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18.08.08

Am Donnerstag den 14.08.08 fuhren wir nach Olhao / Pechao, um uns eine Hündin anzusehen, auf die uns Herr Dr. Zimmer und seine Schwägerin Frau Steinkrüger telefonisch aufmerksam gemacht hatten. Der Ort, an dem sich die Hündin aufhielt, war neben einer Schreinerei, im Garten eines Einfamilienhauses, welches hauptsächlich in den Ferien von Frau Steinkrüger und Herrn Dr. Zimmer bewohnt wurde. Frau Steinkrüger kümmerte sich schon um die Erstversorgung vor ein paar Tagen, entfernte endlos viele Zecken und fütterte die Hündin, aber konnte sich jetzt weiter nicht intensiv kümmern, weil sie nach Deutschland zurück musste.

Da Frau Steinkrüger schon vermutete, dass die Hündin Leishmaniose hat, war ohnehin klar, dass wir noch zur Klinik fahren würden, um sie durchchecken zu lassen. Wir fanden den Garten dann auch und auch sahen wir die Hündin, die bis auf’s Skelett abgemagert war. Sie befand sich in einem sehr schlechten Zustand und dass sie krank war, sah man ihr an. Christine, unsere neue Praktikantin und ich riefen sie und wir brauchten ein bisschen Zeit, bis sie sich für uns überhaupt interessierte.

Johannes hielt sich weiter entfernt auf, denn die Hündin war wohl mehr auf Frauen bezogen und hatte Angst vor Männern. Sie kam dann durch ein Loch im Zaunes gekrochen, nachdem ich so tat, als hätte ich leckere Koteletts im Napf und Christine mit ihrem lustigen Berlinerisch sie permanent aufmunterte zu kommen. Vorsichtig näherten wir uns der Hündin und legten ihr ein Halsband um.

Nachdem wir erst mal mit der Hündin redeten und sie streichelten, erkannten wir am weißen Zahnfleisch, dass es ihr nicht gut gehen konnte und riefen Sarah an, denn durch die längere „Fangaktion“ würden wir es nicht rechtzeitig bis zur Klinik schaffen, die um 19.00 Uhr Sprechstundenende hatte und wir noch gut 90km fahren mussten.

Sarah kündigte uns in der Klinik an und Gott sei Dank konnten wir noch kommen. Immerhin hatten wir noch gut 1 Stunde zu fahren. Ich nahm die kleine Maus, die einfach nur lieb war, auf den Arm und wir tauften sie Xenia.

Frau Steinkrüger hat öfters mit uns telefoniert und auch sofort die Patenschaft für das arme Geschöpf übernommen. Sie überwies direkt 250.-€ als Soforthilfe und dafür bedanken wir uns ganz ganz herzlich. Es ist toll, wenn man uns mit solch einem schwierigen Fall nicht alleine läßt und uns finanziell unterstützt, damit wir das alles bewältigen können. Es ist sehr schön auch mal aufmunternde Worte zu bekommen und das Gefühl zu haben, nicht nur der Servicebetrieb für gelangweilte Touristen zu sein, was uns ja leider immer wieder passiert. Frau Steinkrüger und auch ihr Schwager sind sehr bemüht und besorgt um die arme Xenia. Leider haben wir alle zusammen am 18.08.08 diesen Kampf verloren..... Xenia hat uns einmal mehr sehr nachdenklich gemacht und uns gelehrt, dass auch eine Tierklinik nicht immer der Weisheit letzter Schluss ist, sondern dass manchmal auch eine liebvolle Umgebung mehr Heilung bringen kann, als eine rein medizinische Versorgung. Manchmal weiß man eben nicht, was richtiger ist, doch durch Xenia haben wir etwas gelernt. Möge sie ihren Frieden finden und in der anderen Welt zu ihrer Bestimmung kommen.

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Auf der Fahrt zum Tierarzt kötzelte sie ein wenig, war aber sonst ganz ruhig. Wahrscheinlich war es ihre erste Autofahrt überhaupt in ihrem Leben. Um 20.00 Uhr waren wir dann in der Klinik und konnten mit Xenia gleich in das Behandlungszimmer. Zuvor wog ich Xenia noch und sie brachte nur knappe 11 Kilogramm auf die Waage, bei einer in etwa Kniehohen Größe. Xenia’s Herz war in Ordnung, und es wurden noch Nierentest und Leishmaniose Test gemacht, wozu man ihr Blut abnahm.

Das Blutergebnis, welches innerhalb 10 Minuten ein Ergebnis zeigte, war nicht toll. Xenia hatte Leishmaniose und Blutarmut, dafür waren aber die Nierenwerte sehr gut, was hieß, dass wir mit der Behandlung von der Leishmaniose schon am anderen Tag anfangen konnten und auch noch zusätzlich ein Rezept mit bekamen , welches wir erst noch einreichen mußten. Xenia bekam noch ein Breitspektrum gespritzt, welches 24 Stunden anhält, um dann die weiteren Antibiotika’s via Tabletten zu verabreichen.

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Vermutlich hatte sie auch Zeckenfieber hinter sich und alles schien ihr sehr auf die Gesundheit geschlagen zu sein, was man äußerlich auch sah. Xenia nahmen wir dann mit nach Hause und sollten sie am Mittwoch nochmal vorstellen, um die Nierenwerte erneut prüfen zu lassen, denn Leishmaniose Medikamente greifen auch schon mal die Nieren an, die deswegen permanent im Auge gehalten werden müssen.

Johannes und ich überlegten uns auf dem Weg nach Hause, was wir ihr zu fressen anbieten und welche Vitamine, in welcher Dosierung wir ihr geben könnten. Sie musste separat gehalten werden, was für Leica, Penina und Herrn Rudolfo einen Auszug aus deren Zimmer in der Krankenstation bedeutete. Wir bereiteten Xenia auf dem Sofa noch ein weicheres Kuschelnest vor. Sie bekam hochwertiges Trockenfutter und ich reichte ihr auch Dosenfutter von Renal, welches auch Herr Rudolfo gerne ißt. Nachdem Johannes und ich die Medikametierung notierten und ihr alles zukommen lassen wollten, was gut für sie ist, wünschten wir ihr eine gute Nacht und hofften, dass sie sich einigermaßen wohl fühlen würde. Frau Steinkröger rief uns auch noch an, denn sie machte sich auch große Sorgen um die kleine Maus.

Die Nacht hatte Xenia gut überstanden, mochte aber am Donnerstag gar nichts essen und erbrach die gegebenen Medikamente. Auch Hühnerbrustfilet, welches gekocht wurde mit Reis mochte sie nicht.

Janina berichtete dann am Freitagmorgen von wässrigem Durchfall und weiterer Appetitlosigkeit bei Xenia. Xenia sollte dann heute keine Medikamente bekommen, denn ohne Futter würde sie alles nur wieder erbrechen. Da wir am Freitag Feiertag hatten, war auch niemand in der Klinik und wir riefen Sarah an, die zwei Mal wöchentlich in der Klinik arbeitet und doch noch einen Termin für Xenia machen konnte, denn eine Tierärztin würde am Nachmittag dort sein, um einen Hund zu operieren. Um 17.00 Uhr sollten wir mit Xenia dort sein und die Ärztin versprach Zeit für Xenia zu haben.

Bevor wir mit Xenia, die mittags etwas Blut gekötzelt oder etwas blutigen Durchfall hatte, zur Klinik fuhren, maßen wir noch ihre Temperatur, die 36.6 Grad betrug und das war starke Untertemperatur. Als wir in der Klinik ankamen befand sich die Tierärztin noch mitten in der OP und wir gaben Xenia mit den notwendigen Info’s ab, weil Sarah auch schon meinte, dass Xenia so oder so in der Klinik bleiben müsse, um an den Tropf gelegt zu werden. Schweren Herzens ließen wir die Maus da, die zitterte und sich kaum auf den Beinen halten konnte, als wir sie übergaben. Xenia ging es sehr sehr schlecht…

24.08.08

Xenia ist am 24.08.08 gestorben

Xenia befand sich seit dem 15.08.08 in der Tierklinik. Am Sonntag vergangener Woche hat sie dort ganz normal gegessen und Montag machte sie ganz normale Häufchen und wir hatten schon Hoffnung, dass es mit Xenia aufwärts geht. Die Medikamente die sie via Tropf gegen Durchfall und erbrechen bekam, schlugen somit auch an. Antibiotikatabletten und die Medikamente gegen Leishmaniose vertrug Xenia aber gar nicht und erbrach diese wieder. Hin und wieder aß sie auch etwas, aber sie erbrach es nach kurzer Zeit auch und landete letztendlich immer wieder am Tropf.

Eine Behandlung gegen Leishmaniose war in diesen Tagen noch nicht durchführbar und Xenia musste weiterhin in der Klinik bleiben

Am Donnerstag erfuhren wir von Sarah, dass Xenia immer noch am Tropf hängt und weiter um ihr Leben kämpft. Xenia ging es auch am Freitag noch nicht besser und innerhalb der kurzen Zeit, wo sich Xenia nun in der Klinik befand, haben sich ihre Nierenwerte drastisch verschlechtert. Vermutlich waren die schlechten Nierenwerte auf ihre Leishmaniose zurück zu führen. Xenia wurde Blut abgenommen, um ein großes Blutbild machen zu lassen. Wir hofften alle, dass Xenia wieder auf die Beine kommt und dachten tagtäglich an die süße Maus, die auch Sarah’s Herz erobert hatte.

Frau Steinkrüger, die Patentante von Xenia , die auch die ganze Finanzierung für Xenia übernommen hatte und Xenia zu sich nach Deutschland geholt hätte, wenn Xenia genesen wäre, erkundigte sich alle zwei Tage über Xenia’s Gesundheitszustand. Sie war auch sehr besorgt und hoffte ebenfalls, dass Xenia nicht noch mehr Kräfte verliert.

Heute, am Sonntagmorgen rief uns Sarah an, um uns mitzuteilen, dass Xenia am frühen Morgent verstorben ist. Johannes und ich waren sehr traurig, denn Xenia hat gleich am ersten Abend unsere Herzen erobert und wir überlegen, ob es richtig war, sie in der Klinik zu lassen, denn vielleicht stieß sie sowieso nur zum Sterben zu uns und wollte mit Liebe und Zuneigung, die sie hier bekommen hätte, über die Regenbogenbrücke gehen…….

Wir werden es nie erfahren, denn leider können Hunde nicht sprechen und so oder so hätten wir sicher, wenn wir sie hier behalten hätten, am Ende gesagt: “hätten wir sie doch zur Klinik gebracht”…… Manchmal weiß man einfach nicht, was richtiger ist und am Ende hadert man dann mit seiner Entscheidung. Die Entscheidung für den Klinikaufenthalt war logisch und eigentlich auch sinnvoll, wenn man den Verstand einschaltet, die Entscheidung, sie hier zu behalten und ihr viel Liebe und Geborgenheit zu geben, wäre eine Entscheidung aus dem Gefühl gewesen. Am Ende hätten wir uns so oder so Vorwürfe gemacht, denn den Tod eines Tieres nehmen wir immer sehr sehr ernst.

Auf jeden Fall, unabhängig ob wir vielleicht nicht das Richtige für Xenia gemacht haben….. passt dieser Spruch so oder so zu Xenia: “Gekämpft, gehofft und doch verloren….”

Maren, Christine und Anja sind auch sehr betroffen. Christine im Besonderen, weil sie auch dabei war, als wir Xenia angelockt und aufgenommen hatten und es ihr erster Notfall direkt nach der Ankunft in Portugal war.

Auch war Frau Steinkrüger, die Patentante von Xenia bestürzt, als Johannes sie informierte, hatte sie sich doch um die Erstversorgung von Xenia gekümmert und wollte die Maus, wenn sie genesen wäre, nach Deutschland holen.

Christine, Maren und Anja werden morgen Steine für Xenia’s Grab sammeln, denn Johannes und ich werden Xenia am Montagabend hier beerdigen, wenn wir mit Piranha von der Klinik kommen.

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