
Unser erster Kontakt mit Tieren in Not liegt schon 13 Jahre zurück. Damals sprach uns in einem Straßencafé ein angetrunkener Mann an und fragte uns, ob wir ein paar Hunde haben wollten. Da wir bereits Hunde hatten, verneinten wir seine Frage, ohne zu ahnen, welche Folgen das haben würde. Er meinte nur lapidar, dass er sie dann eben ins Meer schmeißen würde. Natürlich gingen bei uns alle Alarmglocken an und wir folgten ihm sofort nach Hause, um zu sehen, was hinter seiner Frage steckte. Bei einer völlig verschüchterten Hundemama lagen 3 kleine Welpen, die erst ein paar Tage alt waren.
Trotz intensiven Zuredens bestand der Mann darauf, die Babys ertränken zu wollen, weil er sie „nicht brauchen könne“. Damit war dann unser Tierschutzprojekt geboren und wir nahmen die 3 kleinen Flaschenkinder auf. 1 Baby konnten wir an Freunde vermitteln, 2 blieben bei uns. Das waren Amadeu und Baloo. Von nun an ging es ständig so weiter, die Hunde fanden uns oder wir eben die Hunde.
Gottseidank hatten wir bereits 1995 diese wunderschöne Quinta mit 10 Ha Land gekauft und konnten so auch problemlos noch mehrere Hunde in Not aufnehmen. Erst waren es dann 8, dann 10, dann 12, dann 15 ….. naja und heute sind es immer so zwischen 50 und 60 Hunde, die hier leben.
Da wir über sehr viel Land verfügen, haben wir ein ganz eigenes Konzept der Tierhaltung entwickelt. Für alle Tiere gilt gleichermaßen, dass sie frei sind und sich unserem Leben in der Großfamilie freiwillig anschließen. Die Hunde leben im Rudel, welches seinen eigenen, natürlichen Gesetzen folgt. Wir üben keinerlei Zwang aus, wir trainieren keinerlei Kommandos o.ä. und erziehen sie eigentlich auch in keiner Weise. So können die Hunde sich frei entwickeln und vor allem auf ganz natürliche Weise die Traumatas ihrer Vergangenheit überwinden.
Das fast Unglaubliche ist, dass unsere Hunde sich sehr eng mit uns 4 Menschen der Quinta verbunden fühlen, wirklich auf´s Wort hören und allen Anweisungen folgen. Sie sind extrem schmusig und liebebedürftig, suchen unsere Nähe und brauchen das intensive Zusammenleben mit uns. Entscheidend ist, dass sie in keiner Weise aggressiv sind, weder zu uns, noch zu anderen Menschen, die uns besuchen bzw. bei uns Urlaub machen. Den Kern des Rudels bildet ein Stamm von etwa 12 Hunden, die immer bei uns leben und deren Anführer – wie kann es anders sein – die o.a. Amadeu und Baloo sind. Im übrigen gibt es ein periodisches Kommen und Gehen. Hunde werden vermittelt, neue Hunde kommen hinzu. Neue Hunde werden freundlich aufgenommen und fügen sich im Rudel ein. Klappt das mal nicht gleich, so weiß das Rudel selbst, wie man das regelt, ohne dass es zu großen Beißereien o.ä. kommt. Die neuen Hunde erlernen dann vom Rudel auch das Zusammenleben mit uns und den täglichen Rhythmus.





Indem auch traumatisierte Hunde durch diese Methode wieder zu ihren natürlichen Instinkten zurückgeführt werden, gewinnen sie sehr schnell Vertrauen zu uns, aber vor allem – was besonders wichtig ist – Selbstvertrauen. Hunde mit einem gesunden Selbstvertrauen und ohne Angst sind nicht aggressiv, wissen wo sie in der natürlichen Rangfolge stehen und sind daher auch glücklich. Auch ein neuer Besitzer hat mit so einem Hund wenig Probleme, weil der Hund mit sich und der Welt zufrieden ist und in sich ruht.


Letztlich braucht ein Hund eigentlich kein großes Training oder gar Dressur, wenn er die Chance hat, so zu leben, wie bei uns, denn ein Hund orientiert sich immer am Rudel und der Mensch ist ein Teil des Rudels. Unsere Hunde haben diese Chance und so müssen sie auch in Deutschland eigentlich nur mit den etwas anderen Bedingungen vertraut gemacht werden, sich an ungewohnte Geräusche und unbekannte Dinge gewöhnen (wie z.B. Schnee!!) und eben auch geistig weiterhin ausgelastet werden, z.B. durch spielen, durch lustige Aufgaben, die sie lösen sollen, wie z.B. etwas suchen, Ball spielen, etwas fangen usw.. Wir geben uns mit diesem Konzept sehr viel Mühe Hunden ihr Trauma zu nehmen und wollen natürlich, dass die neuen Besitzer in Deutschland auch unsere Ideen sinngemäß weiterführen, auch wenn es Leinenpflicht gibt. Mit der Leine haben unsere Hunde übrigens kein Problem und sie gewöhnen sich sehr schnell daran. Viele finden es sogar lustig und laufen gerne an der Leine. Aber ..... bei dieser Umstellung helfen wir natürlich den neuen Herrchen und Frauchen und beraten sie ausführlich.

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