noch näher und zog meinen rechten Handschuh etwas von der Hand, um mich damit ihrem Gesicht zu näheren. Sie schnupperte interessiert und ich redete und redete. Ich erwartete keine Beißattacke und Piranha knurrte auch nicht. Sie war nun 20 cm von meinem Körper entfernt und normalerweise wäre ich jetzt nach dem Erfolgserlebnis aus ihrem Revier verschwunden aber…sie musste ja in die Box. Ich zog langsam eine Leine aus der Tasche, zeigte sie ihr und ließ das Ende vorsichtig von ihrem Trichter zu ihrer Nase gleiten, damit sie die Leine beschnuppern konnte. Auch das ging problemlos. Die Leine zog ich wieder in Zeitlupentempo zurück und nahm den Karabinerhaken in die Hand, um den richtigen Moment abzuwarten, wo sie ihr Köpfchen zum Besen drehte, den ich in der anderen Hand hielt, um sie zu „bürsten“ was ihr sehr gefiel.

Langsam hakte ich dann die Leine am Halsband ein und war somit einen Riesenschritt weiter. Ich redete und redete und Piranha gähnte mittlerweile. Das war ein gar nicht so schlechtes Zeichen und nach und nach bekam ich sie mit Leine auch vor die Transportbox. Die Leine tat ich nun in die Box, um sie von innen durch das Gitter nach außen zu bekommen, damit ich Piranha nach und nach sanft praktisch von außen in die Box ziehen konnte. Sie stand nun unmittelbar vor der Box, brauchte nur ihr Köpfchen senken, damit sie durch den Eingang passte. Das tat sie dann nach weiteren endlosen Minuten und ich war am Ziel. Ruhig und langsam auf sie einredend zog ich sie ganz in die Box, machte die Gittertür zu und befestigte die Leine lose am Henkel der Box. Ich sprach lobend auf die kleine Maus ein und wir stellten die Box in den Schatten. Die Aktion hatte nun gut zwei Stunden gedauert. Piranha musste aber noch eine Stunde in der Box verweilen bis wir zum Tierarzt fuhren.

Piranha war während der Fahrt ganz still und rührte sich nicht. Gekötzelt hat sie auch nicht, aber sie beobachtete jede Bewegung die wir machten, als wir beim Tierarzt ankamen.

Als Piranha dann untersucht werden sollte, aber nicht aus ihrer Box wollte und auch die Leine durch gebissen hatte, zog Sarah, die an zwei Tagen der Woche in der Klinik arbeitete und bei allen vorherigen Untersuchungen dabei war, sie an dem Reststück von der Leine aus der Box. Piranha wehrte sich. Zu zweit versuchten sie Piranha auf den Tisch zu legen, aber Piranha kratzte und wehrte sich immer mehr. Eine Untersuchung war unmöglich, denn Piranha schrie vor Angst und hatte große Panik. Sie verlor in einem Schwall Urin und auch Kot auf dem Untersuchungstisch, so sehr regte sie sich auf.

Johannes und ich verließen den Behandlungsraum…… Piranha bekam eine Beruhigungsspritze, die etwas länger andauerte bis sie wirkte. Nach einem Verbandswechsel und Untersuchung der Sterilisationsnaht brachte Sarah uns Piranha in der Box zum Auto und am Montag soll Piranha noch einmal die ganze Prozedur mitmachen……Dann müssen die Fäden gezogen werden und abermals das gebrochene Bein untersucht werden. Hoffentlich klappt das dann auch in der Klinik besser.....

01.09.08

Piranha sollte am Montagnachmittag erneut zum Tierarzt, um ihr gebrochenes Beinchen untersuchen zu lassen und ich fing früh genug an, sie in die Transportbox zu locken. Es kam mir (Karin) darauf an, dass sie ihr frisch gewonnenes Vertrauen, nicht gleich wieder verliert und mit einem Trauma in der Transportbox landet.

Christine war, wie beim letzten Mal mit dabei, und wir konnten es wagen aus dem Fenster der Krankenstation ein paar Fotos von der “Einfangsaktion” zu machen. Piranha wedelt mittlerweile schon mit ihrem Schwänzchen, wenn man ihr Revier betritt und ich kam schon wesentlich schneller zu meinem Ziel, als beim letzten Mal. Diesmal dauerte es knapp 30 Minuten bis Piranha in der Box war und sie war wesentlich entspannter, wobei man trotzdem noch sehr langsam und behutsam vorgehen muss. Piranha musste leider noch eine Stunde in der Box verbringen, denn wir hatten nicht damit gerechnet, dass es dieses Mal doch so relativ fix gehen würde .

Beim Tierarzt angekommen waren wir die Ersten und Piranha war ganz lieb unterwegs. Weder kötzelte Piranha , noch jaulte sie.

Als wir im Behandlungszimmer waren, bekam Piranha in der Box schon gleich eine Beruhigungsspritze, um ihr den Stress, den sie bei der letzten Untersuchung hatte, von vorneherein zu ersparen.

Piranha wurde dann geröntgt und ihre Fäden von der Sterilisation wurden gezogen. Leider war der Bruch des Beines von Piranha nicht zufriedenstellend verheilt und somit wird sie in den nächsten Tagen erneut operiert. Wir fuhren dann mit Piranha nach Hause und sie bekam als Belohnung, weil sie sooooo brav war, noch eine Extra Portion Dosenfleisch.

Hier einige Fotos über den Ablauf:

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08.09.08

Am 02.09.08 Um 9.00 Uhr kam Sarah, um Piranha für die geplante OP abzuholen. Schon zeitiger verabredete ich mich mit Christine in der Krankenstation, um Piranha in Ruhe in die Transportbox zu bekommen. Vorab ließ ich Rudi, Leica und Penina an die frische Luft. Christine und ich stellten die große Tarnsportbox in Piranhas Revier, ich ging rein und Christine hielt die Türe von außen zu. Marla, Hope, Rex und Bruno mussten lünkern und waren wie immer sehr interessiert, was wir da machten. Piranha hatte den Schlaf aus den Augen, wedelte mit ihrem Schwänzchen, als sie mich sah, aber verkroch sich dann schnell in ihre Hütte. Dennoch hatte ich sie nach nur 10 Minuten in ihrer Box und war selber mehr als überrascht. Christine und ich trugen Piranha raus und Sarah, die sie zur Klinik fuhr, kam auch schon mehr als überpünktlich.

Sarah brachte am Nachmittag Piranha zurück, die nun doch nicht operiert werden musste. Piranha hat endlich ihren Verband ab und muss nun wieder lernen, ihr rechtes Vorderbeinchen zu belasten. Ob wir Piranha wieder auf die Strasse setzen, wo sie herkam, wenn sie ihr Beinchen wieder voll belasten kann, wissen wir noch nicht, denn Johannes und Sarah plädieren für Vermittlung und kochen mich gerade weich, weiterhin mit Piranha an ihren Problemen zu arbeiten. Ich würde es gerne machen und auch wäre es für mich eine Herausforderung, einen derart scheuen und ängstlichen Strassenhund handzahm zu machen aber…..es fehlt mir im Moment einfach die Zeit, die man sich tagtäglich nehmen müsste, um Piranha zu einem einigermaßen angstfreien Hund zu machen. Für Hope brauchte ich auch mehrere Monate, bis sie Vertrauen zu mir aufbaute und sich dann auch nach und nach von anderen Menschen anfassen ließ. Heute lässt sich Hope von jedem und auch von ihr ganz fremden Leuten anfassen und sie hatte nie vor, aus Angst zuzubeißen, was bei Piranha der Fall ist.

20.10.08

Von Piranha gibt es nur gute Neuigkeiten! Jasmin, unsere Berufsvorbereitungspraktikantin hat sich, während wir in Deutschland waren, um Piranha gekümmert und sie in knapp vier Wochen soweit gebracht, dass sich Piranha anfassen und auch auf dem Arm nehmen lässt. Piranha liebt es zu spielen und hat auch schon zu Elena, unserer Praktikantin Vertrauen gefasst. Piranha hat am Montag ihre letzte Impfung bekommen und wohnt nun auch im Garten der Krankenstation mit Rex, Lisa, Hope, Kira, Leica, Bruno und Penina zusammen. Penina ist nun ihre beste Freundin und da wo Penina ist, findet man auch Piranha. Selbst der Tierarztbesuch war kein Horrortrip mehr für Piranha. Brav ließ sie sich aus der Box holen und ohne hektisch oder ängstlich zu werden ließ sie sich impfen. Wir sind sehr glücklich über den so positiven Verlauf und freuen uns, dass Piranha uns ihr Vertrauen immer mehr und mehr entgegen bringt.

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Piranha

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