weiter
zurück
Bildergalerie

Wird fortgesetzt....

Rodolfo´s Geschichte ist mal wieder eine typische Portugiesische Hundegeschichte.

Am 15.12.06  kam eine Klientin von Miguel zum Hundebaden und sprach Sarah an, weil sie einen Hund auf der Strasse füttern würde, der aber krank sei. Sie wollte jetzt mal nachfragen ob wir sie mit Geld unterstützen könnten, damit sie mit ihm zum Tierarzt gehen könne und ob wir ihn danach auch aufnehmen würden. Das hörte sich ja erstmal ganz ok an. Aber man muss auch wissen, dass die nette Frau selbst schon seit langer zeit „Tierschutz“ betreibt, aber immer indem sie Andere mobilisiert etwas zu tun.

Sarah erklärte ihr, dass es im Moment kompliziert wäre noch ein Tier aufzunehmen, da wir ja so voll sind. Wir können gar nicht so viele Hunde vermitteln, wie wir vermitteln müssten und gerade in der Weihnachtszeit sei es besonders schwierig. Sie fuhr dann mit der Frau an den Platz wo der Hund lebte oder besser gesagt: vor sich hinvegitierte. Sarah war geschockt über den Zustand des armen Kerlchens, denn er war total abgemagert, ausgetrocknet und komplett schwach. Der arme Hund ließ sich dann auch ganz brav untersuchen und Sarah beschloss ihn sofort zum Tierarzt zu bringen, denn es duldete keinen Aufschub mehr. Die Frau bedankte sich und meinte es tue ihr leid, dass sie um Hilfe gebeten habe, aber sie könne ihn ja nicht zu sich selber mit nach Hause nehmen!!! Warum, das wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben. Es ist der Typische Satz den man hier täglich hört: „Oh, der Arme, aber ich kümmere mich nicht, denn das will ich nicht und schon gar nicht bei mir Zuhause!!! Tierschutz ist also nur anschauen, evtl. etwas Essensreste füttern, aber nichts machen und keine große Mühe aufwenden!!!

Rudolfo_krank1
Rodolfo_Portrait_03

Beim Tierarzt angekommen war unsere liebe Dr. Marta Botelho total geschockt, und wusste erstmal gar nicht welche Krankheiten sie zu erst testen sollte!!! Wir fingen an Blut abzunehmen und testeten ihn:

  • auf Herzwürmer (Dirofilaria) war ok
  • Leber und Nieren war alles ok laut Test
  • Herz abhören, auch alles ok
  • Lunge ebenfalls alles ok.

Wir standen vor dem Hund und wussten nicht so wirklich, was wir machen sollten. Wir nahmen ihm noch etwas Blut ab und schickten es zum Labor, um ihn auf Leishmaniose zu testen, aber dieses Resultat werden wir erst am Dienstag haben. Wir konnten uns nicht erklären, warum sein Brustkorb so erweitert war. Trotz deutlicher Dehydrierung konnten wir ihn nicht an den Tropf hängen, weil sein ganzer Brustkorb und der Bauchbereich voll mit Flüssigkeit war. Durch eine Infusion könnte dies verschlimmert werden. Andererseits konnte man ihm aber auch kein Lasix zur Entwässerung geben, denn er war ja schon sehr dehydriert........ und so weiter und so fort.......

Wie haben ihn dann entwurmt und gewogen, er bekam auch eine Antibiotikaspritze wegen seiner offenen Ellenbogen, die gar nicht gut aussehen. Am Montagmorgen werden wir ihm direkt wieder Blut abnehmen damit es mittags in Lissabon ankommt und dann haben wir nachmittags das Resultat des großen Blutbildes, womit wir dann hoffentlich die richtige Behandlung für sein Problem anfangen können.

Bis dahin hat er jetzt erst mal ein sehr warmes und weiches Bett bei Sarah, das er auch sehr ungerne verlässt, wie man sehen kann, und er bekommt eine spezielle Diät die er allerdings im Moment noch nicht so wirklich anrührt. Er trinkt ab und zu mal wieder etwas Wasser und nimmt sich auch mal etwas von seinem Futter aber nur in geringen Mengen. Er freut sich immer sehr wenn man zu ihm geht, den dann legt er sich auf den Rücken und möchte gestreichelt werden. Er ist ein ganz lieber und ruhiger Hund. Die anderen Hunde Pitú und Candy haben sich sehr über ihn gefreut und haben ihm auch direkt ein paar Begrüßungsküsschen gegeben. Wir hoffen dass Rodolfo sich über das Wochenende etwas von seinem Straßenleben erholt und hoffen dass wir am Montagnachmittag etwas Klarheit bekommen bzgl. seiner Gesundheit. Wir wissen noch nicht ob er dies alles überleben wird, denn anstatt ihn mit Abfällen zu füttern, hätte er schon wesentlich früher zum Tierarzt gebracht werden müssen. Wir drücken ihm alle die Daumen und geben ihm viel Liebe und Wärme und hoffen dass er durchhält und einen starken Lebenswillen hat.

Rodolfo_schlaeft
Pitu_liebt_Rudolfo

27.12.06

Es scheint, als sei er über den Berg. Der Bluttest hatte eine sehr starke Leishmaniose Erkrankung ergeben. In seinem Fall waren die Anzeichen äußerlich nicht so eindeutig erkennbar, wie das sonst der Fall ist und offenbar haben wir es mit einer nicht ganz gängigen Form dieser Krankheit zu tun. Wir haben natürlich sofort mit der Behandlung angefangen und es sieht so aus, als würde sie auch gut anschlagen. Auf jeden Fall ist Rodolpho recht lebhaft geworden und nachdem er tagelang seine Nahrung immer wieder erbrach, behält er nun alles bei sich und beginnt langsam auch etwas Gewicht zuzulegen.

Sein Lebenswille scheint recht groß zu sein und er ist auch längst nicht mehr so apathisch wie am Anfang. Er entwickelte sich sehr schnell zum Katzenjäger und auch wenn er noch etwas schwach ist, so kann ihn eine Katze immer aus der Reserve locken und dann mobilisiert er alle Kräfte, um ihr - wenn auch erfolglos - hinterher zu jagen, soweit man von “jagen” überhaupt sprechen kann. Naja, Sarah hat Vorsorge getroffen und keine Katze ist wirklich in Gefahr. Es ist aber schon lustig zu beobachten, wie ein wirklich schwacher, kranker Hund plötzlich zu neuem Leben erwacht, weil er eine Katze sieht. Kaninchen und andere Tier sind ihm egal, aber die Katzen...... möglicherweise will er auch nur mit den Katzen spielen, aber das wollen wir erst mal noch nicht ausprobieren.

Wir haben auf der Quinta ja einige “Katzenjäger” und oftmals stellt man fest, dass es letztlich nur ums Spielen geht. Viele Hunde finden Katzen offenbar lustig, weil sie sehr schnell rennen und klettern können. Viele unserer Katzen haben die Hunde längst durchschaut und kommen immer wieder freiwillig in den Lebensbereich des Rudels und das auch noch während der Futterzeit. Wenn die Hunde es dann bemerken, bewegen sich die Katzen einfach nicht und bleiben stur sitzen. Die Hunde schauen dann etwas verdutzt und gehen wieder. Allerdings sind wir immer dabei, wenn Hund und Katze sich treffen, denn normalerweise haben die Katzen ja ihren eigenen, abgetrennten Bereich.

Wir gehen mal davon aus, dass Rodolpho von seinem Wesen her ein recht verspielter Hund ist und gerne Action hat. Jetzt aber muss er erst mal gesund werden, soweit das geht, denn Leishmaniose ist ja nicht nachhaltig heilbar. Es bedarf einer lebenslangen Medikamentengabe, womit der Hund allerdings auch recht gut leben kann und sich selbst gut fühlt, wie man an unserer Bica sehen kann.

01.01.07

Auch unser lieber Rodolfo ist gut ins neue Jahr gekommen. Es geht im immer besser und sind nach wie vor guter Dinge, dass er es schafft. Seine “Vorliebe” für Katzen können wir ihm wohl nicht abgewöhnen, aber ok, wir werden sicherlich einen liebevollen Besitzer finden, der keine Katzen hat. Wir gehen nach unseren bisherigen Beobachtungen dennoch davon aus, dass er keinen eigentlichen Jagdtrieb hat, denn weder Kaninchen noch sonstige andere Tiere interessieren ihn. Mag sein, dass er mit Katzen auch mal schlechte Erfahrungen gesammelt hat. Wir freuen uns, dass wir auch ihn offenbar retten können und hoffen sehr, dass sich sein Zustand weiterhin stabil verbessert und es keine Rückfälle gibt. Leishmaniose ist zweifellos keine harmlose Krankheit, aber andererseits muss man auch sagen, dass wir bisher glücklicherweise noch keinen Hund deswegen verloren haben, wirklich ein Glück und ein Geschenk des Himmels. Wir (speziell Sarah) beschäftigen uns intensiv mit der Krankheit und den diversen Therapien und können die Erfahrungen natürlich auch sehr gut an andere Hundebesitzer weitergeben. Mit unseren mittlerweile 3 Tierärzten haben wir auch ein recht breites Spektrum an Wissen und unterschiedlichen Erfahrungen, die alle bei uns zusammenfließen. Gerade hier im Süden haben die Ärzte natürlich auch mehr Praxis in der Behandlung dieser typischen MMK und das kann für alle Betroffenen nur von Nutzen sein. Wenn Sie fragen haben, schreiben Sie uns einfach an. Sarah antwortet Ihnen gerne.

23.01.07

Rodolfo ist genesen und lebt jetzt ganz auf der Quinta mit dem Rudel und nicht mehr im Appartement von Sarah. Da er noch sehr dünn ist, schläft er aber in unserem Badezimmer, was nachts der wärmste Raum im Haus ist. Tagsüber lebt er im Rudel und behauptet sich da auch sehr gut. Als er ankam, wurde er von allen ausführlich beschnuppert und offenbar war dem Rudel klar, dass dieser Neuankömmling krank und schwach ist. Sie haben ihn regelrecht liebevoll aufgenommen und so hat er sofort seinen Platz im Rudel finden können.

 Jetzt ist er ja wieder ganz fit und auch kräftiger, sodass er sich ggf. auch durchsetzen kann, wenn es mal Unstimmigkeiten gibt. Dennoch bleibt das Rudel ihm gegenüber tolerant und auch große Hunde lassen sich schon mal was von ihm gefallen, weil sie akzeptieren, dass er schwach und klein ist. Unser Eindruck ist, dass er mental durchaus stark ist und sich zu behaupten weiß, allerdings niemals dominant sein wird. Er ist ein ganz lieber Kerl, aber auch nicht wirklich ängstlich, was für einen neuen Besitzer sehr von Vorteil ist.

Seine Leishmaniose ist jetzt soweit ausgeheilt, man muss allerdings wissen, dass diese Krankheit ja niemals endgültig geheilt werden kann. Rodolfo wir sein restliches Leben lang seine Tabletten bekommen müssen (die aber nicht so teuer sind) und kann dann aber auch ein wirklich glückliches und kraftvolle Leben führen. Unsere Bica ist ja der beste Beweis dafür.

03.04.07

Rodolfo suchte ja eigentlich ein Zuhause wo man sich um ihn kümmert, ihm Liebe und Lebensfreude schenkt und ihm Geborgenheit vermittelt. Er ist ja stubenrein und macht keinerlei Unsinn, er ist nicht aggressiv und auch nicht verschüchtert. Im Umgang ist er völlig unkompliziert und so wie er auftritt einfach lustig und ein fröhliches Kerlchen. Sein starker Lebenswillen hatte ihn überleben lassen.

Wenn sich also für ihn jemand gemeldet hätte, wäre das echt toll gewesen. Er ist so ein süßer Hund, auch wenn er nicht so ganz den Vorstellungen von einem schönen Hund entspricht, aber was ist schon schön??? Das Wesen eines Hundes ist wichtig und aus der Seele des Tieres entspringt auch seine Schönheit. Rodolfo ist sehr sehr schön....... Nun hatten wir mit dem Versuch einer Vermittlung leider keinen Erfolg, warum......??? Das kann man schwer sagen, nur vermuten. Und doch hat sich in der vergangenen Woche noch alles zum Guten gewendet, indem sich Paten seiner annehmen wollten.

Rodolfo_klein
Rodolfo_Treppe
Rodolfo_Portrait_04
Rodolfo_Portrait_05

Rodolfo ist ja mittlerweile der beste Freund unserer lieben Leica geworden - die ja seit 23.03.07 bei uns lebt und zurzeit noch auf der Krankenstation bleiben muss. Ebenso wie Leica hat auch er jetzt Glück gehabt. Herbert Klein hat eine Vollpatenschaft für den knuffigen Rodolfo übernommen und damit kann er komplett versorgt werden und vor allem bei uns bleiben. Wir können dadurch natürlich auch sehr genau auf seine gesundheitliche Entwicklung achten, seine Werte kontrollieren und sofort reagieren, wenn es ihm schlechter gehen sollte. Wir freuen uns ungemein, dass sich alles so entwickelt hat. Herzlichen Dank für die großzügige Unterstützung!!!

21.01.08

Wenn ein Kleiner nicht weiß, dass er klein ist, kann er große Dinge vollbringen!

Rodolfo hat sich mittlerweile zum „Herrn Rodolfo“ entwickelt und eine recht massive, gesundheitliche Krise gemeistert, die ihn noch stärker und souveräner werden ließ. Er wollte nichts fressen, magerte ab und schlief ständig. Sicher hätten ihn andere schon abgeschrieben und auch unsere Tierärztin fand den Zustand von „Herrn Rodolfo“ nicht unbedingt überlebensfähig. Doch „Herr Rodolfo“ sollte sich bekrabbeln wie er sich immer schon bekrabbelt hatte. Wir kochten ihm Huhn und Reis welches er anfänglich noch sehr schmackhaft fand. Sarah telefonierte mit Christiane Maasjost in Köln, die sich Rodolfos Geschichte anhörte und entsprechende Ideen zur Behandlung beisteuerte. Kosten und Mühen scheuten wir nicht, bestellten homöopathische Mittel in Deutschland und verabreichten diese alle zwölf Stunden mit zusätzlichen Medikamenten die er morgens und mittags bekam.

Ehepaar_Rudi_Leica
Rudi_Welpenhuette

„Herr Rodolfo“ wollte in der Krankenstation sein gekochtes Huhn nicht mehr zu sich nehmen und Hüttenkäse mundete ihm auch nicht mehr. Da er auszutrocknen drohte, nahm Sarah ihn mit nach Hause, um ihn an den Tropf zu legen. Bei Sarah fing er dann wieder an zu fressen. In Gesellschaft von zwei Katzen, die „Herr Rodolfo“ seid je her nicht mochte und der Gesellschaft von Pitú, Tamara und Candy, nahm er nun sein zerkleinertes Futter an. Er hatte sogar, wenn er auch sonst kaum Kraft hatte, Energie die Katzen zu fixieren und sie anzubellen. Dabei stand er sehr wackelig auf den Beinen, aber sein Wille zu zeigen, dass er Katzen nicht mochte, war größer als die Gefahr dabei zusammen zu klappen. Nach drei Tagen war die kritische Phase vorbei und „Herr Rodolfo“ zog wieder zu seiner „Frau“ Leica in die Krankenstation der Quinta. Hier mäkelte er wieder am Futter herum und auch das gekochte Kaninchen verschmähte er.

Kurzerhand zog er dann in Johannes Haus und siehe da, „Herr Rodolfo“ bekam wieder Appetit. Er stand schon viel sicherer auf den Beinen und die Medikamente schienen zu wirken. Er suchte sich den Schinken aus dem Hüttenkäse, verachtete den gekochten Reis und entschied, dass er von Hühnchen die Nase voll hatte und Kaninchen nun sein Leibgericht wurde. Trotzdem waren wir aber froh, dass er überhaupt etwas fraß und auch ausreichend trank. Sein Zustand wurde von Tag zu Tag besser. Nach fünf Wochen ist „Herr Rodolfo“ nicht mehr wieder zu erkennen.

Rudi_Portrait_101
Rudi_November
Rudi_Portrait_102

Schon lange kochen wir kein Kaninchen mehr und haben festgestellt, dass er in Gesellschaft besser zum Fressen animiert wird als alleine und dass er lieber im Haus nächtigt als bei seiner „Frau“ Leica. Sein Appetit ist riesengroß geworden und er vertilgt mittlerweile eine Dose Spezialfutter und auch Trockenfutter über Nacht. Schon länger müssen wir ihn nicht mehr in die Krankenstation tragen denn „Herr Rodolfo“ rast lieber selber dort hin. Beim Frühstück mit Rex und Caniche hat er als erstes den Napf leer und auch abends zeigt er ebenso großen Appetit bei der „Gute Nacht Runde“.

„Herr Rodolfo“ hat sein Gewicht von knapp sieben Kilo, die er wog als es ihm so schlecht ging, nun auf fast 10 Kilogramm gesteigert. Sein Bäuchlein ist kugelrund und nur die Wirbelsäule muß noch etwas umrundet werden. „Herr Rodolfo“ sprüht vor Lebensenergie und zeigt den Welpen wo es lang geht, wenn sie ihn ärgern wollen. Auch Rudelchef Rex wurde neulich angebrummt, als Rodolfo in der Hütte von Marley und Brandy lag und Rex nur mal nach dem Rechten sehen wollte. „Herr Rodolfo“ hat es geschafft und strotzt vor Energie. Er zeigt sich so dankbar und fröhlich wie wir ihn hier noch nie erlebt haben. Er liebt es vor dem Kamin zu liegen und versucht abends nach der Pippi-Runde die Katzen zu verjagen, die auf Ihr Futter warten. Wir hoffen, dass er sich hier noch sehr lange so stabil hält und haben wieder einmal den besten Beweis dafür, dass es sich lohnt um Tiere zu kämpfen anstatt sie für lebensunfähig zu erklären und einzuschläfern

22.01.08

Großer Dank gilt hier auch der lieben Frau Christiane Maasjost von Parasitus EX e.V. die uns tatkräftig unterstützt und mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat und immer noch jederzeit für uns da ist.

Rodolfo

Tattoo ist froh hier zu sein

Armani & Channel

Menina lacht immer, wenn Sie nette Menschen sieht

Unsere Flaschenkinder

Fritz als Baby

Mozart entdeckt die Welt


Home

 powered by Spikinet Lda. 2006/2008 - Impressum - aktualisiert: 14.04.2008

Aktuelles
Partner
Logo_Web_170