Pitu_Therapie_04

20./21./22.10.06

Pitu ist ein wahnsinnig süßer und verspieleter Welpe (9-12 Monate alt), der eigentlich einer Portugiesin gehört. Die Frau ist sehr arm und auch ziemlich krank, lebt unter erbärmlichen Verhältnissen und hat nicht einmal das Geld für die Behandlung ihrer eigenen Erkrankung. Das System der sozialen und gesundheitlichen Absicherung in Portugal ist mit dem Deutschen auch nicht annähernd zu vergleichen. Das Gesundheitswesen bzw. System der gesundheitlichen Versorgung existiert nur rudimentär, Sozialhilfe bzw. etwas Vergleichbares zu Hartz IV kennt man überhaupt nicht. Wer hier also arm und krank ist, der fällt wirklich ins absolut Bodenlose. 

Die gute Frau ist eigentlich sogar tierlieb und für Portugiesische Verhältnisse auch über dem Durchschnitt. Sie findet es z.B. falsch Katzenbabys in die Mülltonne zu werfen und macht sich Gedanken darüber, wie man sie möglichst schmerzfrei töten kann. Für uns mutet das alles sehr befremdlich an, aber für Portugal ist das schon eher eine Ausnahme. Diese Frau also hatte Pitú  vor 2 oder 3 Monaten von der Straße aufgelesen und zu sich genommen. Sie hielt ihn draußen in einem umzäunten Bereich, den sie als Garten bezeichnet. Natürlich ist der Zaun reparaturbedürftig und natürlich versteht sich ein echter Portugiesischer Hund perfekt darauf, Zäune u.ä. zu überwinden, so auch Pitú.

Das Ergebnis liegt auf der Hand: ein kleiner Hund ohne Mutter lernt nicht wie man auf der Straße zurecht kommt, er lernt nicht was ein Fußgängerüberweg ist und auch nicht, was eine Ampel ist. Das ist nicht spaßig gemeint!!! Die echten Straßenhunde hier benutzen sehr oft Fußgängerüberwege und Ampeln, um sich sicher im Verkehr zu bewegen. Hundemütter lehren das auch ihren Kindern und so klappt das dann meistens noch ganz gut. Nicht so aber bei dem kleinen Pitú, der zwar einen großen Freiheitsdrang hatte, aber keinerlei Wissen darüber, welche Gefahren lauern.

So dauerte es auch nicht lange, bis er angefahren wurde, denn Autofahrer, die für einen Hund bremsen, sind hier selten, bestenfalls wird mal gehupt. Gottseidank geschah es direkt vor Sarah´s & Miguel´s Laden und Miguels Mutter rief auch gleich Sarah an. Sarah fuhr dann sofort  (Freitag 20.10.06) mit dem Welpen zu unserer Tierärtzin Dr. Heike Rautenberg, um alles genau untersuchen und röntgen zu lassen. Der Hund blieb dann auch über Nacht in der Klinik und wurde weiter beobachtet. Danach kümmerte Sarah sich um die Ermittlung des Besitzers. Zufälligerweise war dieser eine Klientin, die eine Tochter unserer Justina hat.

Die Diagnose der Tierärztin war erschütternd:

Wir wissen zurzeit noch nicht, ob die Lähmung von einer Quetschung der Nerven in der Wirbelsäule herrührt, oder aber ob die Nerven durchtrennt sind. Das muss erst eine Spezialuntersuchung zeigen, wir hoffen jedoch sehr, dass es sich um eine Quetschung bzw. eben ein Eiklemmen der Nerven handelt, was operabel wäre.

Die Operation des Bruches und der anderen Verletzungen muss auf jeden Fall sofort durchgeführt werden, jedoch ist unsere Tierärztin leider nicht in der Lage, solch eine spezielle OP in ihrer Klinik durchzuführen. Es gibt in Portugal nur 2 Kliniken, die das können, eine ist in Lissabon, die Andere in Porto.

Die Besitzerin des Hundes will ihn einschläfern lassen, da sie die Kosten für all das nicht tragen kann, was nachvollziehbar ist. Wir rechnen mit Gesamtkosten von 1.700.-€ bis 2.000.-€ für die Wiederherstellung von Pitú. Es werden bei der OP wohl auch Platten eingesetzt und das Ganze ist sehr kompliziert. Nach der OP bedarf es einer monatelangen intensiven Betreuung und Pflege, die die Besitzerin ebenfalls nicht leisten kann. Wir haben also mit ihr abgestimmt, dass wir Pitú aufnehmen und uns komplett um ihn kümmern werden, denn es besteht kein objektiver Grund, ihn einschläfern zu lassen. Vergleichbare Fälle haben wir schon gehabt und allen geht es gut und sie haben eine sehr gute Lebensqualität. Pitú soll leben!!!

Am Montag dem 23.10.06 werden Johannes und Sarah nach Porto fahren, denn nur dort ist ganz kurzfristig ein Termin zu bekommen und dann wird der kleine Pitú operiert werden. Laut Aussage unserer Tierärztin darf die OP auf keinen Fall hinausgeschoben werden, da sonst ein Erfolg sehr gefährdet wäre.

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25.10.06

Am Samstag haben wir es dank der Zusammenarbeit unserer beiden Tierärztinnen geschafft, einen Termin schon für Sonntag in Lissabon zu bekommen, bei einem der besten Spezialisten für Beckenbrüche. Lissabon ist für uns mit 270km wesentlich näher als Porto (750km). Also haben Sarah und Miguel den kleinen Pitú morgens in der Tierklinik hier abgeholt, um mit ihm nach Lissabon zu fahren. Pitú hat die Fahrt gut überstanden und wurde mittags in besagtem Lissabonner Spezial-Tierkrankenhaus eingeliefert.

Nachmittags kam der Arzt (an seinem freien Tag!!!), um sich Pitú anzuschauen und uns zu sagen, wie er die Situation sieht. Der sehr kompetente Tierarzt hat uns dann mit neuen und sehr guten Röntgenaufnahmen erklärt, was alles kaputt ist und was er machen möchte. Er sagte uns, dass er das Becken mit Schrauben und Platten wieder schön zusammen bauen würde, sodass es wie neu ist. Nur an der Wirbelsäule wäre es - laut seiner Aussage - sehr schlecht noch etwas hin zu bekommen. Er meinte dann, dass er sie wieder begradigen würde, aber er wisse nicht, ob der neurologische Teil, sowie die Nerven die für die Bewegung der Beine sorgen und die Blasen- und Darmfunktion, wieder anständig funktionieren würden. Dies könne man frühestens nach ein paar Tagen eher jedoch einigen Wochen nach der Operation genau feststellen. Also hatten wir zwei Möglichkeiten:

1. Nicht operieren weil es zu teuer ist, da man ja nicht sicher wissen kann, wie es ausgeht und das bedeutet eben einschläfern

2. Operieren, hoffen und vertrauen, dann abwarten was dabei rauskommt. Das haben wir gemacht!!!!

Wir konnten ihn ja nicht einfach einschläfern lassen, nur weil man nichts Sicheres sagen konnte. Wir wollten ihm alle Möglichkeiten geben, wieder gesund und beweglich zu werden!!! Er soll ein schönes und fröhliches Leben führen, ganz so wie es seinem Naturell entspricht.

Also wurde Pitú am Montag operiert und alles ist bestens verlaufen!!! Der Tierarzt war sehr zufrieden mit dem Ergebnis und ist sehr überzeugt dass Pitú wieder laufen wird!!!! Seine natürliche Blasen- und Darmfunktion allerdings wird leider etwas beeinträchtigt bleiben, aber das ist für uns auch kein Problem, solange er glücklich ist und das wird er bald wieder sein, wenn er wieder anfängt zu laufen. Pitú wird am Donnerstag dem 26.10.06 von Sarah und Johannes in Lissabon wieder abgeholt und  dann für die nächsten Monate bei Sarah und Miguel im Appartement leben, wo er sich in aller Ruhe  wieder erholen kann.

Dann, irgendwann hoffentlich wird er ein neues Zuhause bekommen, in dem er sicher ist, viel viel Liebe bekommt, wieder glücklich laufen und spielen darf. Bis dahin ist allerdings noch ein langer Weg und der wird mit viel professioneller Physiotherapie und Behandlungen begleitet werden müssen. In den nächsten Wochen wird sich ergeben, wie weit die Operation ihm seine Lähmungen genommen hat und wie gut Pitú wieder laufen können wird.

Am Freitag abend werden nach unserer Ankunft aus Lissabon die “vorher und nachher” Röntgenbilder auf unserer Seite zu sehen sein, damit jeder verfolgen kann was für eine tolle Arbeit bei Pitú geleistet wurde.

Wir werden den Text immer wieder aktualisieren sobald es von Pitú was Neues gibt.

Wir möchten hiermit auch noch einmal darauf aufmerksam machen, dass Pitú dringend Spenden benötigt, damit wir seine schon gelaufene OP und vor allem die Nachbehandlungen incl. Physiotherapie bezahlen können. Pitú braucht dringend IHRE Hilfe!!!

16.05.07

Nachdem Pitú nun endgültig genesen ist und sich hervorragend eingelebt hat, hat er beschlossen zu heiraten. Er liebt seine Candy so sehr, dass diese unzertrennlich geworden sind und wir finden, dass einer Ehe nichts im Wege stehen sollte. Selbst ein kleiner Ehestreit (siehe Bild unten) ist schnell wieder vergessen.

Beide Hunde haben so viel leiden müssen und waren dabei so tapfer, dass man diese tiefe Zuneigung auf keinen Fall zerstören darf. Wir haben daher beschlossen, dass auch Pitú bei uns bleiben darf und nicht in eine neue Umgebung vermittelt werden sollte. Noch einmal eine Veränderung, noch einmal eine Umgewöhnung und dann getrennt von der Geliebten, das wäre unmenschlich. Außerdem hat er auch die Verantwortung für die liebe Tamara übernommen, die mit ihren 3 Beinen zwar ganz gut laufen kann, aber manchmal Probleme mit den Ohren hat und nicht hört, wenn man sie ruft, das mag am Alter liegen. Man kann dann Pitú einfach losschicken und er holt sie zurück. Sarah hat das mehrfach probiert und es klappt immer. Pitú sucht sie, läuft dann zu ihr hin und überredet sie buchstäblich mit ein paar Küsschen, mit ihm zurückzukommen, was sie dann auch macht.

26.10.06

Es hat geregnet wie aus Eimern und die Unwetter in Portugal dauern an, dennoch......heute haben Sarah und Johannes den kleinen Pitú wieder aus Lissabon abgeholt. Es war wirklich eine große Freude zu sehen, wie unerwartet gut es dem lieben Pitú schon wieder geht.

Er konnte sogar ein paar Schritte laufen und kam uns aus der Station mit eigener Kraft entgegen, er hat das super gemacht. Natürlich ist er sehr schnell müde, weil er es ja nicht mehr gewöhnt ist, so viel zu stehen und zu laufen. Der Arzt, Dr. Rui Onça wies uns darauf hin, dass es sehr wichtig sei, Pitú kontinuierlich zu bewegen, ohne ihn natürlich zu überanstrengen. Auf gar keinen Fall dürfen sich seine Muskeln  zurückbilden und da ja mittels diverser Nägel alles gut fest ist (siehe Röntgengbild), darf er sich auch sofort wieder bewegen.

27.10.06

Heute Nacht hat Pitú es geschafft, selber seinen Kot abzugeben. Das war bisher ein Problem für ihn, da sein Darm halb paralysiert ist. Darüber haben wir uns natürlich sehr gefreut, denn es gibt uns auch für dieses Problem einige Hoffnung. Leider hatte er danach etwas Blut im Darm aber dieses Problem wird schon mit Medikamenten behandelt, die sein Arzt uns empfohlen hat.

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Wir haben uns zeigen lassen, wie wir seine tägliche Physiotherapie durchführen sollen und haben zusätzlich noch die Adresse von einem guten Tierarzt bekommen, der sich auf Physiotherapie spezialisiert hat. Dort hat Pitú am Dienstag seinen ersten Termin. Wir werden so oft wie nötig mit ihm dort hinfahren, damit seine Muskulatur wieder anständig aufgebaut und trainiert wird und er langsfristig gut und problemlos laufen kann. Er wird hierzu u.a. auch mit Reizstromtherapie behandelt.

Die Klinik in Lissabon hat uns mit ungewöhnlicher Großzügigkeit unterstützt und uns einen Sonderpreis gemacht. Wir dachten schon, man habe sich verrechnet, denn Pitú war ja von Sonntag bis Donnerstag Abend dort, wurde mehrfach geröntgt und sehr aufwendig operiert. Wir möchten uns hier schon mal ganz herzlich für die tolle Unterstützung bedanken. Die Kostenaufstellung jeweils aktuell sehen Sie unten.

Die Fahrt selbst hat er gut überstanden und zu Hause angekommen hat er sich sehr gefreut, dass es bei Sarah noch so viele andere Hunde gibt. Einer dieser Hunde hat ja sogar den gleichen Unterbiss wie er, unsere witzige Candy. Da die Beiden auch noch ein sehr ähnliches Fell haben, konnten wir nicht umhin, uns für ein paar Sekunden vorzustellen, was das wohl für witzige Babys geben würde: schwarz-braun karierte Wuschels mit einem Mega-Unterbiss. ABER dazu wird es niemals kommen!!!

Princesa hat ihm zu Begrüßung erst mal kurz über die Schnauze gewischt, weil sie nicht so recht wusste, was sie von ihm halten soll, dafür war aber unsere Candy umso gastfreundlicher. Pitú konnte auch schon alleine aufstehen, wenngleich ihm natürlich alles etwas schwer fällt. Bis zur Normalität wird es noch geraume Zeit dauern, aber es ist sicher, dass er lauftechnisch wieder hergestellt werden wird und das freut uns maßlos.

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Unser “Wunderdoktor” Dr. Rui Onça

oben: das völlig verschobene Becken nach dem Unfall

links: das Becken nach der Operation

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Pitú hat den ersten Tag damit verbracht, sich sein neues Zuhause anzuschauen und immer wieder wurde er dazu aufgefordert, aufzustehen und seine Übungen zu machen, damit er keine Muskelatrophie bekommt. Er lässt sich sehr gut behandeln und nimmt auch gerne all seine Medikamente, die er bekommt. Die Physiotherapie die er täglich zu Hause gemacht bekommt, mag er noch nicht so sehr, aber er lässt es sich gefallen und hilft auch schon einmal mit, wenn wir sein Bett sauber machen, indem er von selber aufsteht, damit wir die Betteinlagen wechseln können. Ansonsten hat er sich überlegt, dass er seine Kollegen zwar toll findet, aber er möchte sie nicht in seinem privaten Zimmer haben, dort möchte er nur alleine sein.

Pitú ist sehr schmusebedürftig und weint auch öfter mal, wenn er sich alleine fühlt und lieber jemanden neben seinem Bett haben möchte. Dann kommt auch einer von uns und setzt sich etwas zu ihm. In Lissabon hatte er ja auch eine Krankenschwester 24 Stunden am Tag nur für sich!!!! Das war natürlich toll, doch jetzt muss er schon auch ab und zu mal kurz alleine bleiben. Er darf aber immer mit ins Wohnzimmer und kann somit komplett am Familienleben teilnehmen.

28.10.06 bis 30.10.06

Pitú macht sich hervorragend und ist sogar stubenrein!!! Wider erwarten scheint die Nervenschädigung im unteren Wirbelbreich wesentlich geringer zu sein, als befürchtet. Er kann seine Verrichtungen ohne Probleme machen und meldet sich sogar, wenn er muss. Heute hat er sich zum ersten Mal auch ganz normal dazu hingehockt und man konnte sehen, dass er seinen verbliebenen Stummelschwanz ein wenig bewegen kann. Nun sind wir guter Dinge, dass er ein ziemlich normales Leben wird führen können.

Leider hat er immer noch ein wenig Blut in seinen Ausscheidungen, wobei es schon weniger geworden ist. Er bekommt immer noch spezielle Medikamente für den Magen und auch sein Arzt geht davon aus, dass er wohl ein kleineres Magengeschwür hatte, welches jetzt aufgeplatzt ist. Da die Medikamente gut anschlagen, macht und das keine Sorgen. Heute allerdings hat er das Fressen verweigert und wir wissen nicht warum. Dennoch ist es topfit und verhält sich wie immer.

Nachteilig ist, dass er aufgrund der Magenmedikamente keine Entzündungshemmer nehmen kann, die er aber eigentlich dringend nehmen sollte. Man merkt nämlich, dass ihm das operierte Beinchen doch etwas weh tut. Pitú ist ein tapferer kleiner Kerl und bewegt sich fleißig, sodass er auch was für seine Muskeln tut. Sarah führt mit ihm täglich mehrmals die Physiotherapeutischen Übungen durch und heute wird Pitú dann auch beim Therapeuten vorgestellt, der einen weitergehenden Behandlungsplan aufstellt.  

Alleine sein mag er gar nicht und so meldet er sich immer, wenn es ihm langweilig wird, oder er eben mal muss. Selbst wenn jemand im Appartement ist, reicht ihm das noch lange nicht, er will auf jeden Fall Gesellschaft haben und dabei sein. Bisher war Pitú ja eher auf der Straße “abgestellt” worden und kannte eigentlich sehr wenig Zuwendung und Gesellschaft. Jetzt scheint er zu erahnen, dass er das alles nachholen kann und auch darf. Deshalb fordert er es auch vehement ein, was recht lustig ist, denn er zeigt damit wie lebenslustig und lebensfroh er ist und dass er von seinem Leben noch eine ganze Menge erwartet. Wir freuen uns mit ihm, dass alles bisher so gut läuft und werden alles dafür tun, dass er ein lustiges, schönes Leben haben wird, so wie es am besten zu ihm paßt und er es sich offenbar wünscht.

Kostenart

Betrag

Kosten für Voruntersuchungen bei unseren Tierärzten z.Zt. nur geschätzt, da noch keine Rechnung vorliegt

100.-€

Operation in Lissabon incl. stationärer Aufentahlt zum Sonderpreis

386.-€

Fahrtkosten incl. Autobahngebühren

172.-€

Medikamente und Verbandmaterial bis 27.10.06

51.-€

Physiotherapie Erstbesuch

46.-€

Physiotherapie Behandlung bis 12.11.06

60.-€

Physiotherapie Behandlung bis 28.11.06

180.-€

An Spenden eingegangen bis 15.05.2007:

525.-€

Pitú bedankt sich ganz herzlich für die liebevolle finanzielle Hilfe bei:

Elke Stoll - Weilerswist, Dr. Rui Onça - Lisboa,

Christine Klemm - Olpe, einem anonymen Spender(in), Karin Stoll - Reutlingen

12.11.06

Pitú geht es hervorragend und daher erzählt er jetzt selbst ein wenig seine Geschichte.

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Ihr habt ja schon lange nichts mehr über mich gelesen, daher fange ich mal bei meiner Rückkehr aus der Klinik an.

Als ich Donnerstagabend bei Sarah ankam, ging es mir zwar schon besser, aber immer noch sehr schlecht, und ich war noch halb gelähmt!!! Die ersten Tage bei Sarah waren für alle sehr anstrengend, da ich viel geweint habe vor Schmerzen und weil ich ja auch noch nicht so richtig von alleine Pipi und Coco machen konnte. Das war sehr schlimm für uns alle. Dann hatte ich ja auch noch das Problem mit dem kleinen Magengeschwür und dafür musste ich viele Medikamente nehmen. Dafür durfte ich meine Entzündungshemmer nicht nehmen und hatte deshalb natürlich auch mehr Schmerzen. Sarah hat sehr oft neben mir gesessen und hat mich ewig lang einfach nur gestreichelt und lieb gehabt. Manchmal hat sie mich auf eine Windel gelegt und dann mit auf das Sofa genommen, damit ich mehr dabei sein konnte. Am Wochenende wurde es dann interessant, denn ich habe Sarah gezeigt, wann ich raus wollte und dass ich meine Geschäfte auch alleine machen kann. Sie hat mich ja am Anfang nicht verstanden, denn ich habe sie immer nur angeschaut und geweint, doch das verstand sie nicht, denn ich tat das ja sowieso den ganzen Tag lang. Irgendwann hat sie mich verstanden und hat mir geholfen raus zu gehen und siehe da, ich habe im Liegen das erste mal alleine richtig gut Pipi gemacht!!! Sarah hat sich total gefreut!!!

Am gleichen Tag habe ich es auch geschafft, alleine Häufchen zu machen und das war natürlich noch besser, denn das bedeutete, dass meine Lähmung doch wieder zurückgehen würde!!! Bis zu diesem Tag an hatte ich kein Gefühl im Darm und wusste also auch nie wenn ich musste. Ich habe natürlich immer alles dreckig gemacht und habe deswegen auf  Windeln gelegen. Ab diesem Wochenende aber brauchte ich die doofen Windeln unter mir nicht mehr und das fand ich total toll.

Am Montag habe ich angefangen, meine ersten eigenen Schritte zu machen, ohne Hilfe!!! Ich hatte einen großen alten Teppich von Sarah und Miguel in mein Zimmer bekommen, damit ich dort  das Laufen wieder lernen konnte ohne zu rutschen und das habe ich mit voller Überzeugung auch ganz toll von alleine angefangen. Am Anfang waren es immer nur ein paar Schritte und dann fing ich an zu zittern. Jetzt laufe ich wenn ich darf 24 Stunden durch!! Dann sind Sarah fast immer die Tränen gekommen, wenn ich auf einmal im Wohnzimmer stand und mich über sie freute. Sie war so glücklich und hat gestaunt, dass ich nach so kurzer Zeit ganz schnell alles wieder gelernt hatte. Ja, ich habe einen großen Lebenswillen und der hilft mir täglich weiter. Die tägliche Physiotherapie die Sarah zuhause mit mir macht, hat mir sehr geholfen und dank alledem habe ich es auch so schnell geschafft wieder zu laufen!!!

Am Freitag den 3. November ist Sarah mit mir zu ersten Mal zur Physiotherapie gefahren, wir konnten vorher nicht, weil sie leider auch zwischendurch krank war und nicht fahren konnte. Also wurde ich am Freitag dem Tierarzt vorgestellt, der meine Physiotherapie für die nächsten Wochen macht. Er war sehr erstaunt, dass ich schon stehen konnte (er hatte mich noch nicht laufen sehen). Er meinte, dass Dr. Rui Onça, diese Art von OP´s sehr gut machen würde und einer der besten in Portugal wäre. Man würde dies ja an meiner tollen Genesung gut sehen können, die OP war ein totaler Volltreffer!!! Er untersuchte dann meine Beine, um zu sehen wie sehr meine Muskeln geschwächt waren und er war beeindruckt, weil alles recht gut aussah bis auf mein rechtes Bein. Das rechte Bein ist das was am meisten neurologische Schäden behalten hat und den rechten Fuß kann ich auch nicht richtig auf den Boden setzen, ich knicke ihn immer ab. Wenn Sarah zuhause Physiotherapieübungen an dem Bein machen wollte, habe ich das nie so recht zulassen wollen, weil es mir immer so weh tut.

Die erste Sitzung war dann auch recht schlimm und ich habe viel geweint, weil ich auch viel Angst hatte. Ich werde jetzt immer eine Maschine angeschlossen, die elektrisch meine Muskeln stimuliert und das hilft mir sehr. Mittlerweise schlafe ich währenddessen auch schon mal ein!!!! Nach der Reizstrombehandlung bekomme ich eine große Massage und dann macht der Arzt noch genau die Übungen, die ich auch zuhause machen soll. Ich finde die Übungen blöd, weil ich dann immer "Schubkarren fahren" muss. Sarah nimmt mir immer die vorderen Beine hoch, damit ich das Gewicht auf die Hinterbeine lege. Dann muss ich auch das Gewicht immer wieder hin und her verlagern. Danach werden noch ein paar Gymnastikübungen mit den Hinterbeinen gemacht und dann darf ich endlich wieder gehen!!!

Der Arzt meinte direkt am ersten Tag, Sarah solle jeden Tag 5 Minuten mit mir Gassi gehen, damit ich mehr laufe, denn bis dahin sollte ich mich ja eher schonen. Ich finde das toll, denn ich wollte ja eh schon immer mitkommen, wenn Sarah und Miguel mit Tamara und Candy rausgehen!! Also bekam ich ein Geschirr an und dann eine Leine! Das fand ich so toll!! Dann bin ich auch direkt in den Aufzug gegangen und Sarah hat mich dann die letzten Treppenstufen getragen. Unten durfte ich dann endlich loslaufen!! Ich war so stolz, dass ich mit den Anderen mitlaufen durfte! Ich kannte das mit der Leine eigentlich gar nicht, aber ich habe mich so gefreut, dass ich direkt bei Fuß gelaufen bin und Candy habe ich nie aus den Augen verloren. An ihr orientiere ich mich immer, auch wenn wir zuhause sind. Nach 3 Minuten war ich platt, aber Sarah hat mich etwas ausruhen lassen und dann bin ich noch ein paar Schritte gegangen. Den Rest hat sie mich getragen. Das war mir erstmal genug!!

Von da an habe ich jeden Tag etwas mehr geschafft. Immer ein paar Schritte mehr und mittlerweile gehe ich 3 mal am Tag 10 Minuten Gassi!!! Ich laufe auch schon ganz alleine die Treppen bis zum Aufzug!!! Das soll ich nämlich machen, damit ich alle meine Muskel wieder bewege. Ich muss auch eine steile Strasse hoch und runter gehen und dann immer noch die Treppen. Am Anfang hat Sarah mich gehalten, damit ich nicht rutsche, aber jetzt geht das alles von alleine. Ab und zu muss man mich mal bremsen, denn ich will mittlerweile sogar schon rennen und springen, aber das darf ich noch nicht.

Ich werde demnächst auch mal an den Strand gehen, das ist nämlich auch sehr gut für mich. Leider sind die Fotos die Sarah beim Treppen laufen gemacht hat nichts geworden, sonst hättet ihr mich mal sehen können. Aber morgen macht sie neue Fotos von mir.

Ich habe ja auch übrigens einen großen Freund namens Merlin, nur leider weiß er das noch nicht so richtig. Ich lege mich nämlich immer zu ihm ins Bett und das mag er aber nicht immer. Candy ist meine Geliebte, ich gehe immer hinterher, wenn sie wohin geht und lasse sie nie aus den Augen. Wir beide schlafen zusammen und mittlerweile habe ich ihr was Tolles beigebracht: ich habe ihr gezeigt wie man ganz toll bellen kann!!! Das findet Sarah gar nicht so toll, weil sie dann Ärger bekommt. Leute mitten in der Stadt einfach so anzubellen kommt irgendwie nicht gut an, komisch…… Aber Sarah sagt dann immer sehr energisch NEIN und dann wissen wir schon bescheid..... Beim Tierarzt wollte ich schon einen Pittbull angreifen, so mutig bin ich, aber es kam dann nicht dazu….. obwohl ich den so total doof fand, ließ Sarah mich nicht zu ihm.

Mein Physiotherapeut sagt, dass ich wahrscheinlich Ende nächster Woche schon so weit bin, dass ich nur noch einmal die Woche dorthin muss, und dann werde ich auch geimpft und gechipt, damit ich sofort reisen kann, wenn mich jemand haben möchte. In ein paar Wochen bin ich reisefertig!!! Ich möchte auf jeden Fall zu jemanden mit anderen Tieren, wie z.B. Katzen, Hasen etc. und auf jeden Fall muss da auch noch ein Hund zum spielen sein, denn spielen tue ich total gerne!!! Ich liebe Kinder und schmuse am liebsten den ganzen Tag. Ich bin stubenrein, mache nichts kaputt, kann längere Zeit auch mal alleine sein, fahre sehr gerne Auto, (solange es nicht zur Physiotherapie geht) und bin ein sehr verspielter, lieber Hund. Ich brauche, nachdem ich mich so gut gemacht habe, nur noch ein neues Zuhause. Dann geht es mir wieder so richtig gut.

Also wenn ihr an mir interessiert seid, meldet euch bei unserem Team!!!

Pitú ist mal wieder ein Fall der uns lehrt wie es gehen kann. Viele waren gegen die OP und haben uns geraten ihn einzuschläfern, weil man ja nicht wüsste, was aus ihm würde. Natürlich wußte ja auch niemand, ob die OP helfen würde. Wir aber haben an ihn geglaubt und wollten ihm so oder so die Chance geben, weiter zu leben und wie man sieht hat es sich mehr als gelohnt. Fälle wie Pitú sind genau die, die uns immer wieder dazu auffordern, weiter zu machen und mehr Leben zu retten, den jedes Lebewesen hat das Recht zu leben und hat das Recht eine Chance zu bekommen!!!! Wir danken hiermit auch noch einmal all unsern lieben Spendern und hoffen, dass auch Andere hierdurch noch eine Anregung finden, uns zu helfen, damit wir ganz viele Leben retten können.

23-11-06

Die Mühe mit Pitú lohnt sich nicht nur, sondern macht auch sehr viel Freude. Seine Physiotherapie schlägt so gut an, dass er bereits jetzt als fast komplett wiederhergestellt angesehen werden kann. Sein Lebensmut, seine Lebensfreude und die heiße Liebe zu Candy haben aus ihm einen absolut klasse Hund gemacht. Spazieren gehen ist etwas ganz Tolles für ihn, vor allem, weil er ja seiner geliebten Candy dabei zeigen kann, was für ein super Hund er ist.

Wie man auf den Bildern sehen kann, machen die Treppen nun keine Mühe mehr. Pitú kann seine Kräfte ganz gut einschätzen und muss nicht mehr getragen werden, übernimmt sich aber auch nicht, was nur gut ist. In den 4. Stock kommt er ja per Aufzug, was ihm keinerlei Angst macht und Candy ist eben immer an seiner Seite. Die Beiden passen nicht nur optisch gut zusammen, sondern spielen auch ausgelassen. Dennoch wird genau beobachtet, wer von Frauchen unter Umständen mehr Zuwendung bekommt - wahrscheinlich werden alle Streicheleinheiten gezählt und notiert.... - und wer meint, zu kurz zu kommen, fordert dann eben ein, was er zu vermissen meint.

Pitú ist ein echter Schatz und gibt sehr viel Anlass zum Lachen. Wenn man mal müde oder frustriert ist, dann reicht es schon, ihm zuzusehen, ihn beim Spielen zu beobachten oder ein wenig mit ihm zu schmusen und man hat gleich wieder gute Laune.

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Wir Menschen können viel von Tieren wie Pitú lernen. Es ging ihm ja nun wirklich sehr schlecht, er musste unglaublich viele Schmerzen ertragen und auch jetzt macht ihm die Physiotherapie ja nicht gerade großen Spaß. Dennoch hat er seinen Lebensmut recht schnell wiedergefunden und ist dankbar dafür, dass er leben darf, spielen kann und genießt einfach die Schönheit eines jeden neuen Tages. Er hat sich nie aufgegeben und wahrscheinlich verbindet das seine Seele auch so sehr mit der von Candy, die ja auch ganz viel Leid ertragen musste und jetzt zu einem absolut witzigen, lebensfrohen Hund geworden ist.

Den Tag zu nehmen wie er ist und immer das Schöne zu suchen, das vergessen wir so oft, doch so manches Tier kann es uns auf´s Neue lehren.....

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Gesamtkosten bis 28.11.06: 995.-€

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28.11.06

Da Pitú sich so super gemacht hat und so viel Lebenswillen bewiesen hat, ist er mit seinen Therapien schon fast fertig!!! Seine “Mitarbeit” und Duldsamkeit haben einen wichtigen Beitrag zum Erfolg geleistet. Er muss nur nächsten Samstag noch einmal zur letzten Physiotherapie und dann ist er offiziell gesund!!!! Der Tierarzt ist so erstaunt über seine Entwicklung, dass er sogar Pitú´s Fall in einer seiner Studien vorstellen wird. Er ist noch nicht ganz mit seiner Physiotherapieausbildung fertig und muss für seine Abschlussexamen noch ein paar Fälle vorstellen in denen er Erfolg hatte mit seiner Therapie. Pitú ist ja wirklich super geworden, vom gelähmten zum hyperaktiven Hund, das ist schon eine außergewöhnlich tolle Entwicklung. Wir freuen uns so sehr darüber und wenn man liest, wie alles begann, ist es kaum zu glauben. Besonders aber freut uns, dass es gelungen ist, das alles in Portugal zu realisieren und diesmal ausschließlich mit portugiesischen Ärzten. Das zeigt, dass es auch im Süden mal anders laufen kann und es hier auch ganz viele Menschen gibt, denen Tierschicksale am Herzen liegen.

Also steht Pitú´s Vermittlung nichts mehr im Wege! Er bekommt jetzt noch seine zweite Impfung incl. der Tollwutimpfung und kann so in ca. eineinhalb Monaten nach Deutschland Reisen, wenn er bis dahin ein neues, kuscheliges Körbchen gefunden hat (ein gemütliches Sofa wäre auch ok). Pitú ist sehr verspielt und braucht sehr viel Aufmerksamkeit und Auslauf. Am liebsten wäre er ein Zweithund, damit er jemanden zum Spielen hat und wenn er dann mal alleine bleiben muss, macht ihm dies mit einem Kumpel auch nichts aus. Er ist stubenrein und macht auch nichts kaputt. Er läuft perfekt an der Leine hört auch schon ein bisschen auf Kommandos, das muss man allerdings noch weiter üben. Wenn er mal kauen möchte, tut er dies auf seinem Speil zeug, nicht aber an Kabeln oder Möbeln. Er mag Katzen, Hunde, Hasen, Kinder eigentlich alles was lebt, ist also sehr verträglich.

Also wenn Sie an ihm interessiert sind, melden sie sich bitte direkt und ganz schnell bei uns, falls Sie Fragen haben, antworten wir ihnen gerne und klären Sie auch über alles auf. Wie die Vermittlung abläuft, lesen Sie >>>HIER.

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Pitú und seine Kumpels

09.02.07

Pitú besucht jetzt immer öfter seine Freunde auf der Quinta und zeigt, dass er ein extrem sozialer Hund ist, der sehr genau weiß, wie man in einem Rudel zurechtkommt. Einerseits ist er in der Lage sich durchzusetzen und er behauptet sich auch gegen größere Hunde, andererseits ist er absolut sozial und überhaupt nicht aggressiv.

Das Highlight aber ist für ihn das Rennen und Toben. Gerne spielt er mit dem Welpenrudel im Tal und wenn man ihn rennen sieht, kann man sich kaum noch vorstellen, dass er jemals so schwer verletzt war und ja immer noch Nägel in seinem Körper trägt. Die Physiotherapie hat sehr viel gebracht und seine Mobilität nicht nur wieder hergestellt, sondern offenbar noch verbessert. Er rennt bergauf und bergab, springt über Hindernisse und treibt die wildesten Spiele mit den anderen Hunden. Er scheint nie müde zu werden und genießt sein Leben hier in vollen Zügen. Schmusen und auf dem Sofa liegen, liebt er aber mindestens genauso und wenn er seinen Ausflug zur Quinta zusammen mit Candy beendet hat, dann wird das Sofa bei Sarah wieder in Beschlag genommen und die darf dann auf dem Boden sitzen, wenn sie mal fernsehen will...... manchmal ist das Leben eben hart, vor allem für uns Menschen.

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19.11.07 Nun hat es Pitú auch geschafft und eine fürsorgliche und fachkundige Patin gefunden. Nadine Bachmann betreibt eine eigene Hundeschule, deren Methoden dem entsprechen, was wir uns unter artgerechter Arbeit mit Hunden in Deutschland vorstellen. Auf ihrer WebSite www.flespi.de kann man sich über Details informieren.

Nun steht das junge Glück auch auf soliden, finanziellen Füßen . Candy hatte ja bereits vor längerer Zeit eine liebe Patin gefunden.  Nadine wird Pitú im kommenden Jahr auch besuchen und ihren Urlaub hier verbringen, worauf sich Hund und Mensch schon freuen. Wir bedanken uns herzlichst für die engagierte Unterstützung.

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