















Dies ist eine Geschichte, die lehrt, wie man Tierschutz nicht betreiben sollte!!!!
Im Juni bekamen wir einen Anruf von unserem Nachbarn, der uns um Hilfe bat. Eine Kundin von ihm hatte einen zurückgelassenen Schäferhund bei sich aufgenommen, doch nun musste sie zurück in ihre Heimat in die Schweiz und wollte den Hund nicht einfach seinem Schicksal überlassen. Als wir schließlich die Schweizerin anriefen und unsere Hilfe anboten, war sie unendlich dankbar, weil sie schon sämtliche Tierschutzvereine angesprochen hatte, doch keiner wollte ihr helfen. Sie erklärte uns dann die missliche Situation. Der Hund gehörte eigentlich ihrem Nachbarn, doch der habe schon vor Monaten das Land verlassen, jedoch ohne seinen Hund, den habe er einfach zurückgelassen. Sie habe sich seit dem Verschwinden des Nachbarn um den Hund gekümmert, doch das könne sie nun nicht mehr, da sie in die Schweiz müsse. Wir sahen jedoch keine Möglichkeit und keine Kapazitäten, einen Schäferhund bei uns aufzunehmen. Daher haben wir bei einer anderen Tierschutzorganisation angefragt, der wir schon häufig geholfen haben, indem wir ihnen Tiere, vor allem Welpen, abgenommen haben, und eine Hand wäscht ja schließlich die andere. Sie waren auch grundsätzlich bereit, den Hund zu nehmen, allerdings erst nach Ablauf von zwei Wochen, da eine Reise bevorstand. Es war mit ihnen abgesprochen, dass der Hund geimpft und entwurmt wird, damit er die beiden Wochen in einem Hundehotel verbringen kann, wo sie ihn dann später abholen wollten. Gesagt, getan, und die Hundepension machte sogar auch noch einen speziellen Preis für diesen speziellen Fall. Beim Tierarzt wurde festgestellt, dass der Hund einen Microchip hat, also konnte auf diese Weise festgestellt werden, woher er ursprünglich stammt. Damit kam ein Stein ins Rollen, denn es kam eine unglaubliche Geschichte zutage:


Der Hund hat den Namen Tristan und gehörte ursprünglich zu einem Schweizer Tierschutzverein. Unsere Tierärztin rief daraufhin dort an, um nachzufragen, wie es nun weitergehen soll mit dem Hund. Doch der Verein war höchst erstaunt über den Anruf, denn sie sind davon ausgegangen, dass der Hund schon längst nicht mehr am Leben sei. Angeblich sei er bereits vor vier Jahren wegen eines Gehirntumors eingeschläfert worden, das war jedenfalls die Information, die sie von seinem damaligen Besitzer, an den sie Tristan vermittelt haben, erhalten haben. Das war natürlich eine riesige Überraschung für alle Beteiligten, dass Tristan höchst lebendig auf dem Behandlungstisch saß. Der Verein erklärte sich sofort bereit, ihn zurückzunehmen, allerdings müsste er dort in einem Zwinger leben und hätte nur geringe Chancen, ein neues Zuhause zu finden, da der Verein mehr als 200 herrenlose Hunde beherbergt. Das wäre natürlich die einfachste Lösung gewesen, aber natürlich wollte hier niemand, dass der Hund wohmöglich sein restliches Leben in einem Zwinger verbringt. Also blieb alles bei der Vereinbarung, Tristan für zwei Wochen in die Hundepension zu geben, aus der er anschließend von der anderen Tierschutzorganisation abgeholt werden sollte. Damit war für uns das Thema abgeschlossen, denn wir sind natürlich davon ausgegangen, dass alles so laufen würde wie besprochen.
Doch Anfang August bekamen wir einen Anruf von der Hundepension. Sie fragten, wann denn nun endlich jemand kommen würde, den Hund abholen. Wir waren natürlich sehr erstaunt über diese Frage, aber sie war berechtigt, denn die Tierschutzorganisation, die zugesagt hatte, ihn nach zwei Wochen zu holen, hatte ihn jedoch nicht abgeholt. Wie eine Nachfrage bei der Organisation ergeben hat, hatten sie auch nicht vor, ihn zu holen mit der Begründung, dass Tristan böse, aggressiv und bissig sei.
Leider hatte sich unsere Situation nicht verändert, also hatten wir platzmäßig leider immer noch keine Kapazitäten, Tristan bei uns aufzunehmen. Hinzu kommt, dass Tristan wohl keine anderen Hunde um sich herum akzeptiert, so dass er also auch nicht so einfach in unserem Rudel integriert werden kann. Also baten wir die Tierschutzorganisation erneut, sich um eine Lösung des Problems zu kümmern, denn schließlich hatten sie das ja auch zugesagt.


Bis zum 3. Oktober hörten wir nichts von dem Hund. Doch an diesem Tag kam ein erneuter Anruf von dem Hundehotel, denn Tristan war noch immer nicht abgeholt worden. Seit Juli wurde auch nichts mehr für seine Unterbringung bezahlt, das kam auch noch dazu, obwohl auch hier eine Zusage dieser besagten Tierschutzorganisation bezüglich der Übernahme der Unterbringungskosten gemacht wurde. Da Tristan seit nunmehr vier Monaten in einem für seine Größe verhältnismäßig kleinen Zwinger untergebracht ist, ist er nach Aussage der Hundepension noch aggressiver und gefährlicher geworden, gebissen habe er sogar auch schon und mit anderen Hunden vertrage er sich überhaupt nicht. Deshalb müsse er dringend dort abgeholt werden, ansonsten würden sie ihn einschläfern lassen, denn schließlich seien sie ein Hotel und kein Tierheim – und Tristan ist nicht der einzige herrenlose Hund dort. Wie wir jetzt erfahren haben, sind dort viele Hunde, die dort abgegeben wurden und nie wieder abgeholt wurden… außerdem wird Platz für die Weihnachtsferien benötigt....
Bei Sarah, die den Anruf entgegengenommen hat, haben sofort alle Alarmglocken geläutet, denn wir wollen natürlich auf gar keinen Fall, dass der arme Hund umgebracht wird, noch dazu völlig grundlos. Tristan kann am allerwenigsten für die ganze Misere, er ist lediglich der Leidtragende. Sarah hat also sofort zugesagt, dass wir uns um den Hund kümmern werden und hat auch gleich eine Verabredung für den 5. Oktober getroffen, damit wir uns selbst mal ein Bild von dem angeblich so aggressiven und gefährlichen Schäferhund machen können, den keiner haben will.
Sarah und Carola sind also dorthin gefahren. Eigentlich wollte Johannes mitfahren, aber uns wurde gesagt, dass Tristan auf Männer noch aggressiver reagiert als auf Frauen – und das sei schon schlimm genug. Auf der Fahrt dorthin haben wir uns ausgemalt, was uns dort erwarten könnte. In unserer Vorstellung sahen wir einen zähnefletschenden und geifernden Hund, der uns am liebsten fressen würde, wäre er nicht in seinem Zwinger. Doch als wir dort ankamen, trauten wir unseren Augen nicht. Er wurde in ein Freilaufgehege gelassen, und Sarah und ich haben ihn von außerhalb beobachtet, weil wir nicht wussten, wie er auf uns reagieren würde. Allein von seinem Aussehen waren wir schon mal beeindruckt, denn er ist ein bildhübscher Schäferhund. Doch dann kam der Hammer. Tristan ist total verspielt und hat mit der Angestellten der Hundepension ausgelassen mit dem Ball gespielt. Darüber waren wir schon sehr erstaunt, denn wir hatten wie gesagt eine andere Vorstellung von ihm gehabt. Letztendlich sind Sarah und ich auch in das Freilaufgehege gegangen und haben ebenfalls mit ihm Ball gespielt. Er hat uns ganz freundlich empfangen und hat sich gefreut, dass er nun sogar drei Spielkameraden hatte. Tristan ist ein ganz lieber Hund und war uns gegenüber überhaupt nicht aggressiv, im Gegenteil. Er holt die Bälle, die man wirft, bringt sie wieder und legt sie einem vor die Füße, damit man noch mal wirft. Das macht ihm so viel Freude.



Momentan ist er aber logischerweise sehr auf die Angestellte fixiert, die sich am meisten um ihn kümmert. Bei ihr hört er auch auf´s Wort. Tristan ist ein willensstarker Hund mit viel Temperament und Ausdauer. Wegen seiner angeblich besonders ausgeprägten Aggressivität Männern gegenüber wird Johannes beim nächsten Mal mitfahren, denn wir werden ihn jetzt ohnehin mehrmals in der Woche besuchen gehen. Wir werden dann berichten, wie es gelaufen ist, denn nach unseren Erfahrungen stellen wir das nun auch etwas in Frage…
Nach Absprache mit der Hundepension darf Tristan bis Ende November noch dort bleiben, doch dann muss er definitiv abgeholt werden. Diesmal kümmern wir uns natürlich selbst darum. Am liebsten wäre uns, wir könnten ihn sofort zu uns holen, aber wir haben noch Zweifel, ob das eine gute Idee wäre, weil er wohl – und das scheint tatsächlich zu stimmen – wirklich Probleme mit anderen Hunden hat, vor allem mit jungen Hunden, und die haben wir ja nun mal zuhauf. Er hat keinerlei Rudelerfahrung und wurde bisher immer als Einzelhund gehalten. Die beste Variante wäre, er würde direkt an einen neuen Besitzer vermittelt werden, dann bräuchte man ihn nun nicht noch einmal aus seiner gewohnten Umgebung rausreißen, damit er erstmal bei uns sein kann, um dann von hier aus wieder vermittelt zu werden, das macht keinen Sinn. Der arme Hund ist in seinem ca. achtjährigen Leben so viel hin- und hergeschubst worden…
Jedenfalls war der Besuch dort sehr, sehr aufschlussreich für uns. Es hat sich ganz klar herausgestellt, was Tristan braucht: Er braucht einen Besitzer oder eine Besitzerin mit viel Hundeerfahrung und Durchsetzungsvermögen, ansonsten tanzt er einem auf der Nase herum. Tristan braucht jemanden, an dem er sich orientieren kann, der ihm konsequent sagt, wo es lang geht, damit er weiß, wie er sich zu verhalten hat. Er ist ein Hund, der die volle Aufmerksamkeit braucht. Man muss sehr viel Zeit mit ihm verbringen, viel mit ihm spielen und Übungen machen, denn er muss gefordert werden, sonst ist er unterfordert. Er braucht sehr viel Auslauf, damit er ausgelastet ist. Tristan ist sehr lernfähig, trotz seines nicht mehr ganz so jungen Alters. Er ist stubenrein und leinenführig. Bei seinem letzten Besitzer wurde er an der Kette gehalten, wo er auf das Haus aufpassen sollte. Er ist also ein sehr guter Wachhund.
Wir haben beschlossen, dass Rex nun endgültig auf der Quinta bleiben darf und nicht vermittelt werden soll. Er hat sich perfekt eingelebt, ist vollständig sozialisiert und zu einem absolut lieben Hund geworden. Er wurde sein Leben lang herumgestoßen und hat eine lange Irrfahrt über die Jahre hinter sich bringen müssen. Das soll jetzt ein Ende haben. Hier ist er glücklich und hier darf er auch bleiben. Er ist uns allen so sehr ans Herz gewachsen, und wir bewundern seine innere Kraft. Er hat sich trotz allem was er erlebt hatte, nochmals umgestellt, hat viel Neues gelernt und sich von seinen Traumata gelöst; er ist innerlich enorm gewachsen und vom gefährlichen Einzelgänger zum sozialen und lieben Rudelhund geworden. Er hat es verdient, dass er nun seine innere Ruhe finden kann und sich keiner neuen Veränderung mehr stellen muss.
Daher sucht Rex auch jetzt Paten, die ihm helfen wollen, sein Leben bei uns zu finanzieren und sicher zu stellen, dass er NIE MEHR in ein anderes Zuhause muss. Wie eine Patenschaft abläuft lesen Sie ->>HIER. Wenn Sie ihm helfen wollen, dann schreiben Sie uns einfach eine Mail. Vielen Dank!!!

10.10.06 - Heute war ich, Johannes, zum ersten Mal bei Tristan, um zu sehen, wie er tatsächlich auf Männer reagiert und um ihn bei seinen Spielen mit Caroli zu beobachten. Als er mich vor dem Zaun zum ersten Mal sah bellte er tatsächlich recht massiv und zeigte auch gewisse Aggressionen. Allerdings fletschte er nicht die Zähen, als wollte er mich fressen. Im Bellen ging er rückwärts und zeigte eindeutig, dass er sich unsicher fühlte und nicht so recht wußte, was er von mir zu halten hatte. Ich verhielt mich einfach ruhig und dann ging Caroli mit der Betreuerin des Tierhotels in den abgezäunten Bereich, um mit ihm zu spielen. Ohne Probleme begann er sofort mit Caroli zu toben, brachte seinen zerkauten Fußball und wartete, dass sie ihn wegwarf. Sie hatte keine Probleme, ihm was aus dem Maul zu nehmen, ihm Befehle zu geben und ihn “Sitz” machen zu lassen.

Das Ganze ging gut eine halbe Stunde so, während ich am Zaun stand und nur zuschaute, ohne was zu sagen. Ich beobachtete ihn, wich jedoch seinem Blick niemals aus und schaute ihm auch in die Augen. Immer wieder sah er für einen kurzen Moment nach mir und spielte dann mit Caroli weiter. Die Betreuerin war ebenfalls da und so hatte er reichlich Gelegenheit, ausgiebig zu toben.
Dann verließen die beiden Frauen, seinen Auslaufbereich und die Betreuerin ging weg, die anderen Hunde zu füttern. Ich stand ganz nahe am Zaun und rief ihn zum ersten Mal ganz bewußt zu mir. Mit erwartungsvollen Augen sah er mich an, nahm seinen zerknautschten Fußball und brachte ihn an den Zaun, um mich zum Spielen aufzufordern. Mit der Hand kickte ich den Ball ein wenig weg, soweit man das durch den Zaun kann und er freute sich mächtig. Immer wieder brachte er den Ball zu mir und als ich am Zaun entlang zur anderen Seite ging kam er nach um den Ball zu bringen.
Dann nahm ich ein Leckerchen aus der Tasche, sah ihm tief in die Augen und ließ ihn “Sitz” machen, was er auch tat. Ich steckte die Finger durch den Zaun und war gespannt, ob ich anschließend eine Prothese brauchen würde. Nun... ich schreibe diesen Text ohne Prothese..... vorsichtig nahm er das Leckerchen aus meinen Fingern. Das wiederholte ich noch etliche Male und immer mehr suchte er den Augenkontakt mit mir. Ich konnte ihn mit Blicken und kurzen Kommandos jeweils “Sitz” machen lassen und es war niemals auch nur eine Spur von Aggression zu spüren. Er wollte spielen.
Leider ließ die Betreuerin mich nicht in sein Gehege gehen, da sie Angst hatte, Tristan würde mir an die Kehle springen. Sie war zuvor auch der Meinung, er würde Caroli und mir die Hand abbeißen, wenn wir im Leckerchen mit den Fingern gäben.... nun, ich musste dennoch ihren Wunsch respektieren und verabredete mit ihr, dass ich jetzt regelmäßig kommen würde, damit Tristan sich an mich gewöhnt und ich dann auch in sein Gehege gehen kann.
Die Zeit drängt ja nun auch schon sehr, denn in etwa 6 Wochen soll er eingeschläfert werden, wenn es keine Lösung gibt. Wir würden ihn auch sehr gerne zu uns holen, aber laut Aussage der Betreuerin, akzeptiert er keine anderen Tiere neben sich und sie vermutet, dass es sofort eine böse Beißerei geben würde. Tristan ist ein starker, großer Hund, aber wir sehen dennoch nicht das Aggressionspotential in ihm, das man ihm nachsagt. Verharmlosen sollte man ihn allerdings auch nicht, denn er wurde als Wachhund auf die Kehle des Menschen trainiert und soll angeblich auch schon mal angegriffen haben. Also werden wir ihn langsam an uns gewöhnen und dann sehen, wie er sich entwickelt. Klar ist, dass er in sehr erfahrene Hände kommen muss, denn wer diesen Hund übernimmt, übernimmt auch große Verantwortung. Nach meinem heutigen Erleben muss ich aber auch sagen, dass er seinem Besitzer sehr viel Freude machen würde und sicherlich auch ein absolut treuer Gefährte ist. Ob er sich letztlich doch mit anderen Hunden vertragen würde, kann ich noch nicht einschätzen. Ihn jetzt aber zu unserem Rudel zu geben, wäre ein zu großes Risiko für beide Seiten, denn Tristan kennt das Rudelleben gar nicht und würde sich sicherlich erst mal falsch verhalten - trotz gewisser Instinkte, die ja ein Hund immer hat. Die Folgen für ihn wären evtl. fatal und auch unsere Hunde könnten verletzt werden.
Also werden wir ihn jetzt regelmäßig besuchen und mit ihm arbeiten, um zu sehen was genau geht und was nicht und um auch den neuen Besitzer ggf. gut beraten zu können.
26.10.06
Tristan wird immer zutraulicher und verspielter. Heute hat Sarah sich wieder länger mit ihm beschäftigt und war zum ersten Mal mit ihm ganz alleine, also auch ohne die ihm vertraute Tierpflegerin. Er hat ausgelassen mit ihr gespielt, hat sich auf den Rücken geworfen, um am Bauch gekrault zu werden und lief ohne Probleme sogar “bei Fuß”. Leckerchen bekam er bewußt sehr sehr selten und wenige, denn er soll ja nicht auf solche Dinge fixiert werden, sondern aus anderen Gründen hören, spielen und eben seine eventuellen Aggressionen verlieren, die wir bis heute immer noch nicht gesehen haben. Dennoch nahm er die extrem kleinen Leckerchen (Katzenfutter) sehr sehr vorsichtig aus der Hand. Der entscheidende Moment aber kam, als Tristan an Sarah hochsprang und mit dem Maul vor ihrer Kehle stoppte. Wir haben ja gehört, es sei darauf trainiert, genau da zuzubeißen. Sarah blieb ruhig, wenngleich es ihr auch ein wenig komisch wurde, doch das war ein ganz wichtiger Moment. Es war kein bisschen Aggression oder ähnliches zu spüren, statt dessen wurde Sarah´s Gesicht abgeleckt und er zeigt ihr seine Liebe und Zuneigung. Auffällig ist, dass er immer noch den Augenkontakt sucht und je mehr man ihm in die Augen sieht, um so sicherer scheint er sich zu fühlen und um so ausgelassener spielt er.
Mittlerweile halten wir Vieles, was uns über Tristan erzählt wurde, für Horrorgeschichten, die kaschieren sollen, wie man diesen Hund behandelt hat. Mag sein, dass er im passenden Augenblick auch zubeißt, das kann man nie ausschleißen, aber er ist mit Sicherheit kein originär aggressiver Hund, den man nicht bändigen könnte. Er ist auch keine Waffe oder so, er ist ein Wesen, dass tief in seinem Herzen verunsichert ist, einsam und auch ein wenig traurig. Wer ihm Sicherheit, Kontinuität, klare Orientierung und Liebe gibt, hat gewonnen. Wir jedenfalls lieben Tristan sehr und bewundern diesen super klasse Hund.
27.10.06 bis 30.10.06
Am Sonntag war Miguel zum ersten Mal mit Sarah bei Tristan, denn wir wollten testen, wie er auf einen Mann südländischen Typs reagiert, der bei Hunden eher zurückhaltend ist und vor allem keine Erfahrung hat. Die Beiden gingen diesmal von außen entlang des Zauns an das Grundstück heran, was normalerweise bei Tristan einen Aggressionsschub auslösen müsste, folgt man den uns bekannten Beschreibungen. Also kamen diesmal 2 negative Faktoren zusammen. Sarah stellte sich also mit Miguel an den Zaun unten an der Straße und rief nach Tristan, der immer Rex gerufen wird. Doch statt bellend und zähnefletschend runterzurennen, kam er freudig wedelnd zum Zaun und begrüßte Sarah. Dann musterte er Miguel für eine kurze Zeit und beschloss, diesen auch zu mögen. Die Hand durch den Zaun gestreckt wurde sofort freundlich abgeleckt und es gab auch nicht den Hauch einer Aggression. Danach blieb leider nicht viel Zeit, um mit ihm zu spielen, weil wir uns ja immer noch nach den Regeln des Hundehotels richten müssen, aber der Test war gut gelaufen und das ist die Hauptsache.
Als nächsten Schritt haben wir nun beschlossen, Tristan zu einem normalen Spaziergang abzuholen und dann seine Reaktionen zu beobachten. Johannes und Sarah werden mit ihm auch wegfahren und Tristan einem befreundeten, sehr erfahrenen Hundetrainer vorstellen, der speziell mit aggressiven Hunden umzugehen weiß. Wir werden dabei auch versuchen, den Mann zu überreden, Tristan für 2-3 Monate aufzunehmen, damit die Situation in dem Hundehotel erst mal entschärft ist, denn dort ist man immer noch wild entschlossen, in wenigen Wochen einzuschläfern, weil man den Platz braucht und Tristan auch eine zusätzliche Belastung ist, wegen “seines Verhaltens......”
Wir wollen in den nächsten Tagen und Wochen so viel wie möglich über den Hund lernen und zwar aus eigener Erfahrung, denn es zeigt sich immer mehr, dass er ganz anders ist, als bisher dargestellt. Genau das aber gibt uns Hoffnung. Ok, der gute Tristan ist 8 Jahre alt und niemand weiß, wie und auf was genau er trainiert wurde. Also kann man auch zurzeit noch nicht ganz genau abschätzen, was mit ihm los ist. Unsere Beschreibungen hier sollen auf keinen Fall ein mögliches Aggressionspotential verharmlosen, obwohl wir es bisher noch nicht gesehen haben. Wir beschreiben hier einfach ganz objektiv, was wir erleben und hoffen immer noch, dass uns ein erfahrener Hundefreund in Deutschland hilft, Tristan ein neues Zuhause zu geben. Falls es also mal unangenehme Erlebnisse mit ihm geben sollte, werden wir natürlich auch davon auf dieser Seite berichten.
30.10.06 bis 16.12.06
In der ganzen Zeit seit Oktober, haben wir ja nach einer guten Lösung für unseren tollen Tristan (den alle Rex nennen) gesucht. Leider hat sich niemand gemeldet, der an ihm interessiert ist und daher wussten wir nicht so recht was wir machen sollten. Der letztmögliche Termin, ihn zu retten war der 15.12.06. Dann musste Rex aus dem Hundehotel oder er würde eingeschläfert. In der Zeit haben wir dann auch noch ein anderes Problem bekommen: Frau Bridget Hicks (eine an der Algarve bekannte Tierschützerin), die ja Rex in dem Hundehotel hinterlassen hatte und ihn ja ursprünglich auch aufnehmen sollte, weigerte sich auf einmal die Kosten für den Aufenthalt von Rex bis Oktober wie vereinbart zu bezahlen was schnell zu einem Riesenproblem wurde. Die Besitzer des „Petparks“ wollten nach all der Arbeit und auch angeblichem Ärger, den sie mit Rex gehabt hatten, den Hund auch keine Minute länger dort haben wenn niemand die ausstehenden Monate bezahlen würde, bevor wir Rex ja im Oktober sozusagen übernommen hatte. Wir hatten unseren Teil bezahlt ab dem 01.10.06, denn das war der Tag, als man uns benachrichtigt hatte, dass der Hund noch da sei und sie ihn ansonsten einschläfern würden, wenn wir ihn nicht nehmen würden. Also hat Sarah einen ganzen Abend lang telefoniert und verhandelt und so durfte Rex dann doch bis zum 15.12.06 bleiben. Wir sind natürlich alle sehr über das Verhalten der Tierschützerin Bridget Hicks gechockt, da sie recht viel finanzielle Unterstützung aus England bekommt und es eigentlich nicht nötig hat, jemanden Geld zu schulden. Doch wie so oft, endete auch in diesem Fall der Tierschutz, als es unbequem und teuer wurde. Ehrlichkeit und Worttreue fallen dann oft genug hinten runter
Unser Problem war aber immer noch, wohin mit Rex ab dem 15 Dezember.....
Sarah sprach dann mit einem Bekannten, der einen Tierladen besitzt und auch Hundetrainer ist. Da er viele Leute kennt, haben wir von ihm einen Tipp bekommen. Ein Polizeihundetrainer den Sarah auch schon seit langen Jahren kennt, würde uns möglicherweise weiterhelfen. Also haben wir unser Glück versucht, nachdem unser Bekannter bei ihm ein gutes Wort für uns eingelegt hatte. Beziehungen sind eben alles…..
Er war erst nicht so überzeugt Rex zu nehmen, da er Platzmangel hat und eigentlich kein Tierhotel ist, sondern Züchter für Polizeihunde. Sarah hat ihm Rex dann letzte Woche vorgestellt und der gute Herr Sá Martins, hat sich dann bereit erklärt, Rex bis zum 06.01.07 zu nehmen. Ab dem 06.01.07 darf Rex dann zu uns auf die Quinta, wo bereits ein sicherer großer Garten für ihn gebaut wird, damit er bei uns leben kann und wir evtl. doch eine Chance haben, ihn in unser Rudel langsam und schonend zu integrieren.
Sarah hatte sich etwas Sorgen gemacht, als sie mit Rex zum Polizisten fahren sollte, da sie ja nicht wusste, wie Rex auf all dies Neue und vor allem auf einen unbekannten Mann reagieren würde. Aber wie es immer so ist, hat Rex uns mal wieder TOTAL überrascht!!!! Als Sarah ihn abholen wollte und zu seinem Zwinger kam, hatte sie etwas Sorgen, weil sie nicht wusste ob er sie noch akzeptieren würde. Er hatte Sarah längere Zeit nicht gesehen, weil sie zu sehr mit Bobby´s Tierarztbesuchen beschäftigt war. Rex aber hat sie kurz beschnüffelt und sich sofort tierisch über sie gefreut! Sarah hat dann mit ihm etwas Ball gespielt ihm die Leine angezogen und Rex hat sich total gefreut dass er Auto fahren durfte. Er stieg auch sofort ein ohne Probleme. Er hat sich während der Fahrt über sich die Gegend angeschaut, hat sich total gefreut und war total lieb und ruhig im Auto. Er liebt Auto fahren!!!! Als Sarah dann bei dem Polizisten ankam, ließ sie ihn ohne Leine aus dem Auto und Rex ging sofort zum Polizisten beschnupperte ihn und holte dann seinen Ball zum spielen!!! Also mal wieder eine Fehlinformation, wenn behauptet wurde er greife alle Männer an!!! Wir spielten ein bisschen mit ihm und dann ging er auf Schnuppertour. Er besuchte auch mal die Zwinger der anderen Hunde und beschnupperte sie, aber er war nie aggressiv. Herr Martins meinte auch direkt, dass es ein sehr aufmerksamer Hund sei, der auch recht dominant sei, was man an seiner Körperhaltung sehen könne, aber dies wussten wir ja schon. Er bestätigte auch dass Rex eine gute Erziehung genossen haben muss und wohl ein typischer Wachhund sei. Nach einem längeren Gespräch war es Rex langweilig und er kam wieder zu Sarah zum schmusen und Küsschen geben, auch Herr Martins wurde noch einmal begrüßt. Herr Martins meinte dann er würde Rex auf jeden Fall für die 3 Wochen nehmen, aber auch nur, weil es ja so eine Notsituation wäre und er uns helfen wolle. Wir haben uns sehr bedankt und haben dann einen Termin für Samstag den 16.12.06 mit ihm gemacht, um Rex zu ihm zu bringen.
Auf dem Rückweg hat Sarah sich total gefreut, dass Rex - wie wir ja alle schon vermutet hatten – ein ganz toller Hund ist und das er so lieb war. Sarah brachte ihn dann zum Petpark zurück, wo er nicht mehr von alleine in seinen Zwinger gegangen wie sonst. Sarah musste mitkommen erst dann ging er!!!! Er wollte sich nicht mehr trennen!!! Sarah kamen die Tränen, denn es war so rührend, wie lieb er war und vor allem strahlte er eine total tolle Liebe und Wärme aus, und war nicht - wie es alle behaupteten - ein böser bissiger Hund!!! Von diesem Moment an war auch klar, dass er eigentlich an fast jeden Menschen vermittelbar ist, der einfach ein bisschen Einfühlungsvermögen hat und weiß wie man mit Hunden umgeht, denn Rex hört ja auch wie eine Eins.

16.12.06
Heute war für Rex ein großer Tag!!! Er wurde um 16:00H von Sarah im Petpark abgeholt und wurde zu seiner neuen Bleibe gebracht. Als Sarah kam freute er sich schon total und ging sofort zum Tor denn er wollte zum Auto!! Bevor Sarah ihn ins Auto packte, machte sie noch dieses schöne Foto von ihm mit seiner Sandra, die sich ja seit Juni so liebevoll um ihn gekümmert hat und sich als Einzige bei ihrer Chefin für ihn eingesetzt hat. Ohne sie wäre er bereits im Sommer getötet worden!! Sie rief uns Ende September ja auch an, um uns zu sagen was passiert war. Wir wollen ihr hiermit auch noch einmal ganz herzlich für ihre tolle Hilfe und Unterstützung danken. Sie hat sich seit Juni um ihn gekümmert, hat ihn gebürstet, mit ihm gespielt und ihm sein Leben so schön wie möglich gemacht. Sie hat zweimal täglich mit ihm gespielt und ihn persönlich versorgt und ihr haben wir es auch zu verdanken, dass Rex so eine tolle Wandlung durch gemacht und einfach nur lieb ist.
Rex verabschiedete sich auch noch einmal richtig herzlich von Sandra indem er sie komplett im ganzen Gesicht ableckte. Sandra kamen dabei sogar die Tränen!!! Die zwei mochten sich sehr!!!
Sarah fuhr dann mit Rex los. Unterwegs hat Rex im Auto mit dem Kopf auf seinem Ball geschlafen. Als sie ankamen, meinte der Hundetrainer, sie solle ihn ruhig aus dem Auto lassen und mit ihm etwas spielen, aber Sarah war dies gar nicht geheuer, den es arbeiteten gerade 4 Bauarbeiter dort, die einen weiteren Zwinger bauten. Sarah hatte Angst, dass Rex diesen fremden Männern doch etwas tun könnte, aber sie blieb locker und zeigte Rex gegenüber auch keine Anspannung. Rex schaute kurz zu den 4 Männern rüber, ging in der Nähe sein Revier markieren und schon war alles ok. Also hier noch einmal der Beweis, dass er keine Menschen einfach so angreift, wie so mancher anderer falsch erzogene Hund. Er kam dann immer wieder zu Sarah schmusen und Küsschen geben und dann spielten sie noch etwas Ball. Beim Ballspielen passierte Rex etwas sehr Lustiges: Sein Ball fiel auf eine am Boden liegende Orange und dadurch schmeckte der Ball dann wohl nicht mehr und er lies ihn fallen. Er machte ein lustiges Gesicht, weil der Ball durch die geplatzte Orange wohl einen sehr unangenehmer Geschmack hatte!!!! Sarah und Herr Martins mussten total lachen. Dann brachte Sarah Rex in seinen Zwinger, sie musste mal wieder mit rein!!! Sie zeigte ihm sein Bett und ging raus. Rex erkundete dann erst einmal seinen neuen Bereich.
Rex ist also jetzt bei einem anständigen lieben Portugiesischen Polizeihundetrainer, der sich die nächsten Wochen um ihn kümmern wird. Wir wollen uns hiermit auch schon mal beim Herr Sà Martins bedanken, für seine so nette Hilfe. Leider ist diese Hilfe aber auch nicht kostenlos und wir müssen täglich für Rex 11.-€ bezahlen was nach den drei Wochen ungefähr 330.-€ ausmachen wird. Da wir für Rex bisher schon 130.-€ bezahlt haben für die Zeit die er im PetPark verbracht hat, bitten wir hiermit alle unsere Freunde und Förderer um etwas Mithilfe für diese Kosten.
01.01.07
Tristan liebt “seinen” Polizisten und folgt ihm auf Schritt und Tritt. Bauarbeiter, andere Hunde all das interessiert ihn nicht. Mittlerweile hat er auch andere Spielsachen entdeckt und spielt nicht mehr nur mit seinem Ball. Stöckchen, Steinchen, ja sogar Blätter, er liebt alles und findet immer einen Weg, damit zu spielen. Herr Martins liebt Tristan allerdings auch und ist jetzt schon unheimlich traurig, dass er in gut einer Woche dann endgültig zu uns kommt. Leider kann er ihn nicht behalten, weil er selbst eben schon so viele Hunde hat und ja auch mit seine Gebrauchshundeschule und Zucht andere Zielsetzungen hat, als wir.
Dennoch ist es uns ganz wichtig auch an dieser Stelle hervorzuheben, dass es in Portugal auch liebe Menschen gibt, die mit Hunden ganz toll umgehen und sich wirklich für artgerechte Haltung stark machen. In diesem Fall ist es ein Polizist und genau das läßt uns hoffen, eben doch was bewegen zu können, so wie wir es ja in unserem Statement beschrieben haben.
Tristan zeigt noch immer keinerlei Aggressionsverhalten oder in irgendeiner Form unkontrolliertes Benehmen. Mittlerweile können wir die ganzen Geschichten um ihn gar nicht mehr verstehen, denn Tristan lebt ja jetzt frei bei Herrn Martins und ist nur noch in seinem Zwinger, wenn Herr Martins mal “die Ordnung hütet”. Wir freuen uns auf ihn und hoffen immer noch, dass sich für ihn bald ein neues Zuhause findet.
23.01.07
Tristan, der jetzt nur noch Rex genannt wird (was auch nicht so traurig klingt), ist nun seit einer Woche bei uns und es ist echt ein Genuß, mit ihm zu arbeiten. Er ist absolut lieb und zeigt auch hier nicht die geringste Aggression. Es bedarf auch keiner besonderen Verhaltensweisen, um mit ihm klar zu kommen, er ist einfach ein Schatz. Das große Problem für uns ist allerdings, dass er ganz offensichtlich kein Rudelhund werden kann. Man hat ihm diesbezüglich alles abtrainiert und in seinem Alter läßt sich das nicht mehr rückgängig machen. Wir riskieren daher erst gar keine großen Begegnungen, deren Ausgang man nicht einschätzen kann. Das Problem dabei wären allerdings eher unsere Rudelhunde, als der liebe Rex. Allgemein sind unsere Hunde ja sehr gastfreundlich und vor allem spüren sie, wenn ein Hund krank oder hilfebedürftig ist. Sie nehmen daher neue Hunde immer gerne auf. Normalerweise haben wir ja Hunde von der Straße, die nicht trainiert sind oder eben Welpen, die hier aufwachsen. All diese Hunde haben noch ihre natürlichen Instinkte und wissen, wie sie sich bei der Begegnung mit einem Rudel verhalten müssen. Rex weiß das mit Sicherheit nicht mehr und würde vor der Menge an Hunden zurückschrecken, die dann auf ihn zukämen. Da er aber für diese Begegnung kein Verhaltensmuster hat, wird er aggressiv werden und genau das läßt sich das Rudel wieder nicht gefallen. Das ist nur eine Vermutung begründet auf Beobachtungen der letzten Woche, aber wir sind ziemlich sicher, dass es so ablaufen würde. Würde man mit ihm an der Leine spazieren gehen und er einem anderen Hund begegnen, würde nichts passieren, denn er ignoriert andere Hunde. Das wissen wir durch Herrn Martins, der das ja bei sich ausprobiert hat.



Jetzt hat Rex einen eigenen Garten und auch ein kleines Haus in dem er schlafen kann. Johannes spielt mit ihm jeden Tag mehrmals über längere Zeit und doch ist es unserer Ansicht nach nicht genug. Rex braucht ein richtiges Zuhause als Einzelhund, wo man sich um ihn kümmert und eben so viel wie möglich mit ihm spielt. Im Haus ist er lieb, stubenrein und kaut auch niemals etwas an. Man kann ihn gut in einem Haus halten, er muss eben nur genügend Auslauf und Spielzeit haben. Befürchten muss man von ihm nichts. Auch als er hier ankam hat er z.B. unseren Johnny sofort akzeptiert und auch mit ihm gespielt bzw. ihm schon am ersten Tag interessiert bei den Schreinerarbeiten zugesehen.
Rex ist ein wachsamer Hund, der für sein Herrchen durchs Feuer geht, das ist klar. Man kann ihn nicht erschrecken oder einschüchtern, aber er respektiert den Menschen als seinen Chef und das ohne auszutesten, wer der Stärkere ist!!! Als Mensch der sich um ihn kümmert, ist man in seinen Augen wohl immer der Chef und das macht es um einiges einfacher, mit ihm zu leben. Johannes hat bewußt versucht, einige “Fehler” zu machen, um zu sehen, wie er reagiert. Niemals aber kam Aggression auf, man kann z.B. energisch auf ihn zugehen, man kann ihm den Rücken im Spiel zudrehen und kann ihn wegschicken, wenn er nach dem Ball schnappen will. Beim Fußballspielen bekam er sogar einmal aus Versehen einen bösen Tritt vor den Unterkiefer, weil er schneller am Ball war, als der Fuß von Johannes. Auch das hatte keine Folgen, noch nicht mal ein Knurren oder Quietschen. Rex spielt unheimlich gerne, er liebt Wasser und rennt mit Vorliebe. Man kann ihn aber jederzeit abrufen und er kommt auch sofort. Seinen Ball schleppt er immer mit sich herum, man kann aber auch Stöcke werfen oder was man sonst so zur Hand hat, Hauptsache spielen. Johannes hat heute auch einen Spaziergang mit ihm ohne Leine ins Tal der Quinta unternommen. Für Rex war das sehr interessant und er hat sich aufmerksam alles angesehen, in Wasserpfützen geplanscht und ist viel gerannt. Hat man ihn gerufen, kam er sofort.
Wir werden weiterhin versuchen herauszufinden, ob es an Rex gefährliche Seiten gibt oder ob er doch unberechenbar ist. Zurzeit kann man nur sagen, dass er absolut berechenbar und unkompliziert ist. Wir kennen ihn nun schon fast 4 Monate und konnten das Monster in ihm nicht finden. Es gibt dieses Monster wohl auch nicht und das ist auch die Aussage eines Fachmanns wie Senhor Martins, der jeden Tag mit ausgebildeten Hunden arbeitet, selbst ausbildet und ein profunder Kenner aggresiver Hunde ist.






30.01.2007
Letzten Donnerstag hatte der liebe Rex plötzlich eine ganz dicke Hinterpfote, konnte nicht mehr auftreten und kam kaum noch die Treppe vom Garten ins Tal hoch. Es war ein echtes Jammerbild, diesen agilen und lauffreudigen Hund so zu sehen. Er wollte zwar spielen, aber letztlich war ihm doch wesentlich mehr nach Nähe und Schmusen zumute. Das alleine war schon sehr erstaunlich, denn so anhänglich hatten wir Rex nun auch noch nicht erlebt. Unter Schmerzen setzte er sich zu Johannes, gab Küsschen und wollte nur gestreichelt und geknuddelt werden. Da der Hinterlauf direkt über dem Gelenk sehr stark geschwollen war, hatten wir berechtigte Angst, dass etwas gebrochen sein könnte. Da er ja immer sehr ausgelassen tobt und über Stock und Stein rennt, konnte es auch sein, dass er sich nur was verstaucht hatte. Da wir es nicht genau diagnostizieren konnten, war klar dass wir sofort zum Tierarzt fahren mussten. So ganz wohl war uns trotz aller positiven Erfahrungen mit ihm nicht, weil wir nicht so recht einschätzen konnten, wie er sich in dieser für viele Hunde schrecklichen Umgebung verhalten würde. Er würde ja geröntgt werden und das würde sicherlich ohne Sedierung nicht funktionieren, ebensowenig wie die Voruntersuchung durch die Tierärztin, die er ja nicht kennt.
Sarah und Johannes machten sich also auf den Weg. Autofahren ist für Rex ja ohnehin ein großer Spaß und damit gab es hier schon mal keine Probleme. Angekommen öffneten wir die Hecklappe und zogen ihm zur Sicherheit einen Maulkorb an. Es war klar zu sehen, dass er das gar nicht mochte, doch er akzeptierte es ohne Murren. Dann ging es in den Behandlungsraum und die Tierärztin untersuchte ihn intensiv. Er hatte zwar enorme Schmerzen, ließ sich aber alle Untersuchungen ohne ein Problem gefallen. Eine Sedierung war nicht nötig, denn er hat noch nicht einmal geknurrt. Auch die Tierärztin war der Meinung, dass etwas gebrochen sein könnte und wollte es über ein Röntgenbild absichern. Gemeinsam mit ihr beschlossen wir auf eine Sedierung zu verzichten, weil er eben so geduldig und lieb war.
Das blieb dann auch so, er ließ sich auf den Tisch legen, er ließ es zu, dass sein Beinchen in die richtige Position gebracht wurde, er hielt während der Aufnahme still, mit einem Wort: es gab keine Probleme und nicht den Hauch einer Aggression. Den Maulkorb hätten wir uns sparen können. Glücklicherweise war nichts gebrochen, sondern durch einen Fremdkörper unter der Haut hatte sich ein Abszess gebildet, was man von außen nicht erkennen konnte, da es absolut keine Verletzung der Haut gab. Das Teilchen war wohl sehr sehr klein und dennoch reichte es aus, diese Schmerzen und die Schwellung zu verursachen. Er bekam also eine Spritze und bei der Gelegenheit auch noch Blut abgenommen, um einen Herzwurmtest vornehmen zu lassen. Selbst diese etwas schmerzhafte Prozedur nahm er ohne einen Laut hin. Wir waren wirklich sehr stolz auf ihn.
In den folgenden Tagen dann durfte/darf er sich ja möglichst nicht viel bewegen, was ihm extrem schwer fällt. Wir haben das Ballspielen und Stöckchen werfen jetzt durch schmusen ersetzt und das genießt er sichtlich. Anfangs als er zu uns kam, war er ja völlig auf seinen Ball fixiert und alles Andere zählte nicht, das hat sich jetzt geändert. Er kann mit allen möglichen Dingen spielen, die er sich auch selbst aussucht und er ist vielmehr auf den Menschen hin orientiert und sucht ganz bewußt die Nähe. Dass er seine Medikamente ohne Probleme einnimmt muss gar nicht extra erwähnt werden. Rex ist ein echter Schmusehund geworden und diese schmerzhafte Verletzung verbunden mit der positiven Erfahrung, dass man ihm hilft, hat ihn wohl noch viel mehr Vertrauen fassen lassen und so spürt man auch, dass er glücklicher ist und sein Leben genießt, er fängt an regelrecht lustig zu sein und Späße zu machen.
Heute geht es ihm schon wieder viel besser und die Schwellung ist kaum noch zu sehen. Wir haben einen kleinen Spaziergang unternommen aber noch nicht getobt. In einigen Tagen ist es geschafft und dann kann er wieder rennen und spielen. Die Liebe und Dankbarkeit dieses Hundes zu spüren ist ein einmaliges Erlebnis, zu sehen wie sich auch sein Herz öffnet rührt einen sehr tief an. Er ist ein unglaublich lieber und sensibler Hund, der einem sehr viel geben kann. Was ein Glück, dass er lebt!!!
09.02.07
Rex wird von Tag zu Tag mehr zum Schmusehund und wir staunen jeden Tag mehr über ihn. Morgens muss Johannes jetzt mindestens eine halbe Stunde lang mit ihm schmusen und ihn massieren. Somit fängt der Tag dann schon mal positiv für ihn an. Er lebt ja noch in seinem Garten bei dem oberen Haus der Quinta, wo zurzeit die “Tierklinik” eingerichtet wird. Das ist natürlich toll für ihn, denn es ist den ganzen Tag was los und Rex bekommt sehr viele Streicheleinheiten und viel Aufmerksamkeit. Wir nehmen ihn oft auch mit ins Haus und dort benimmt er sich einwandfrei. Seit einer Woche nun und nach seiner Genesung haben wir nun beschlossen, ihn langsam zu integrieren und ihn mit immer mehr Hunden bekannt zu machen. Begonnen haben wir mit unserem anderen Schäferhund Mona. Sie ist durchaus auch kein unterwürfiger Hund, aber eben eine Dame und damit sollte es klappen. Es hat sogar von der ersten Minute an geklappt. Rex liebt Mona und Mona ist noch etwas unentschlossen, was sie von ihrem neuen stürmischen Freund halten soll. Sie hat großes Interesse an ihm und spielt auch schon mal ausgelassen mit Rex, aber sie beobachtet ihn auch ganz genau und vor allem achtet sie darauf, dass er nicht mehr Streicheleinheiten bekommt als sie. Heute waren z.B. waren die Beiden wegen des Regens den ganzen Tag mit uns im Haus und haben und beim Einräumen der Tierklinik “geholfen”. Es war völlig entspannt und selbst wenn Mona mal die Zähne zeigt, weil Rex ihr auf die Nerven geht, dann akzeptiert er das und zeigt sich als perfekter Gentleman. In der kommenden Woche wollen wir ihn mit Lord bekannt machen, der eigentlich relativ dominant ist und eben auch ein Rüde. Ob es klappt, ist nicht sicher, aber Rex hört mittlerweile so gut - besonders auf Johannes, dass keine ernsten Probleme zu erwarten sind. Sollte es nicht auf Anhieb klappen, werden wir mit einigen Damen aus dem Rudel weitermachen und das Ziel soll es sein, Rex komplett zu sozialisieren und ihn in die Lage zu versetzen, mit anderen Hunden zu leben und zu spielen. Selbst wenn es nicht mit allen unseren Rudelmitgliedern klappen wird, haben wir doch die Möglichkeit, es so zu organisieren, dass er mit den “souveränen” und etwas gelasseneren Hunden zusammen leben kann und damit auch zu einem wirklich artgerechten Leben zurückkehren wird. Rex macht so enorme Fortschritte, trotz seines Alters, dass wir guter Dinge sind, ihn mit viel Geduld zu seinen natürlichen Instinkten zurückführen zu können und ihn damit glücklich zu machen.
Durch die Arbeit mit ihm hat Johannes auch herausgefunden, wo seine wahren Probleme liegen und warum ihn letztlich niemand haben wollte. Auffällig ist, dass er sich nicht so gut konzentrieren kann. Er ist wohl auch nicht so wahnsinnig clever, wobei er schon schnell lernt, aber kompliziertere Aufgaben löst er nur mit Mühe oder gar nicht. Als Suchhund ist er auch nicht gerade ein Star und wenn man ein Stöckchen wirft, so findet er das richtige Stöckchen in 50% der Fälle nicht, auch wenn sein Speichel schon dran klebt. Er läuft daran vorbei und bringt entweder nach langem Suchen das Falsche oder eben gar nichts zurück. Wahrscheinlich ist seine Nase nicht so toll. Wir denken, dass er als klassischer “Gebrauchshund” nicht so recht einsetzbar ist, was ja für uns egal ist. Andererseits haben wir beobachtet, dass er so verspielt ist wie ein Welpe, wenn man ihn nur läßt. Er ist ja längst nicht mehr auf seinen Ball fixiert, sondern spielt mit allem was man ihm anbietet oder was er sich selber sucht. Er liebt es im Schlamm zu graben und im Wasser zu wühlen, doch wenn er damit beginnt, schaut er immer zu Johannes, um sicher zu sein, dass er das auch darf, man hat ihm Derartiges wohl früher verboten. Gerät er unter Stress, weil 2 oder 3 Personen mit ihm spielen oder er eine schwierige Aufgabe zu lösen hat, fixiert er sich sofort wieder auf seinen Ball, der ihm wohl Sicherheit gibt.
Nun fordern wir ihn nicht wirklich, wir wissen jetzt genau, womit wir mit ihm dran sind, wir wissen, dass er jederzeit hört und kontrollierbar ist und daher wollen wir, dass er jetzt seine evtl. verlorene Jugend spielerisch bei uns nachholen kann und eben zurück zu seinen natürlichen Empfindungen und Instinkten findet. Das soll das Ziel sein.






17.02.07
Wir sind sehr froh, dass die Integration von Rex völlig problemlos klappt. Wie bereits oben angekündigt, haben wir mit Lord den Anfang gemacht, nachdem ja mit Mona alles so problemlos geklappt hatte. Lord und Rex beschnupperten sich kurz und schon war die Freundschaft geschlossen. Obwohl Lord ein dominanter Rüde ist, gab es zwischen den Beiden von Anfang an ein gegenseitiges Respektieren und nicht ein einziges Mal auch nur den Hauch einer Aggression. Diese positive Erfahrung hat uns ermutigt, gleich weiterzumachen und so haben wir Rex am folgenden Tag den Max vorgestellt, dann einen Tag später unsere Hundemama Bica, dann den manchmal etwas launischen Pintas und zuletzt dann noch den sicherlich etwas sehr dominanten Pipo. Es war jedes Mal das selbe Bild, ein kurzes Beschnuppern und dann war es für beide Seiten ok.
Nun kann Rex seine täglichen Spaziergänge schon mit ganz vielen Freunden unternehmen, was natürlich wesentlich artgerechter ist, als ein Spaziergang nur mit Herrchen oder Frauchen. Rex hat jetzt nur das Problem, nicht zu wissen, wie man spielt. Oft wird er von seinen neuen Freunden aufgefordert mit zu kommen und zu toben, er rennt dann eine kurze Zeit auch mit ihnen herum, wird dann aber unsicher, schaut nach Johannes und kommt sofort zu ihm zurück, auch wenn dieser ihn ermuntert doch einfach weiter zu spielen. Wir haben das Stöckchenwerfen schon ganz bewußt reduziert, damit er sich mehr auf die anderen Hunde einläßt, aber es wird noch dauern, bis er so richtig ausgelassen spielen kann. Er muss es erst lernen und dabei seine offensichtliche Unsicherheit überwinden. Obwohl Rex sehr schnell mental überfordert ist und nicht so recht weiß, was seine Freunde nun von ihm wollen, wird er niemals aggressiv. Pipo hat ihn schon mehrmals angeknufft, angeknurrt und auch angebellt, wohl um spielerisch herauszufinden, wer wohl der Stärkere ist, aber Rex ist jederzeit ruhig geblieben und souverän. Er legt die Ohren auch nicht an, sondern stellt sie ganz aufmerksam nach oben, weiß aber dennoch nicht so recht was zu tun ist. Meist schaut er dann hilfesuchend nach Johannes, nimmt sich einen Stock und zerkaut den, was er immer tut, wenn er unsicher wird.
Die anderen Hunde finden ihn mittlerweile etwas langweilig, weil er eben nicht so recht mit ihnen toben kann/will. Sie spielen dann eben alleine, schauen ab und zu bei ihm vorbei und wenn er mitmacht ist es ok und wenn nicht, dann eben auch.
Wir werden nun einfach so weitermachen und denken, dass es im Laufe des Jahres gelingen sollte, ihn weitgehend doch in das ältere Rudel zu integrieren und ihm damit ein freies Leben zu ermöglichen.
28.02.07
Seit heute ist der liebe Rex endgültig in das Stammrudel integriert. Nachdem er sich in den letzten Wochen so absolut problemlos präsentiert hat, haben wir es heute gewagt, ihn mit dem gesamten Rudel im Tal spielen zu lassen. Obwohl wir einige dominante Rüden in diesem Rudel haben, gab es keinerlei Probleme, keine Knurrerei, kein Anbellen, keinen Stress. Lina ist nun definitiv seine Freundin und das beruht auf Gegenseitigkeit. Soweit Rex es kann spielt er mit ihr, meistens aber schnuppert er sie ab, leckt ihr Fell und zeigt Zuneigung eben auf seine Art.
An Velhote hat er auch große Freunde, wobei Velhote das alles etwas unheimlich ist und er nicht so recht weiß, was er von soviel Zuwendung halten soll. Dennoch will er auch mit Rex spielen und sucht daher immer wieder seine Nähe.
Insgesamt weiß Rex oft noch nicht so recht, wie das mit dem Spielen nun wirklich funktioniert, aber er hat begonnen, die anderen Hunde intensiv zu beobachten und gelegentlich auch nachzuahmen. Interessant ist, dass er nun gar nicht mehr auf das Stöckchen werfen und seinen Ball fixiert ist. Er findet es viel interessanter, mit den Anderen herumzulaufen, auch wenn er deren Spiele noch nicht so ganz versteht. Innerhalb des Rudels wirkt er eher noch zurückhaltend und oft auch unsicher, was verständlich ist. Genau aus dieser Unsicherheit heraus würde so mancher Hund sicherlich Aggression zeigen und schon aus Unsicherheit beißen. Rex ist da ganz anders. Er ist neugierig, er beobachtet und versteht, wenn er etwas falsch gemacht hat und die Anderen es ihm durch Knurren anzeigen. Er wird dann keineswegs aggressiv, zieht sich aber auch nicht zurück und unterwirft sich nicht. Er ist mental stark genug, durch seinen Willen und damit auch seine Körpersprache, einen Rang zu behaupten, ohne dass er darum kämpfen muss. Das Rudel versteht das offensichtlich und so klappt das Zusammenspiel hervorragend.
Nun beginnt für Rex das Erlernen aller Spiele und Regeln des Rudelllebens, was für einen älteren Hund sicherlich nicht einfach ist. Er meistert das aber mit Bravur, was uns natürlich sehr freut. Da Johannes sich morgens noch immer mit ihm sehr intensiv beschäftigt (ohne Anwesenheit anderer Hunde), mit ihm schmust und ihn auch massiert, bekommt er wohl soviel psychischen Rückhalt und Sicherheit, dass er auch in für ihn sichtlich schwierigen Situationen souverän bleiben kann und keine Ängste aufbaut. Nachmittags dann spielen Carola und Johannes mit ihm innerhalb seiner Freunde bzw. jetzt mit dem ganzen Rudel und dazu gehört eben auch das Schmusen und toben mit mehreren Hunden gleichzeitig.
Wenn diese Sozialisation gelungen ist, werden wir Rex langsam in das Welpenrudel einführen, das ja mit dem Stammrudel auch zusammen spielt und tobt bzw. spazieren geht. Zurzeit wollen wir ihn zu diesen Ausflügen noch nicht mitnehmen, um ihn nicht zu überfordern. Er bleibt dann solange eben in seinem Garten, den er ja auch liebt und sicherlich ist es gut, wenn er diesen Rückzugsbereich erst einmal behalten kann.
24.03.07
Rex ist nun komplett sozialisiert und kommt wirklich mit allen neuen Gefährten sehr gut klar. Sein Zuhause ist ja immer noch der Gartenbereich um die Krankenstation, auch wenn er ansonsten mit den Anderen im Tal spielt und tobt. Der Hauptgrund ist, dass sich Rex als sehr sozialer und fürsorglicher Hund gezeigt hat. Bia hatte sich vor gut 2 Wochen bei einem ihrer Spaziergänge irgendwo ziemlich böse an der Seite aufgerissen und musste genäht werden. Somit musste sie erst einmal in die Krankenstation bzw. den Garten davor, denn sie trägt einen Halskragen und darf auf keinen Fall damit in den Wald oder auf die Straße gehen. Ihr Schwester Fiona blieb natürlich solidarisch bei ihr und so waren sie den ganzen Tag mit Rex zusammen. Als er sah, dass Bia verletzt war, kümmerte er sich rührend um sie, leckte sie ab und schaute sich auch ganz genau ihre ziemlich große Wunde an.
Rodolfo lebt seit einigen Tagen auch in diesem Garten, denn es ging ihm nicht so gut und er brauchte erst einmal viel Ruhe, um Kräfte zu sammeln. Rex war jederzeit unglaublich fürsorglich und liebevoll zu seinen kranken Mitbewohnern und so haben wir beschlossen, ihn zum “Leiter der Krankenstation” zu befördern. Das ist nicht nur eine lustige Idee, sondern hat auch einen konkreten Hintergrund. Für kranke Hunde ist es sehr wichtig, dass sie einerseits Ruhe haben und andererseits nicht völlig isoliert sind und sich abgeschoben fühlen. Rex spürt wohl instinktiv, was er tun muss und so ist er einerseits nicht aufdringlich oder nervig, er spielt auch nicht mit den Kranken, aber er kümmert sich indem er in Maßen Körperkontakt und Körperpflege anbietet. Dadurch wird der Aufenthalt in der Krankenstation für die Betroffenen nicht zum Isolationstrauma, was ja bei Rudelhunden besonders wichtig ist.
Heute dann hat er mit der lieben Leica auch noch einen ganz neuen Hund aufgenommen. Das war besonders spannend, da er Leica ja nun gar nicht kennt, weil sie ein neuer Hund auf der Quinta ist. Natürlich hat er auch das gemeistert, wenngleich er etwas stürmisch und wohl auch sofort in Leica verliebt war.......






03.04.07
Heute war es soweit. Wir haben den Schritt gewagt und Rex auch mit dem Welpenrudel zusammengebracht. Dieser Schritt war besonders kritisch, da dieses Rudel sehr stark ist und vor allem sehr wild. Alle 23 Welpen sind ja zusammen aufgewachsen, 2 Mütter sind ja schwanger hier angekommen und leben noch bei ihren Kindern und nur 8 sind ohne Eltern hier angekommen. Der Zusammenhalt dieser Hunde ist sehr stark, denn sie leben ganz natürlich, nach ihren Instinkten, sind ja im Wesentlichen ungebunden und frei hier aufgewachsen und kennen keine Neuankömmlinge, im Gegensatz zu unserem Stammrudel, die das Kommen und Gehen ja gewöhnt und daher sehr gastfreundlich sind.
Die erste Begegnung verlief ohne jede Komplikation. Rex wurde neugierig beschnuppert und sofort zum Spielen aufgefordert, was er ja mittlerweile zumindest ansatzweise kann. Er selbst war souverän und gelassen, wobei man ihm anfangs schon einen gewissen Stress angemerkt hat, der sich aber nicht in Knurren, Schnappen oder Aggression äußerte. Man merkte es nur an seiner Körpersprache, wenn man ihn gut kennt. Dann rannten alle los und eroberten unser Tal, so wie jeden Tag. Rex hielt erst mal mit, doch als er die Spiele nicht so wirklich verstand, kam er zu Johannes, um mit ihm das gewohnte Stöckchen- und Ballspiel zu spielen. Nun wurde es erst richtig interessant, denn viele der jungen Hunde fanden das so spannend, dass sie gleich mitspielten. Früher haben wir mit ihnen alleine auch schon mal solche Spiele probiert, aber außer mit Vanessa hatte es nie geklappt.
Nun aber hatten sie sozusagen einen “Vorturner” und das war dann der Hit. Obwohl Rex nun nicht mehr alleine hinter Stöckchen oder Ball herlief, gab es keine Kämpfe oder Beißereien. Gelegentlich ließ er sich auch mal was aus dem Mund nehmen oder den Ball klauen, das war kein Problem. Wenn er es absolut nicht wollte, knurrte er kurz und die Welpen haben das dann akzeptiert. Nach ca. 20 Minuten baute Rex allen Stress ab, wurde ruhiger und ging aktiv auf die jungen Hunde zu, um mit ihnen zu spielen. So lernte jeder vom Anderen und wir erwarten noch interessante Effekte daraus. Am Ende haben gut die Hälfte des Rudels nur mit Rex gespielt und sind Stöcken und Bällen nachgerannt. Rex fixierte sich auch keineswegs auf Johannes und Carola, sondern bewegte sich frei und souverän, vor allem aber sehr interessiert an all diesen neuen Kollegen. Er hat jetzt insgesamt 50 Spielkameraden, die täglich mit ihm rumtoben können.
Wir sind unglaublich froh, dass er das so leicht und problemlos gemeistert hat. Jetzt kann er endgültig das freie Rudelleben hier ohne Einschränkungen genießen. Sein Revier bleibt tagsüber der Garten mit der Krankenstation, wo er sich um Rodolfo und Leica kümmert, was ihm auch sehr viel Freude macht. Abends dann geht es zum Toben ins Tal, denn tagsüber ist es ohnehin zu heiß und alle schlafen, dösen oder zerkauen etwas. Bei uns wird nun die heiße Jahreszeit beginnen und da verlegt man ohnehin alle körperlichen Aktivitäten in die Abendstunden, wenn eine kühle Brise weht. Die Abende sind ja sehr lang, da hier im Westen die Sonne auch sehr spät untergeht. Also gibt es reichlich Zeit zum Toben, Rennen und Spielen in unserem weitläufigen Tal.
18.07.07
Rex hat Besuch bekommen von unseren Partnern Susi & Emma. Die haben dann auch gleich noch Herrchen und Frauchen mitgebracht, nämlich Jana & Frank Garschagen aus Hattingen. Emma ist ein vorbildlich erzogener Polizeischäferhund und Susi eine ebenso vorbildlich erzogener ........ (weiß man nicht genau). Gleich am ersten Tag haben wir die Beiden mit Rex und dem gesamten Rudel bekannt gemacht, was für die beiden Deutschen Hunde echt nicht so einfach war, weil sie sowas ja nicht kannten. Es hat aber ohne Probleme und sofort geklappt, denn das Rudel ist sehr gastfreundlich UND Rex hat sich als absoluter Kavalier erwiesen. Emma hat ihm so gut gefallen, dass er sofort mit ihr den Schlafplatz geteilt hat und so schläft sie nicht bei Frauchen und Herrchen im Zimmer, sondern eben bei ihrem “Urlaubslover”, weit weg vom Zimmer von Jana & Frank.
Die Beiden sind sofort ein Paar geworden. Rex darf sogar aus ihrer Schüssel das Futter mit ihr gemeinsam essen, er teilt Stöckchen und Bällchen mit ihr, mit einem Wort: sie lieben sich (das waren dann 3 Worte).
In Kürze gibt es hier viele Bilder von den Beiden zu sehen und natürlich auch von der schnuckeligen Susi, die auch den ganzen Tag mit Rex & Emma zusammen ist. Ein Mann, zwei Frauen und ein verschwiegener Garten .... das ist das Leben eines glücklichen Hundes.......

06.08.07
Der Urlaub von Susi und Emma war ein echtes Erlebnis für die Beiden und für unseren Rex natürlich erst recht. Als echter Gentlemen hat er sich der Beiden angenommen und sie überall hin begleitet, mit ihnen gespielt und getobt, das Futter geteilt und das tolle Agility Spielzeug geholt, ohne dass es jemals Streit gegeben hätte. Hier einige Bilder von glücklichen Hunden, die für sich selbst sprechen.






08.09.08
Rex freut sich sehr, dass sie jetzt eine Patin gefunden hat. Als Alphahund wäre es auch nicht gut gewesen, keinen Paten zu haben, denn da wird man dann schon schief angeschaut. Aber das ist jetzt vorbei. Alexandra Wernsmann hat die ehrenvolle Aufgabe übernommen für den Chef des Clans zu sorgen und das tut sie sehr großzügig. Alexandra hat auch versprochen, ihren Rex im kommenden Jahr zu besuchen um live zu erleben, wie er hier agiert, seine Rasselbande im Zaum hält und unglaublich lieb mit allen Kindern und Erwachsenen hier umgeht.
Mehr als ein Nasenschleck ist ihr sicher und Rex liebt es auch die Damen zu umarmen, na das wird ein Spaß werden.
Ganz lieben Dank für die Unterstützung und die Chance für Rex, eine gesicherte Existenz bei seinem Clan zu haben.

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