16.06.08
Lucky ist ein so genannter „Problemhund“, der natürlich vom Menschen so gemacht wurde. Seit gestern sitzt er im Tierheim Sintra. Lucky, wir haben ihn selber noch nicht kennen gelernt, soll laut einer hier lebenden Freundin, die auch Tierpsychologin ist, ohne jegliches Drohen, Fixieren etc. auf Hunde und Menschen losgehen und bösartig werden, wenn er diese auf dem Kieker hat. Er ist seit ein paar Wochen kastriert und Alexandra schätzt, dass es bei ihm primär um direkte Konkurrenz (gleichaltrige unkastrierte Rüden) und territorial ebenso entsprechende Menschen geht. Andere Hunde hinter dem Zaun, anleinen und spazieren gehen sind kein Problem. Wir wissen nicht wie er sich in einer größeren Hundegruppe verhält, aber mit Alexandra’s Hunden gibt es keine Probleme. Er befand sich jetzt zuletzt in einer Familie, wo er Freunde und Putzfrau gebissen hat und die ihn abschoben. In Deutschland riet man Alexandra fast einstimmig dazu, ihn einschläfern zu lassen und sie wandte sich an uns.
Da wir aber im Moment keinen Sonderfall aufnehmen können, für uns es aber nie die Option „einschläfern”„ gibt, wollen wir auf diesem Weg versuchen Lucky in erfahrene Hände und einen kinderlosem Haushalt zu vermitteln. In den meisten hiesigen Tierheimen werden nach 10 Tagen deren Ankunft die Tiere eingeschläfert. Lucky hat somit noch NEUN Tage, die ihm bleiben, um irgendwo ein lebenswürdiges Leben zu führen, wo er weder Hund noch Mensch gefährden kann. Alexandra, würde ihn auch selber nehmen und sich diesen Hund zutrauen, aber da sie ein 10 Monate altes Kind hat, ist das Risiko verständlicherweise einfach zu groß. Wir werden versuchen, ein Einschläfern zu verhindern und denken, dass jemand, der ein wenig Erfahrung mit Hunden hat, sich Zeit nehmen kann und Lucky auch viel beschäftigt, diesen Hund glücklich machen kann.
22.06.08
Man mag es kaum glauben, aber Mitte der Woche hieß es plötzlich, Lucky sei nicht im Tierheim Sintra sondern im Tierheim Zambujeiro abgeliefert und vor der Frist eingeschläfert worden. Wir waren entsetzt das zu hören, denn wir hatten gehofft, dass wenigstens die Frist eingehalten würde und wir bis dahin so oder so eine Lösung für den armen Kerl gefunden hätten. Zambujeiro ist ebenso wie Sintra auch noch knapp 300km entfernt von uns, sodass wir eben schon etwas Zeit brauchen, alles zu organisieren.
Nun kann sich aber in Zambujeiro niemand an einen Hund wie Lucky erinnern und anhand von Info’s wurde tatsächlich nur ein Hund eingeliefert, der aber sicher nicht Lucky war, denn es handelte sich um einen Boxer. Nun ist Lucky scheinbar verschollen und Alexandra versucht ausfindig zu machen wo Lucky sich aufhält.
Der Besitzer kann es nur selber wissen, wo er Lucky hingebracht hat, aber……der hüllt sich in Schweigen. Was sich da innerhalb der Familie abgespielt haben mag, wissen wir nicht, aber auf jeden Fall handelt es sich um ein Geflecht von Lügen und unwahren Geschichten. Dass sowas nicht nur bei Portugiesen, sondern eben auch bei deutschen Familien vorkommt, zeigt mal wieder, dass der grausame Umgang mit Tieren kein Privileg der Südländer ist. Auch wir Deutschen sollten “vor unserer eigenen Türe kehren” und am besten zeigt keiner mit dem Finger auf “Die Anderen”. Es ist keine Frage der Nationalität, sondern eine Frage des Herzens und eisige Herzen gibt es in allen Ländern dieser Welt!!! Wir sind enttäuscht und traurig, hoffen aber immer noch, dass Alexandra eine Spur findet und sich alles zum Positiven wendet.

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